Studie: Mentale Ermüdung beeinflusst Schwimmleistung
Bedeutet mental müde auch körperlich müde?
Untersuchung im Schwimmsport
Jeder kennt das, ohne es aber womöglich direkt wahrzunehmen: wer mental müde ist, kann auch keine sportliche Höchstleistung erbringen. Anders hingegen, wenn wir trotz körperlicher Ermüdung eine belebende Nachricht erhalten oder ein großartiges Motivationsgespräch geführt haben, könnten wir uns über diesen Erschöpfungszustand hinwegsetzen. Kann es sein, dass der mentale Energiezustand demzufolge über dem körperlichen steht?
Und welche Konsequenzen könnten sich individuell, für dich, daraus ergeben?
So haben wir dieses Prinzip in Trainingsplan 109 (> KLICK HIER) zum Einsatz gebracht (unbedingt das Video zum Plan ansehen), indem wir zwischen zentraler und peripherer Ermüdung unterschieden haben und eine Trainingseinheit nach diesen Prinzipien organisiert haben. Die Ergebnisse sind zum teil verblüffend.
Für einen Wettkampf haben diese Erkenntnisse noch eine ganz andere Bedeutung. So ist es wichtig für dich, nicht nur dein Training auf einen Wettkampf einzustellen, sondern auch den mentalen Zustand darauf vorzubereiten.
In diesem Artikel fassen wir eine interessante Studie zu diesem Themenkomplex zusammen.
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Titel der Studie
Effects of mental fatigue on perception of effort and performance in national level swimmers
(Auswirkungen von mentaler Ermüdung auf die Wahrnehmung von Anstrengung und Leistung bei Schwimmern auf nationaler Ebene).
Autoren: de Lima-Junior, D., Caporaso, G., Cortesi, M., de Sousa Fortes, L. & Marcora, S. M. (2025).
Erschienen in: Frontiers in Psychology, 16,
Inhalt der Studie
Ziel:
Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen geistiger Erschöpfung auf die perzeptuellen und physiologischen Reaktionen beim Schwimmen an der Laktatschwelle (LT) und auf die Leistung beim 400-m-Kraulschwimmen zu untersuchen.
Methoden:
Zehn Schwimmer auf nationaler Ebene wurden dreimal getestet.
Beim ersten Durchgang absolvierten die Schwimmer einen 7 x 200 m langen inkrementellen Test zur LT-Beurteilung.
In den Sitzungen zwei und drei absolvierten die Teilnehmer in zufälliger und ausgeglichener Reihenfolge 90 Minuten lang die AX-Continuous Performance Task (Bedingung der geistigen Erschöpfung) oder ruhten sich 90 Minuten lang aus (Kontrollbedingung).
Nach der experimentellen Manipulation absolvierten die Teilnehmer einen 12 x 100 m langen Test mit konstanter Geschwindigkeit an der LT, gefolgt von einem 400-m-Kraulschwimmen-Leistungstest.
Die Erschöpfung wurde vor und nach der experimentellen Manipulation mithilfe der Brunel Mood Scale gemessen. Während der Schwimmtests wurden Herzfrequenz (HR), Blutlaktatkonzentration (La) und Bewertung der wahrgenommenen Anstrengung (RPE) gemessen.
Ergebnisse:
Die Erschöpfung nahm nur bei mentaler Ermüdung zu (p = 0,018). Beim 12 x 100 m-Konstantgeschwindigkeitstest unter LT zeigten Athleten unter mentaler Ermüdung trotz ähnlicher HF- und LA-Reaktionen im Vergleich zur Kontrollgruppe eine höhere RPE (p = 0,001).
Die Leistung beim 400-m-Kraul-Test war bei mental ermüdeten Schwimmern signifikant beeinträchtigt (p < 0,001).
Schlussfolgerung:
Diese Ergebnisse zeigen, dass mentale Ermüdung die Anstrengungswahrnehmung beim Schwimmen unter LT erhöht, obwohl keine signifikanten physiologischen Veränderungen vorliegen, und die Leistung beim 400-m-Kraulschwimmen bei Schwimmern auf nationaler Ebene verringert.
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