Studie: Aktivierung verbessert die 50m-Leistung
Intensives Aufwärmen vor einem Sprint
Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Explosivität
Je kürzer die Strecke umso wichtiger das spezifische Aufwärmen. Während ein 10-Kilometer-Freiwasser-Athlet auch im Rennen noch Möglichkeiten hat, die „Systeme hochzufahren“, gelten für 50-Meter-Sprinter völlig andere Gesetze. Wer von der ersten Hundertstelsekunden an volle Leistung erwartet, sollte schon vorher auf einem entsprechenden Aktivitätsniveau sein.
Warm-Up ist Bestandteil des Rennens
Man kann deshalb zusammenfassen: das Warm-Up ist im Sprintbereich ein Bestandteil des Rennens! Wer diesen Auftakt nicht optimal nutzt, darf keine Topleistung von sich erwarten. Deshalb sollte eine Mindestzeit für das Aufwärmtraining eingeplant und für den Wettkampf ein festes Warm-Up-Programm definiert werden. Damit steht der neuen Bestzeit nichts mehr im Wege!
Dazu haben wir bereits in einigen Artikel berichtet
PAP – die Effekte > KLICK
Das optimale Warm-Up für SprintschwimmerInnen > KLICK
Insbesondere das Thema PAP – Post-Activation-Potentiation – kann in diesem Umfeld eine echte Bereicherung sein.
Titel der Studie
The acute effects of a preload upper-body power exercise on 50-m freestyle performance in youth swimmers
(Die akuten Auswirkungen einer Vorbelastungsübung für den Oberkörper auf die 50-m-Freistilleistung bei jugendlichen Schwimmern).
Autoren: Hill, V., Patterson, S., Buckthorpe, M. & Legg, H. S. (2024).
Erschienen in: The Journal of Strength and Conditioning Research, 38 (7), 1295-1299.
Inhalt der Studie
Ziel dieser Studie war es, die akuten Auswirkungen eines Medizinball-Slams und die optimale Erholungszeit zu untersuchen, die erforderlich ist, um eine PAPE-Reaktion (Postactivation Performance Enhancement) auf die 50-Meter-Freistil-Schwimmleistung auszulösen.
Methode
An einer randomisierten Crossover-Studie nahmen 24 (13 Frauen, 11 Männer) jugendliche Wettkampfschwimmer (Mittelwert ± SD: Alter 16,7 ± 1,2 Jahre; Größe 173,3 ± 6,7 cm; Masse 63,1 ± 6,4 kg) teil. Nach der PAPE-Intervention (3 × 5 Medizinball-Slams) hatten die Probanden 1-minütige, 4-minütige und 8-minütige Erholungsphasen, bevor sie maximal 50 m Freistil schwammen.
Ergebnisse
Eine einfaktorielle ANOVA mit wiederholten Messungen ergab, dass unterschiedliche Erholungszeiten Änderungen in der 50-m-Leistung hervorriefen (F = 12,12, p < 0,0005). Nach 4 Minuten Erholung war die 50-m-Leistung um 1,6 % (0,47 Sekunden) schneller (95 %-Konfidenzintervall [KI] [0,17–0,77], p < 0,001).
Wenn die Daten nach Geschlecht aufgeschlüsselt wurden, war die 50-m-Leistung nach 4 Minuten Erholung bei Frauen um 2 % (0,64 Sekunden) schneller (95 %-KI [0,279–0,998], p < 0,001).
Fazit der Autoren
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kraftübung für den Oberkörper vor der Leistung eine PAPE-Reaktion hervorrufen und die Leistung im 50-m-Freistil nach einer 4-minütigen Erholungsphase verbessern kann.
