Studie: Stoffwechsel-Reaktion beim Kraul-Arme-Schwimmen

Unterschied zwischen “ganze Lage” und “Armarbeit”

Wie verhält sich der Stoffwechsel?

Kraul-Arme. Wird dieser Trainingsinhalt ausgegeben, dann geht der Griff zum Pullbuoy und häufig auch zu den Paddles. Es gibt kaum einen Schwimmer, ganz gleich welcher Leistungsklasse, oder Triathleten, der nicht gerne Kraul-Arme schwimmt.

Der Grund? Meistens sorgt die Auftriebshilfe Pullbuoy für einen spürbaren Auftrieb, damit einhergehend eine Entlastung der Beine und deren Tätigkeit. Unter dem Strich ergeben sich also einige Hilfen, um auf mittleren bis längeren Strecken sogar ein höheres Tempo zu erzielen als in der Gesamtbewegung. Natürlich macht das Spaß!

Zudem ergeben sich Möglichkeiten, den technischen Verlauf, also das Zugmuster der Arme besser zu beobachten und zu kontrollieren. Kommen die Paddles als weiteres Hilfsmittel hinzu, kann sogar eine Kräftigung der Antriebsmuskulatur erreicht werden.

Auf der Suche nach Daten zur optimalen Bewegungsfrequenz und des damit verbundenen Stoffwechselaufwands haben wir diese Studie gefunden, die interessante Ergebnisse bringt. Wir fassen sie hier zusammen.

Titel der Studie

Velocity, aerobic power and metabolic cost of whole body and arms only front crawl swimming at various stroke rates

Autoren: Morris, K. S., Osborne, M. A., Shephard, M. E., Skinner, T. L. & Jenkins, D. G. (2016)

Erschienen: European Journal of Applied Physiology, 116 (5), 1075-1085.

Zweck der Studie:

Die Schlagfrequenz (SR) wurde in früheren Untersuchungen zur Untersuchung der relativen Rolle der Gliedmaßen bei der Leistung beim Kraulschwimmen nicht berücksichtigt. In dieser Studie wurden Geschwindigkeit, aerobe Kraft (VO2) und Stoffwechselaufwand (C) zwischen dem Kraulschwimmen in der Gesamtbewegung (WB) und dem Kraulschwimmen nur der Teilarbeit der Arme (AO) über verschiedene Intensitäten hinweg verglichen, während die SR kontrolliert wurde.

Methoden:

Zwanzig australische Nationalschwimmer führten sechs 200-m-Kraul-Tests unter zwei Bedingungen durch:

(1) WB-Schwimmen (Gesamtbewegung) und

(2) AO-Schwimmen (Arme-Schwimmen).

Die Teilnehmer absolvierten die 200-m-Versuche unter drei SR-Bedingungen: “niedrig” (22-26 Bewegungszyklen min-1), “mäßig” (30-34 Bewegungszyklen / min und “hoch” (38-42 Bewegungszyklen min -1). VO2 wurde kontinuierlich gemessen, wobei C, Geschwindigkeit, SR und Zyklusrate für jede Anstrengung berechnet wurden.

Ergebnisse:

Unabhängig von der SR-Bedingung und dem Geschlecht war die AO-Geschwindigkeit durchweg um ~ 11,0% niedriger als die WB-Geschwindigkeit (p <0,01) ).

AO VO2 war bei allen SR-Bedingungen für Frauen (p <0,01) niedriger als WB VO2 und bei Männern bei der “hohen” SR (p <0,01).

C unterschied sich bei keinem SR für beide Geschlechter zwischen WB und AO (W <und 0,01). p> 0,01).

Schlussfolgerung der Autoren der Studie:

Elite-Schwimmer gewinnen eine Geschwindigkeit von ~ 11% in Verbindung beim Schwimmen in ganzer Lage gegenüber dem Arme-Schwimmen bei der von den Schwimmern bevorzugten Frequenz gegenüber vorgegebenen Frequenz-Aufgaben. Der Energieaufwand zwischen beiden Arten (ganze Lage / Armarbeit) unterschied sich nicht signifikant. Trainer sollten diese Ergebnisse bei der Verschreibung von AO-Sets berücksichtigen, wenn sie beabsichtigen, die Stoffwechselbelastung zu reduzieren.

Unser Tipp: Trainingsplan 126

Im Trainingsplan 126 geht es um die Erhöhung der Zugfrequenz. Denn erstaunlicherweise geht es gar nicht immer darum, in der Unterwasserphase schneller zu ziehen. Man kann die Frequenz auch erhöhen, indem es Überwasser etwas zügiger zur Sache geht. Damit ergibt sich eine höhere Anzahl an Vortriebsaktionen pro Zeiteinheit – und damit womöglich ein deutlich höheres Tempo. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet das Video!