Studie: Renngestaltung und Bewertung der Erschöpfung über 5km

Entscheidet das Gefühl über die Renntaktik?

Limitiert der Körper oder Geist?

Ein gewisser Grad des Unwohlseins gehört zu einem Rennen einfach dazu. Wem es zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht unwohl wird, der befindet sich nicht im maximalen Leistungsbereich. So einfach darf man das zu Beginn wohl festhalten. Doch natürlich ist das Thema viel komplexer. Schließlich handelt es sich um ein Gefühl, also keinen Datensatz, den man auswerten kann. Und an diesem Punkt kommen viele Variablen ins Spiel, die nicht nur im Rennen entscheidend sind, sondern womöglich bereits im Training Grenzen öffnen oder eben auch verschließen.

Ist die höhere Schmerzschwelle ein Vorteil?

Ist eine höhere Schmerzschwelle demzufolge die Voraussetzung für individuell herausragende Leistungen (Wichtig: Schmerz bedeutet an dieser Selle eher Unwohlsein angesichts der Belastung und ist nicht zu verwechseln mit einem Verletzungsschmerz). In einer Studie haben wir dieses Thema schon einmal erörtert (>KLICK HIER). Das Ergebnis scheint die Annahme zu bestätigen!

Und die nächste Frage, die entsteht. Kann man die Schmerzschwelle, wie z.B. die anaerobe Schwelle, auch verschieben? D.h. eine gegebene Unwohlseinsempfung (z.B. auf einer Skala von 1 bis 10, siehe unten) zu einem späteren Zeitpunkt empfangen. Kann Training, oder muss Training, diesen Aspekt berücksichtigen?

In einem weiteren Beitrag haben wir die Frage aufgeworfen, wieviel Schmerz ein Sportler ertragen muss. Einfach auf das Motiv klicken und schon geht es zu dem Artikel.

In einem weiteren Artikel (Trainingsplanung – und-empfindung > KLICK) haben wir uns der in der folgenden Studie genannten Tabelle der wahrgenommen Anstrengung (RPE = rate of perceived exertion). Hier eine Hilfestellung, um die Anstrengungsbereiche zuordnen zu können.

Entnommen aus dem Buch „Schneller Schwimmen – das Baukasten-System“, Link siehe unten.

Diese und noch viel mehr Informationen und Hilfestellungen im Buch „Schneller Schwimmen“ – klick auf das Motiv!

Titel der Studie

Pacing and hazard score of elite open water swimmers during a 5-km indoor pool race

Autoren: Baldassarre, R., Ieno, C., Bonifazi, M. & Piacentini, M. F.

Erschienen:  International Journal of Sports Physiology and Performance, 16 (6), 796-801. 2021

Zweck:

Das zu einem bestimmten Zeitpunkt des Rennens empfundene Ermüdungsgefühl ist ein wichtiger Faktor bei der Regulierung des Tempos. Die Bewertung der wahrgenommenen Anstrengung (RPE) gilt als einer der Hauptindikatoren, die von Sportlern verwendet werden, um das Tempo zu modifizieren.

Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Tempo und RPE von Elite-Freiwasserschwimmern während nationaler Hallenschwimm-Meisterschaften (Becken) zu analysieren.

Methoden:

Insgesamt 17 Elite-Freiwasserschwimmer (Männer, n = 9; Frauen, n = 8) erklärten sich bereit, während des Finales des 5-km-Hallenbadrennens der nationalen Meisterschaften alle 500 m RPE abzugeben.

Zeitintervalle, Schlagfrequenz und RPE wurden alle 500 m erfasst. Der Hazard-Score wurde berechnet, indem das momentane RPE mit dem verbleibenden Anteil des Rennens multipliziert wurde. Die Athleten wurden in eine von zwei Kategorien eingeteilt: Medaillengewinner oder Nicht-Medaillengewinner.

Für alle Variablen wurde eine separate gemischte Varianzanalyse (P = .05) mit wiederholten Messungen verwendet, wobei die Aufteilungen (dh alle 500 m) als Faktor innerhalb der Probanden und die Gruppen (d.h. Medaillengewinner und Nicht-Medaillengewinner) als Faktor zwischen den Probanden berücksichtigt wurden .

Ergebnisse:

Die durchschnittliche Schwimmgeschwindigkeit zeigte einen signifikanten Haupteffekt der Splits sowohl bei Männern als auch bei Frauen (P < 0,001).

Eine signifikante Interaktion wurde zwischen der durchschnittlichen Schwimmgeschwindigkeit und den Gruppen für Frauen beobachtet (P = .032). RPE erhöhte sich in beiden Gruppen (P < 0,001), ohne dass ein Unterschied zwischen den Gruppen beobachtet wurde. Allerdings zeigten die weiblichen Nicht-Medaillengewinner einen überproportionalen nichtlinearen Anstieg des RPE (5,20 [2,31]) zur Hälfte des Ereignisses, der dem Punkt entsprach, an dem sie begannen, die Geschwindigkeit signifikant zu verringern.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen unterschiedliche Stimulationsstrategien von Medaillengewinnern und Nicht-Medaillengewinnern trotz ähnlicher RPE.