Tipp #190: Galopp-Technik – eine klassische Fehlanalyse?
Warum sollte man im Wasser galoppieren?
Ein tiefer Blick in eine Technik-Idee
Galopp-Technik – hast du davon schon einmal gehört? Nein, nicht im Galopprennsport – vielmehr im Schwimmsport. Nämlich als eine Art des Kraulschwimmens basierend auf einem bestimmten, visuell wahrnehmbaren Rhythmus. Ein Rhythmus, den man vor allem bei den Männern auf den kürzeren Distanzen – hauptsächlich auf den 100 und 200 Metern Freistil – beobachten kann. Und hier wird es interessant.
Keine allgemein gültige Technik-Empfehlung
Halt – da fällt uns nämlich schon etwas auf. Es handelt sich um eine Technik – oder vielleicht besser Wahrnehmung – die sich lediglich auf bestimmte Streckenlängen beschränkt. Es scheint demzufolge keine allgemein gültige Schwimmtechnik über alle Distanzen zu sein. Allein diese Tatsache darf einen schon beschäftigen und das Interesse wecken an einer Analyse. Woraus entsteht die Wahrnehmung, einen galopp-ähnlichen Schwimmstil erkennen? Wie verhalten sich Aktions- und Reaktionsmomente beim Kraulschwimmen. Droht eine Verwechslungsgefahr?
Wenn es sich also um eine sehr spezifische Technik zu handeln scheint, gilt der sofortige Blick in das Detail.
Hineinschauen und nicht nur drauf schauen
Denn was immer vermieden sollte, ist es, eine Beobachtung in eine technische Idee zu überführen ohne sie einer biomechanischen Analyse zu unterziehen. Genau dann könnte es zu Missverständnissen führen. Deshalb blicken wir mal wieder nicht nur AUF eine Bewegung, sondern gehen HINEIN und klären, wieso der Galopp-Stil oder die Galopp-Technik sogar schon eigene Begriffe erhalten haben.
Eine Elite-Technik?
Die zu beobachtende Rhythmik resultiert vor allem aus einer kurzen zeitlichen Verlängerung der Stützposition auf dem der Atemseite gegenüberliegendem Arm. Im zweiten Moment erkennt man zudem die Wirkung eines kraftvollen Anstellens des Zugarms. Aus dieser Kombination heraus ergibt sich ein Heben der Schulterlinie. Die galoppierende Wahrnehmung ist folgerichtig eine eindeutige Reaktion (siehe auch Tipp 189 „Actio und Reactio unterscheiden“) aus dieser sehr dynamischen Bewegungskoordination. Dies auch der Grund, weshalb wir diese Beobachtung ausschließlich im höheren bis elitären Leistungsniveau sehen.
Lohnt sich das Lernen der Galopp-Technik?
Nach diesem kurzen Exkurs in diese spezielle Technik darf angenommen werden, dass es sich eher um eine Reaktion auf eine vorherige Aktion, nämlich eine Kombination aus Atem- und Zugkoordination auf höchstem Leistungsniveau handelt. Wird diese Koordination als technisches Modell gelehrt, darf man deshalb von einem fehlerhaften didaktischen Modell ausgegangen werden. Mehr Hinweise und praktische Erläuterungen im Video unten.
Klick in den Clip hinein, galoppiere mit uns hindurch und modifiziere auf dieser Grundlage womöglich deine technische Idee für das Kraulschwimmen. Viel Spaß!
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Viel Erfolg und besseres Training in der Zukunft mit dieser Hilfestellung!
Das Video mit weiteren Tipps und Hintergründen zu Tipp 190
Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Auch dieses Mal kommen die bewegten Bilder aus der tollen Atmosphäre unserer Schwimm- und Kraul-ABC-Camps Nun viel Spaß mit dem Clip!
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