Schneller Schwimmen

Tipp #184: Gleitphase – können wir beim Kraulschwimmen gleiten?

Gleiten als leeres Versprechen?

Kraulschwimmen: Was Frequenz und Widerstände bedeuten

Gleiten – ein Wort, das schön klingt und viel verspricht. Doch vielleicht verspricht es auch zu viel. Oder anders formuliert: vielleicht versteht man etwas darunter, was nicht eindeutig definiert ist. Deshalb wollen wir gleich zu Beginn dieses Tipps eine Definition vorschlagen, damit das Thema auch einheitlich verstanden werden kann.

Sprechen wir im Schwimmsport über „Gleiten“ ist damit der Moment gemeint, in dem der Zugarm das Wasser in Richtung Oberschenkel verlässt und zeitgleich der vorne liegende Stützarm noch keine aktive Vortriebsarbeit leistet (er also in der Stützposition verbleibt). Diese Phase ohne aktiven Vortrieb bezeichnen wir als Gleitphase. Startet der Stützarm in die Unterwasserphase, gilt die Gleitphase als beendet und eine erneute Vortriebsphase beginnt.

Können wir überhaupt gleiten?

Dieses einheitliche Verständnis ist wichtig, um die Funktion dieser Phase beurteilen zu können. Denn der nächste Schritt muss sein, die Frage zu erörtern: können wir überhaupt gleiten? Und weiter: macht es Sinn, eine Gleitphase einzuplanen? Denn nun wird es interessant.

Blicken wir in den Geschwindigkeitsverlauf nach einem Startsprung, so wird schnell deutlich, wie die Widerstände wirken. So starten wir mit Weltrekordtempo ins Wasser, können aber selten mehr als 15 Meter gleitend zurücklegen. Eine magere Ausbeute.

Die Erkenntnis aus diesem einfachen Versuch (Tipp: mach das einmal nach, z.B. mit Startsprung und/oder Abstoß, siehe im Video!) ist schnell herausgearbeitet. Ein Gleiten im Sinne einer Tempoerhaltung ist nicht möglich. Somit ist auch eine Gleitphase (Definition oben) im Schwimmen nicht tempoerhaltend (Ausnahme hier: die Gleitphase beim Brustschwimmen). Macht es dann Sinn, an der Gleitphase explizit zu arbeiten? Ist es zielführend eine Übung zu schwimmen, die als Ziel vorgibt, eine Bahn mit möglichst wenig Schwimmzügen zurückzulegen?

Oder ist es gar der direkte Weg in die Leistungsstagnation?

Gleitübung im Extrem: der Kraul-Abschlag-Spurt

Eine Übung, die uns den Charakter einer Gleitphase in der extremsten Form ermöglicht, ist der Kraul-Abschlag-Spurt (> KLICK in Tipp 163). Hier wird deutlich, weshalb eine klassische Gleitphase das Tempo nicht erhalten kann.

Es gilt aus dieser Konsequenz heraus, vor allem an der Reduzierung der Widerstände zu arbeiten. Wer höher im Wasser liegt und somit geringere Widerstandswerte mit seinem Körper produziert, kann aus der investierten Energie & Kraft mehr Tempo erzeugen. Ist die Betonung der Gleitphase deshalb ein Irrweg?

Besser rutschen als gleiten?

Im Schwimmsport ist der Begriff des Gleitens vielmehr ein Ausdruck für eine optimale Kombination aus einem wirkungsvollen Vortrieb und einer guten Wasserlage. Deshalb bemüht man auch gerne den Begriff des „Rutschens“. Er umschreibt die Fähigkeit, aus den Anstrengungen einen effizienten Vorgang zu erzeugen.

Klick in das Video, um weitere Zusammenhänge kennenzulernen und dein Training anzupassen. Das Motto: Tempo statt gleiten. Denn ohne Tempo ist quasi „alles nichts“. Viel Spaß mit den Beispielen im Video unten und viel Erfolg bei der Berücksichtigung im Training.

Die unverzichtbare Planungshilfe für dein Training. Klick auf das Motiv für mehr Informationen.

Viel Erfolg und besseres Training in der Zukunft mit dieser Hilfestellung!

Das Video mit weiteren Tipps und Hintergründen zu Tipp 184

Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Auch dieses Mal kommen die bewegten Bilder aus der tollen Atmosphäre unserer Schwimm- und Kraul-ABC-Camps auf Teneriffa. Nun viel Spaß mit dem Clip!

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