Wissenschaft

Studie: Transfer-Leistungen über 50, 100 und 200 Meter

Spezialisierung oder Generalisierung?

Kann man über 50m so wettbewerbsfähig sein wie auf 200m?

Der Schwimmsport hat sich auf den verschiedenen Strecken teilweise zu einem echten Spezialistentum entwickelt. Insbesondere auf den 50-Meter-Sprintstrecken gibt es individuell unterschiedliche Trainingsansätze, die es zum Teil nur noch erlauben, auf der Spezialstrecke im absoluten Höchstleistungsbereich zu agieren. Ein prominentes Beispiel dafür ist der australische Olympiasieger und Weltmeister Cameron McEvoy (siehe Artikel zu seinem außergewöhnlichen Training > KLICK).

Anders hingegen scheint es auf den 100- und 200-Meter-Distanzen zu sein, wo sich nicht selten die gleichen Athleten und Athletinnen gegenüber stehen. Und genau das ist die Fragestellung einer Studie, die wir hier zusammenfassen.

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Titel der Studie

Shang, M. & Cheng, Y. (2024). A study on the ability transfer of Chinese swimmers in single middle and short distance events

(Eine Studie über den Fähigkeitstransfer von chinesischen Schwimmern in einzelnen Mittel- und Kurzstreckenwettbewerben).

Autoren: In R. C. R. Davison, E. Tsolakidis, J. L. Thompson, A. Ferrauti & M. F. Piacentini (Hrsg.), 29th Annual Congress of the European College of Sport Science, 2-5 July 2024, Book of Abstracts. Glasgow: European College of Sport Science.

Inhalt der Studie

EINLEITUNG:

Statistiken zufolge entfallen 77 % aller Medaillen bei Weltmeisterschaften auf die vier Schwimmarten über 50 m, 100 m und 200 m. Schwimmerinnen und Schwimmer glänzen üblicherweise in ein bis zwei dieser Distanzen, und herausragende Athletinnen und Athleten erreichen eine Allround-Entwicklung, indem sie in drei Distanzen glänzen.

Es ist jedoch selten, dass Spitzenschwimmerinnen und -schwimmer in einer einzigen Disziplin über 50 m, 100 m und 200 m herausragende Leistungen erbringen und in allen drei Disziplinen Medaillen gewinnen.

Bei den Weltmeisterschaften 2023 gelang der chinesischen Brustschwimmerin Qin Haiyang ein historischer Erfolg: Sie gewann alle drei Titel über 50 m, 100 m und 200 m Brust. Bei denselben Weltmeisterschaften dominierte Kaylee McKeown die Rückenschwimmwettbewerbe und gewann alle drei Titel. Diese Erfolge unterstreichen, dass die Teilnahme an und das hervorragende Abschneiden in mehreren Disziplinen zu einem neuen Trend im Schwimmsport geworden ist.

Diese Studie befasst sich mit der Verlagerung der Fähigkeit chinesischer Schwimmer, an einem einzelnen Kurz- und Mittelstreckenwettbewerb teilzunehmen, und fördert die Teilnahme an mehreren Wettbewerben sowie die multidimensionale Verbesserung der Fähigkeiten von Schwimmern, was die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit und die Tiefe des Talents in diesem Sport erhöhen soll.

Methoden:

Die Suchergebnisse wurden auf China Knowledge und Google Scholar mit den Schlüsselwörtern „Schwimmfähigkeit“, „Transferlernen“ und „Multisportentwicklung“ analysiert. Zusätzlich wurden Interviews mit Trainern und Forschern des chinesischen Schwimmteams geführt. Die Ergebnisse wurden ausgewertet.

Ergebnisse:

Im Zeitraum von 2016 bis 2023 fanden zwei Olympische Spiele und vier Weltmeisterschaften statt.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gab es sechs Olympiasieger/Athleten;

bei den Weltmeisterschaften 2017 in Budapest zwölf SiegerInnen;

bei den Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju 13 SiegerInnen;

bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio 14 Olympiasieger/Athleten;

bei den Weltmeisterschaften 2022 in Budapest 17 SiegerInnen und

bei den Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka ebenfalls 17 SiegerInnen .

Bis Februar 2024 gab es in der Geschichte der Weltmeisterschaften über 50, 100 und 200 Meter 17 Mal Athleten, die beide Medaillen gewannen.

Drei dieser Athleten holten bei den Weltmeisterschaften 2019 und 2023 gleichzeitig Medaillen über diese Distanzen. Dies spiegelt die in den letzten Jahren gestiegene Trainingsleistung von Schwimmern wider, die in mehreren Disziplinen antreten.

Zu diesen 17 Athleten zählten die Chinesinnen Luo Xuejuan, Zhang Yufei und Qin Haiyang. Betrachtet man die Schwimmarten, so verteilen sich die Erfolge wie folgt: 6 im Brustschwimmen, 4 im Freistilschwimmen, 3 im Rückenschwimmen und 1 im Schmetterlingschwimmen. Das Brustschwimmen zeigt eine Besonderheit. Bei den Weltmeisterschaften 2023 gewannen zwei Athleten gleichzeitig die Goldmedaille in einer dieser Disziplinen.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die Untersuchung der kinematischen Merkmale, der Start- und Schlagkinetik, des Energiestoffwechsels und der spezifischen Fitnessmerkmale von Kurz- und Mittelstreckenschwimmern ist der Schlüssel zur Lösung der synergistischen Entwicklung

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