Studie: Schneller Schwimmen durch mehr Rumpfkraft

Wer stabiler ist, der schwimmt auch schneller

Das Wissen um die Wichtigkeit eines begleitenden Trainings der Rumpfstabilität ist kein Geheimnis. Und dennoch gerät es häufig in Vergessenheit oder verliert seinen Platz im Laufe der Trainingsroutinen im Laufe der Saison. Dabei benötigen die enormen Hebelkräfte genauso ihr Gegenlager wie die Wasserlage profitiert, wenn der Körper ruhig und stabil im Wasser liegt. Dies optimiert die Wasserwiderstände, womit die investierte Kraft und Energie deutlich besser in Tempo transformiert werden kann.

Um diesem Thema seinen verdienten Platz im Training zu verleihen, haben wir uns auf die Suche nach einer aktuellen Studie begeben. Die folgenden Studie beschäftigt sich mit der Wirksamkeit eines Athletik-Trainings über 6 Wochen. Hier folgt die Zusammenfassung.

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Titel der Studie

The effects of a 6-week core exercises on swimming performance of national level swimmers

Autoren: Karpinski, J., Rejdych, W., Brzozowska, D., Golas, A., Sadowski, W., Swinarew, A. S., Stachura, A., Gupta, S. & Stanula, A.

Erschienen: PLOS ONE, 15 (8), 2020 > LINK

Inhalt und Ziel:

Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen eines 6-wöchigen speziellen Trainingsprogramms zur Stärkung der Rumpfmuskulatur zu bewerten, um die Wirksamkeit ausgewählter Elemente eines Schwimmwettkampfs bei einer Gruppe polnischer Schwimmer zu verbessern.

Methodik

16 männliche Schwimmer auf nationaler Ebene (21,6 ± 2,2 Jahre) nahmen an der Untersuchung teil.

Die Teilnehmer wurden vor dem Datenerfassungsprozess zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet: einer experimentellen (EG, n = 8) und einer Kontrollgruppe (CG, n = 8). Beide Schwimmergruppen absolvierten das gleiche Trainingsprogramm im Wasser (Volumen und Intensität), während Schwimmer aus dem EG zusätzlich ein spezifisches Rumpfmuskeltraining durchführten.

Die Aufgabe der Schwimmer war ein individueller Kraulschwimm-Test über 50 m, bei dem die kinematischen Parameter der Startsprung-, Dreh- und Schwimmtechniken mit einem Videokamerasystem aufgezeichnet wurden.

Ergebnisse

In beiden Gruppen wurde zu Beginn ein geringfügiger Anstieg der Flugphase beobachtet (EG = 0,06 m, 1,8%; p = 0,088; CG = 0,08 m, 2,7%; p = 0,013). Die Zeit für eine Strecke von 5 m nach der Flugphase und die aufgezeichnete Durchschnittsgeschwindigkeit beim Schwimmen dieser Strecke für das EG verbesserten sich statistisch signifikant um 0,1 s (-28,6%; p <0,001) und 3,56 m · s-1 (23,2%; p = 0,001). In der EG wurde eine statistisch signifikante Verbesserung der Schwimmleistung beim 50-m-Kraulschwimm-Test von 0,3 s (-1,2%, p = 0,001) beobachtet.

Fazit der Autoren

Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass die Implementierung einer isolierten Stärkung der stabilisierenden Muskeln eine wertvolle Ergänzung zum Standardtraining von Schwimmern zu sein scheint.

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