Die Wettkampfmobilisierungs-Effizienz im Ausdauersport

Ist die Mobilisierungs-Stabilität der wichtigste Faktor für eine Höchstleistung?

Je besser der Sportler die Systeme integrieren kann desto besser

Der Titel dieser Studie macht neugierig. Was bedeutet denn der Begriff der Wettkampfmobilisierungs-Effizienz, welcher im deutschen Sprachgebrauch ja so nicht existiert und aus dem Versuch heraus entstanden ist, diese Veröffentlichung bestmöglich zu übersetzen. Doch plötzlich fällt auf, wie umfassend dieser Begriff ist und wie gut er die Fähigkeit eines Athleten beschreibt, im entscheidenden Moment, Potenziale zu mobilisieren, die a) über die physiologischen Parameter hinausgehen und b) sie in optimaler Weise integrieren kann.

Ein komplexes Zusammenspiel aus physiologischen und psychologischen Aspekten. Wir habe die Studie kurz und knapp zusammengefasst.

Titel der Studie

Notion of “competitive mobilization efficiency” in endurance sports: versions of definitions and meanings

Autoren: Kryuchkov, A. S. & Myakinchenko, E. B.

Erschienen: Theory and Practice of Physical Culture, 8, 11-13, 2020 > LINK

Inhalt:

Es ist nicht ungewöhnlich, in der Sportforschungsliteratur Hinweise auf außergewöhnliche funktionelle Eigenschaften zu finden, die von einigen herausragenden Athleten nachgewiesen wurden – zum Beispiel die höchsten maximalen Sauerstoffverbrauchsraten (VO2max) im ausdauerintensiven zyklischen Sport.

Es sollte jedoch mit Zuversicht betont werden, dass solche Fälle eher außergewöhnlich als normal sind, da es zahlreiche gemeldete Fälle gibt, bei denen die Athleten mit nicht unbedingt höchsten Funktionen und Fitnessraten an der Spitze stehen.

Ziel der Studie war es, Definitionen und Bedeutungen für den Begriff “Effizienz der Wettbewerbsmobilisierung” zu analysieren, die auf die individuelle Leistungsfähigkeit in Situationen hinweisen, in denen die motorischen Potenziale der Wettbewerber gleich sind.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Der Artikel diskutiert den Inhalt des Konzepts der “realisierbaren Effizienz” im Ausdauersport. Es wird angenommen, dass das Sportergebnis zusätzlich zu dem hohen motorischen Potenzial mit der Bildung einer biomechanisch effizienten Struktur einer Übung verbunden ist. Letzteres bezieht sich auf das Bewegungskonstruktionssystem, das es ermöglicht, die morphofunktionellen Eigenschaften des neuromuskulären Systems der Athleten und der vegetativen Systeme, die seine Funktionalität beibehalten, am besten zu demonstrieren. Es wird darauf hingewiesen, dass mehrjährige Trainingsetappen hochkarätigen Athleten helfen, schnell die Grenze der Anpassung der Hauptfunktionssysteme zu erreichen und gleichzeitig die Bewegungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Dies ist auf die erhöhte mechanische Kraft der Muskeln in den Schlüsselbewegungsphasen zurückzuführen. Es wird angenommen, dass eine Erhöhung der Ausgangsleistung im Hinblick auf die Stabilisierung der funktionellen Leistungsraten mit einer Erhöhung der Spezifität von Manifestationen der Eigenschaften des neuromuskulären Systems unter den biomechanischen Bedingungen der Muskelarbeit während einer Wettkampfübung verbunden sein kann, jedoch innerhalb des individuellen Bewegungssystems, das wiederum von den angeborenen oder erworbenen Merkmalen der morphologischen Strukturen des Körpers abhängt.

Die Begriffe der Effizienz der Wettbewerbsmobilisierung und der sportspezifischen technischen Fähigkeiten müssen im Kontext des Prozesses der effizienten Bewegungsbiomechanik interpretiert werden. Dies bedeutet ein motorisches Kompetenzdesign, das die individuelle Morphologie und Funktionsressource des neuromuskulären Apparats des Athleten und die relevante Autonomie erleichtert Systeme, die für den Erfolg der wettbewerbsfähigen Leistungsbiomechanik vollständig mobilisiert werden.

Unsere Anmerkung:

Die Ausführungen klingen durchaus durchdacht und zugleich kompliziert. Hinter dem interessanten Begriff der Wettbewerbsmobilisierung steht im Endeffekt die Fähigkeit, die eigene Leistungsfähigkeit bestmöglich in eine Wettkampfleistung zu transferieren. Nicht der leistungsstärkste Sportler wird am Ende vorne sein, sondern derjenige, der unter den gegebenen Bedingungen seine Potenziale – und das sind nicht nur die leistungsphysiologischen Parameter wie z.B. die maximale Sauerstoff-Aufnahme-Kapazität VO2max – in optimaler Weise integrieren kann.

Deshalb sind Trainingssimulationen unter Wettkampfbedingungen oder Testwettkämpfe enorm wichtig, um diese Integrationsfähigkeit zu entwickeln. Sowohl in physiologischer wie auch psychologischer Hinsicht.

Rein technisch und koordinativ betrachtet, ergeben sich zahlreiche Herausforderungen. Als Beispiel soll Trainingsplan #127 (KLICK) dienen. Hier geht es u.a. darum, die Koordination auf das einzustellen, was man im Wettkampf realisieren möchte.

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