Studie: Effekte des Core-Stability-Trainings auf die Schwimmleistung
Die Bedeutung der Rumpfstabilität auf die Schwimmleistung
Effekte des Athletik-Trainings
Je stabiler wir im Wasser liegen, umso geringer sind die Widerstandswerte. Das ist nicht nur im Wasser so, sondern ist bei jedem funktionierenden Vortriebsmodell in Natur und Technologie so zu beobachten. Demzufolge sollte ein ergänzendes Landtraining helfen, die Schwimmleistung zu optimieren.
Exakt so ist das auch im Leistungssport zu sehen. Nicht nur im Schwimmen wird dem Training der athletischen Fähigkeiten deutlich mehr Zeit eingeräumt als das noch vor zwei bis drei Jahrzehnten der Fall war. Dies ist auch ein Teil der Erklärung für die erheblichen Leistungssteigerungen.
Schließlich benötigt Kraft, die aus der Vortriebsmuskulatur (z.B. Latissimus) erzeugt wird, ein Gegenlager, um in die Hebel übertragen zu werden. Auf der anderen Seite benötigt eine Hebelbewegung immer auch ein „stabiles Chassis“. Kurz gefasst: man kann die vortriebsrelevante Muskulatur und ihre Wirkung nicht von einem stabilen Rumpf trennen.
Wäre der Rumpf stark beweglich und damit instabil, würde die Wirkung der Hebel verpuffen. Problematisch wird es, wenn erzeugte Kraft kein Gegenlager hat und sich einen eigenen Weg sucht. Hier treffen wir auf das Phänomen der Dissipation (> Klick hier zum Tipp 178), also der Zerstreuung von Kräften. Nicht selten der Ursprung von Schulterbeschwerden.
Wir fassen hier nun eine Metaanalyse zum Thema zusammen.
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Titel der Studie
The effects of core stability training on swimming performance in youth swimmers: a systematic review and meta-analysis
(Die Auswirkungen des Core-Stability-Trainings auf die Schwimmleistung bei jugendlichen Schwimmern: eine systematische Überprüfung und Metaanalyse).
Autoren: Shunfang Liu, Jingling Dai, Pengpeng Gou & Menglong Lin (2025).
Erschienen in: BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation, 17, 327.
Inhalt der Studie
Hintergrund:
Die Wirksamkeit von Rumpfstabilitätstraining, einem Schlüsselelement des körperlichen Konditionstrainings, auf die Schwimmleistung ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen.
Methoden:
Diese Studie führte eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse durch, um den Gesamteffekt von Rumpfstabilitätstraining auf die Schwimmleistung zu bewerten und die moderierenden Effekte von Geschlecht, Schwimmart und Trainingsdosis zu untersuchen.
Insgesamt wurden 16 kontrollierte Studien (n = 438) durch eine systematische Suche in acht elektronischen Datenbanken und weiteren Quellen gemäß den PRISMA-Richtlinien identifiziert. Die methodische Qualität wurde anhand der PEDro-Skala bewertet.
Ergebnisse:
Nach Ausschluss zweier Studien, die zu einer erheblichen Heterogenität beitrugen, zeigte Rumpfstabilitätstraining einen moderaten und statistisch signifikanten Effekt auf die Schwimmleistung (SMD = -0,71, 95 %-KI: -0,91 bis -0,51, p < 0,00001) bei geringer Restheterogenität (I² = 21 %).
Subgruppenanalysen ergaben, dass Rumpfstabilitätstraining am effektivsten für den 50-m-Sprint und das Rückenschwimmen war.
Die effektivsten Trainingsparameter umfassten eine achtwöchige Intervention mit mindestens drei Trainingseinheiten pro Woche und einer Dauer von 30 bis 60 Minuten. Männliche Schwimmer zeigten zudem etwas größere Verbesserungen als weibliche.
Fazit der Autoren:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rumpfstabilitätstraining die Leistung im Kurzstreckenschwimmen effektiv zu verbessern scheint. Allerdings sollten Trainingsprogramme auf die biomechanischen Besonderheiten der jeweiligen Schwimmart abgestimmt werden, und weitere Studien mit Erwachsenen und Langzeitinterventionen sind erforderlich, um die nachhaltigen Vorteile zu bestätigen.
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