Studie: Physiologische Merkmale von Rückenschwimmern
Die optimale „Konfiguration“ für das Rückenschwimmen
Gibt es objektive Merkmale für eine Eignung?
Die Sportwissenschaft ist nicht nur in der Leistungsdiagnostik stets auf der Suche nach Daten, die Aufschluss über eine besondere Eignung geben, sondern ganz besonders auch auf der Ebene der Anthropometrie. Es handelt sich dabei um die möglichst exakte wissenschaftliche Vermessung des menschlichen Körpers. Die Erfassung von Proportionen liefert Hinweise auf eine Eignung (nicht zu verwechseln mit „Talent“) für bestimmte Sportarten oder Disziplinen.
In diesem Fall haben wir eine Studie gefunden, die sich mit den optimalen Merkmalen und Voraussetzungen für das Rückenschwimmen beschäftigt. Sie geht dabei über die Anthropometrie hinaus und versucht zusätzlich, verlässliche Hinweise in den Bereichen der Physiologie und Biomechanik aufzuzeigen.
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Titel der Studie
Biomechanical, physiological and anthropometric determinants of backstroke swimming performance: A systematic review
(Biomechanische, physiologische und anthropometrische Determinanten der Leistung beim Rückenschwimmen: Eine systematische Übersicht).
Autoren: González-Ravé, J. M., González-Mohino, F., Hermosilla Perona, F., Rodrigo-Carranza, V., Yustres, I. & Pyne, D. B. (2025).
Erschienen in: Sports Medicine – Open, 11 (68), .
Inhalt der Studie
Hintergrund:
Rückenschwimmen ist eine der vier Wettkampfschwimmarten bei internationalen Schwimmveranstaltungen. Der Erfolg im Wettkampf hängt vom komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab, und für Spitzensportler können subtile Unterschiede ausgangsentscheidend sein.
Ziel dieser Studie ist es, die wichtigsten energetischen, biomechanischen und physiologischen Faktoren zu identifizieren, die die Leistung von Eliteschwimmern im Rückenschwimmen über 50, 100 und 200 m beeinflussen.
Methoden:
Die PRISMA-Leitlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses) wurden zur Identifizierung relevanter Studien herangezogen. Eine Literaturrecherche in drei Datenbanken (PubMed, Scopus, Web of Science) wurde am 26. September 2024 abgeschlossen.
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 938 Studien identifiziert, von denen 35 die Einschlusskriterien erfüllten.
Die Schwimmer (n = 507 Teilnehmer, n = 188 Frauen) wurden in die Leistungsklassen Tier 3 (Hochtrainiert/Nationales Niveau) und Tier 4 (Internationales Niveau) eingeteilt. Alle Studien waren Beobachtungsstudien.
Referenzwerte für normative Blutlaktatwerte, Kinematik, Wettkampftempo, Leistungstests und anthropometrische Merkmale wurden für Vergleichszwecke in 50-, 100- und 200-m-Wettbewerben angegeben. Die Blutlaktatkonzentrationen nach dem Wettkampf waren im 50-m-Wettbewerb niedriger als im 100-m- und 200-m-Wettbewerb.
Es zeigten sich deutliche Unterschiede in den Referenzbereichen der Schlagfrequenz (SR) zwischen den Disziplinen (50 m, 100 m, 200 m), den anthropometrischen Profilen (Körpergröße, Hand-, Fuß- und Beinlänge der Schwimmer) und den Tempoprofilen (50 m: maximales Tempo; 100 m: positives Tempo; 200 m: parabolischer Ansatz oder Fast-Track-Strategie).
Schlussfolgerung:
Beim Rückenschwimmen existiert ein charakteristisches physiologisches und biomechanisches Muster für Distanzen von 50 m bis 200 m. Die Daten liefern Athleten und Trainern normative Referenzwerte für Blutlaktat, Kinematik, Wettkampftempo und anthropometrische Messwerte.
Weitere Artikel, die sich insbesondere mit anthropometrischen Fragestellungen beschäftigen finden sich hier.
Körperbau – Merkmale von Spitzenschwimmern > KLICK
Körperstatur – so sehen SpitzenschwimmerInnen aus > KLICK
Made for Swimming? Die optimale Anatomie > KLICK
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