Der schmale Grat des Hochleistungssports .. oder … wenn du alles auf eine Karte setzt

Schwimmen ist kein Sport, den du betreibst oder den du beginnst, um irgendwann einmal dein Geld damit verdienen zu können. Schwimmen ist bis zu einem bestimmten Alter der pure Spaß und wird – mit etwas Glück – zu deiner großen Leidenschaft. Und recht schnell entsteht der Moment, in dem du eine Entscheidung für dich triffst (oder manchmal auch treffen musst). Und dann kommt sie, die Frage.

Gehe ich das enorme Risiko ein, mein Hobby zu meinem alles bestimmenden Lebensinhalt zu machen? Will ich versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, mir die bestmögliche Leistung zu erarbeiten?

Im Kontext dieser Fragestellungen – und dies sind bei weitem nicht die einzigen – entsteht unmittelbar auch die Frage nach der Finanzierung dieser Lebensphase. Dort, wo andere ihre berufliche Karriere entwickeln, frönen andere ihrem sportlichen Hobby … so scheint es einigen jedenfalls. Natürlich ist das nicht so, denn der Leistungssportler lebt wahrscheinlich mit deutlich mehr Risiken und ist irgendwann sehr weit entfernt davon, lediglich sein Hobby zu betreiben. Alles oder nichts?

Wer den Video-Blog von Olympiateilnehmer Cody Miller verfolgt, der sieht nicht nur den täglichen Kampf und den enormen Aufwand, den es bedarf, um ganz vorne mitschwimmen zu können. Der sieht nun auch, was es bedeutet, zu scheitern. Und zwar in einem sehr ehrlichen und deshalb berührenden Video-Beitrag.

Die sicher geglaubte Qualifikation zu den Pan Pacific Games 2018 endet für ihn in einem Desaster: Platz 5. Kein Platz im US-Team, keine Option für die Weltmeisterschaft 2019 und damit die Kündigung der Förderprämie.

Plötzlich stellt man alles infrage, die Förderung (in diesem Fall mehr als 30.000 Dollar/Jahr) geht verloren und man fragt sich, ob es Sinn macht, noch einmal dieses enorme Pensum auf sich zu nehmen. Verbunden mit dem Risiko, am Ende gar nichts zuhaben? Der Sport, besonders in den finanziell nicht so großzügig gesegneten, kann schon hart sein.

Von aussen betrachtet ist es nur eine gescheiterte Qualifikation. Cody lässt aber einen Blick in das Innere des leidenschaftlichen Sportlers zu, für den man sich als Schwimm- und Sport-Enthusiast einmal Zeit nehmen sollte.

Ein etwas anderer DOC-SWIM-Artikel. Ein Artikel, der aber auch zeigt, wie tief verwurzelt unsere Leidenschaft für den Sport ist – und diese Leidenschaft beschränkt sich dabei nicht auf den Schwimmsport und auch nicht auf bestimmte Alters- oder Leistungsbereiche. Und hier nun das Video, 19 Minuten, die man einmal in Ruhe ansehen sollte.

Foto: Youtube-Kanal Cody Miller, Link oben im Video.