Schwimmer und Fotograf aus Leidenschaft: Michael Lapp

Eine lebenslange Leidenschaft

Durch die Linse eines Wasserenthusiasten

Wenn man einer Person die Eigenschaft eines Wasserenthusiasten zuordnen darf, dann sicher Michael Lapp. Der erfolgreiche Para-Schwimmer (siehe Foto rechts die Erfolgsstatistik seiner aktivsten Jahre) und Sportfotograf verkörpert die Begeisterung für den Schwimmsport als immer noch aktiver Sportler im Becken, genauso intensiv wie am Beckenrand. Dort ist er seit vielen Jahren vor allem häufig bei Wettkämpfen der Para-Schwimmer in Aktion und dokumentiert die dortigen Leistungen mit dem besonderen Blick des Sportlers.

Denn jeder, der einmal versucht hat, Schwimmer und Schwimmerinnen in Aktion abzulichten, der weiß: man benötigt das optimale Timing für ein gutes Foto. Und von Vorteil ist dabei, wenn man sich in den Sportler und in die Bewegung hineinversetzen kann. Und das gelingt Michael Lapp wie kaum einem anderen. Und da wir in unseren Schwimm- und Triathlon-Camps auf Teneriffa (Informationen und Termine > KLICK) das Glück hatten, ihn als begleitenden Fotografen dabei zu haben, durften sich unsere Teilnehmer über tolle Impressionen freuen.

Und wenn sich die Gelegenheit schon bietet, haben wir den Profifotografen doch gleich am Beckenrand im T3 zu einem Interview geladen. Dazu gesellen sich einige Fotos aus unseren Camps, die wir hier präsentieren.

Weitere Informationen zu seinen Aktivitäten als Fotograf, Link für Anfragen usw. – ganz einfach hier KLICKEN www.snap-pix.de

Galerie 1

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  1. Auf welchem Wege und in welchem Alter bis du zum Schwimmen gekommen?

Ohh das weiß ich gar nicht mehr genau. Am Anfang war ich mit meinen Eltern im Freibad und die haben mich einfach machen lassen. Zuerst bin ich mehr getaucht als geschwommen, dann hat mich die Behinderten-Sport-Gemeinschaft Groß-Gerau gefördert.

Die ersten Wettkämpfe kamen und es machte mir viel Spass, mich mit anderen zu messen. Die Schwimmer des Turnvereins motivierten mich, bei Ihnen mit zu trainieren – die ersten Deutschen Meistertitel folgten. Aber ich wollte mehr, gerne jeden Tag trainieren, also fasste ich alle meinen Mut zusammen und fragte in Offenbach beim EOSC nach … dort wo Michael Groß unter Hartmut Oeleker trainierte.

  1. Welcher Wettkampf, welches Rennen war der Höhepunkt in deiner Karriere? Warum?

Eigentlich gibt es mehrere Rennen die ganz besonders waren – ich picke mir mal eines raus. Einmal im Leben schwimmt man ein perfektes Rennen!

200m Freisteil 1990, WM ins Assen. Die ersten hundert Meter waren sehr gut – ich aber nur 4. oder 5. und der Führende schon fast eine anderthalbfache Körperlänge weg. Langsam habe ich die Frequenz und den Druck erhöht, der Vorsprung der Konkurrenten schmolz, 150m – schnelle Wende – fester Abstoß – Frequenz weiter erhöhen und dabei dennoch lange Armzüge mit Druck beibehalten. Irgendwie flog ich an allen Schwimmern die im Wasser waren vorbei und schlug als Erster an.

Weltmeister mit Weltrekord – die Zeit habe ich nie wieder geschafft!

  1. Was hast du persönlich – für dein Leben – mitgenommen aus deiner Zeit als Hochleistungssportler?

Was habe ich mitgenommen? Viele tolle Momente, tolle Menschen und Freundschaften. Das Zuversicht, dass Mut Türen öffnen kann, dass Niederlagen auch zum Leben gehören – aber man daraus lernen soll und gestärkt weitermacht. Und dass es trotz Konkurrenz immer wichtig ist freundlich, fair und tolerant zu bleiben.

  1. Was bedeutet der Schwimmsport heute für dich?

Für mich ist Wasser gleichbedeutend mit Freiheit. An Land bist du an Hilfsmittel gebunden die im Laufe des Tages Schmerzen verursachen oder unbequem werden. Und der Spass, sich im Wasser sportlich zu betätigen, ist nach wie vor da. Zwar nicht mehr so schnell wie früher, aber die Zielsetzung ist heutzutage auch eher, so lange wie möglich Sport zu treiben, um trotz Handicap möglichst lange mobil zu bleiben.

Galerie 2

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  1. Wann hast du erkannt, dass die Fotografie mehr ist als nur ein Hobby?

Eigentlich schon recht früh ich war bei Sportveranstaltung schon immer mit Fotoapparat unterwegs. Aus dem Hobby herausgewachsen bin ich dann aber erst ab 2015.

  1. Was fasziniert dich an der Fotografie?

Es gibt so viel was in der Fotografie faszinierend ist, aber im Grunde kann man sagen: Bilder und Momente festzuhalten die beim Anschauen Freude bereiten.

Galerie 3

  1. Was würdest du in deinem Leben noch einmal gerne fotografieren? Oder als Fotograf bei einem Event dabei sein?

Dadurch, dass ich mit einem Handicap versehen bin, bin ich auch logischerweise in dem was ich Fotografisch machen kann, eingeschränkt. Daher gibt es auch einiges was ich gerne mal machen würde. Ein Traum könnte der Ironman auf Hawaii sein.

  1. Als Para-Schwimmer hat du sicherlich einige Erlebnisse in deinem Sportlerkreis gehabt, die besonders sind. Denn es gehört mitunter sicherlich eine andere – vielleicht sogar größere – Motivation dazu, sich trotz einer Behinderung für das Hochleistungstraining zu entscheiden. Was würdest du jungen Sportlern, behindert wie nicht behindert, aus dieser Erfahrung heraus mit auf den Weg geben?

Motivation zum Hochleistungssport: Ich kann mir gut vorstellen, dass die Motivation bei Menschen mit und ohne Behinderung die gleichen sind. Sicher, sind bei Behinderten wohl die Hürden etwas größer und erfordern mehr Mut.

Wenn Du einen Traum hast dann lebe ihn, der Sport und die Menschen die dich auf deinem Weg begleiten, oder die du triffst, werden dir unvergessliche Moment bescheren, auch wenn Du vielleicht nicht Dein größtes Ziel erreichst.

Galerie 4

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