„Fliegende Tests“ – hohe Aussagekraft für die Wettkampfleistung

Wettkampfanalyse und Trainingsinhalt: Fliegende Tests

Wettkämpfe sind das Ziel eines jeden ambitionierten Schwimmers. Dabei ist der Wunsch stets präsent, die Wettkampfzeit bereits mittels der Trainingsleistungen bestmöglich vorhersagen zu können. Neben den üblichen Standard-Tests können fliegende Tests eine weitere Möglichkeit bieten.

Als Trainer und Schwimmer sind Ihnen sicher die geläufigen Tests bekannt. Im Schnelligkeitsbereich schwimmen Sie wahrscheinlich regelmäßige Sprints über 15 oder 25 Meter Länge. Im Bereich der Schnelligkeitsausdauer haben sich Wettkampfsimulationen wie „50 Meter + 50 Meter“ oder „4×50 Meter mit 10 Sekunden Pause“ als zuverlässige Helfer in Bezug auf eine exakte Formüberprüfung bewährt. Zusätzlich bieten diese Verfahren auch sehr wettkampfnahe Trainingsbelastungen, um den Ernstfall zu proben.

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Tempo durch Startsprung

Deshalb erfolgt der Start zu diesen Übungen stets vom Startblock. Dabei spielt der Absprung vom Block sowie der Wandabdruck bei der Wende, zusammen mit einem effektiven Übergang von Beinarbeit zur gesamten Lage eine leistungsrelevante Rolle. Nicht ohne Grund sind diese Tests und Trainingsinhalte für Beckenschwimmer deshalb unverzichtbar und seit Jahrzehnten als Basisübungen etabliert.

Schaut man sich die Testverfahren in der Leichtathletik einmal genau an, so findet dort häufig ein weiteres Verfahren Verwendung: die fliegenden Tests. Hier werden genau definierte Streckenanteile innerhalb eines Laufs gemessen. Die ermittelten Werte geben interessante Aufschlüsse zur Aufrechterhaltung der Geschwindigkeit. Im Schwimmen spielen diese freien, von Absprung und Abdruck entkoppelten, Rennanteile ebenfalls eine große Rolle. Schließlich geht es um die möglichst maximale und lange Aufrechterhaltung des hohen Tempos aus den verschiedenen Abdruckphasen vom Startblock oder der Wand.

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Definieren Sie deshalb auch im Training Teststrecken, die sich im „freien Feld“ befinden. Strecken über 5 bis 25 Meter Länge geben hilfreiche Rückschlüsse für das Training und offenbaren zum Teil große Leistungspotenziale. Einige Beispiele:

Tests auf der 50-Meter-Bahn:

  1. 15-Meter-Test: Anschwimmen und maximales Tempo zwischen 15 und 30 Metern
  2. 25-Meter-Test: Anschwimmen und maximales Tempo zwischen 15 und 40 Metern
  3. 15- bzw. 25-Meter-Test mit Anschlagfinale: Anschwimmen und maximales Tempo ab 25 bzw. 35 Metern inklusive Wettkampf-Anschlag

Tests auf der 25-Meter-Bahn:

  1. 15-Meter-Test: Anschwimmen und maximales Tempo zwischen 10 und 25 Metern
  2. 15-Meter-Test mit Anschlagfinale: Anschwimmen und maximales Tempo ab 25 bzw. 35 Metern inklusive Wettkampf-Anschlag
  3. 5-Meter-Highspeed-Finale: Anschwimmen und maximales Tempo ab 17.5 Metern inkl. Wettkampf-Anschlag

Ihrer Kreativität sind dabei wenig Grenzen gesetzt. Die Qualität und Aussagekraft der Tests liegt vor allem in der Regelmäßigkeit. Dabei können Sie die genannten Tests auch in Form eines Intervalltrainings durchführen. Bis zu acht Wiederholungen mit einer Mischung aus aktiver und passiver Pause von zwei bis drei Minuten Länge ermöglicht es, jeweils das Optimum an Leistungsfähigkeit zu mobilisieren und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Lassen Sie die fliegenden Tests zu einem festen Bestandteil Ihres Trainings werden. Vielleicht wachsen Ihnen oder Ihren Schützlingen Flügel für die kommenden Wettbewerbe.


Von Holger Lüning

 

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