Technikübungen im Kraulschwimmen sinnlos?

Diskussion eröffnet.

Rod Havriluk, Präsident der Swimming Technology Research Vereinigung, ist bekannt für klare Aussagen mit wissenschaftlichem Hintergrund. In seinem Artikel “Swim Drills – Helpful or Harmful?” schreibt über die Effektivität verschiedener Technikübungen (TÜ) und übt Kritik an Übungen, die der technischen Zielstellung entgegen stehen. Dazu gehört auch das sehr beliebte Abschlagschwimmen. Wir haben uns den Artikel angesehen und glauben, dass es interessant ist, seine Ausführungen zu diskutieren.

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Dabei empfiehlt er bei der technischen Optimierung in den Gleichschlag-Schwimmarten Brust- und Delphinschwimmen die verschiedenen Formen der Technikübungen besonders unter dem Aspekt der Zerlegung von Arm- und Beinarbeit.

Kritik an Technischen Übungen

Ganz anders betrachtet er den Einsatz von Technischen Übungen beim Kraulschwimmen. Zusammenfassend kann man seine Aussagen wie folgt und sinngemäß darlegen (Original siehe oben).

” … Leider sind sehr viele technische Übungen für das Kraulschwimmen eher kontraproduktiv, da sie Positionen und Bewegungen verstärken, die nicht der optimalen Technik entsprechen. Viele Technische Übungen basieren auf mangelhaften Hebelpositionen und damit einhergehend hohen Belastungen auf das Schultergelenk. Liegt der Arm beispielsweise (Ergänzung: ähnlich wie beim Kraul-Abschlagschwimmen) in der Vorhalte während der Körper eine Drehung vollzieht, erhöht sich der Druck auf die Weichteile des Schultergelenks, die Durchblutung wird gestört und es kommt unweigerlich zu Einquetschungen (Impingement).

Das im Schwimmen sehr populäre Abschlagschwimmen provoziert durch die Pause in der Antriebsphase eine Lücke in der Beschleunigungsleistung, was wiederum zu einer ungünstigen energetischen Anforderung führt. Die Forschung hingegen empfiehlt eine gleichmäßige Beschleunigung (Ergänzung: ohne Gleitphasen), um das höchste und zugleich gleichmäßige Tempo zu erzeugen. Die Konzentration sollte deshalb mehr auf die Gleichmäßigkeit der Zugfolge liegen als auf weniger nützlichen Übungen, die dieses Technikbild nicht unterstützen.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass es nützliche wie auch schädliche Technikübungen gibt. Erstere, also hilfreiche Übungen, simulieren die angestrebte Technik oder unterstützen die Zielvorstellung der Bewegung, ohne negative Begleiterscheinungen. …”

Viel Spaß bei der lebhaften Diskussion mit Freunden, Kameraden und Trainern.

Der Kern der Aussage zielt auf die Charakteristik des Abschlagschwimmens sowie vieler andere Technikübungen ab, die im Regelfall in niedriger Geschwindigkeit absolviert werden. Zudem entsteht beim Abschlagschwimmen jeweils ein Beschleunigungsloch, welches unweigerlich zum Tempoabfall (der jedoch selten spürbar ist) führt. Die Gefahr, die Havriluk sieht, ist es, dass dieser Rhythmus des langen Liegenlassens des Stützarms sukzessive in die Technik des Kraulschwimmens überführt wird und somit der Entwicklung eines hohen Tempos und der Festigung einer ökonomischen entgegen steht. Deshalb ist die Technikübung aus seiner Sicht unproduktiv.

Ergänzend dazu empfehlen wir den Artikel zum Index of Coordination (IdC) > KLICK HIER!

 

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