Studie: Trainingsperiodisierung und Performance Management
Performance Management: Leistung nicht dem Zufall überlassen
Gezielte Monitoring-Maßnahmen der spanischen Schwimm-Nationalmannschaft
Wer nicht plant, darf sich nicht wundern, wenn das Endergebnis unbefriedigend ist. Denn ein konkretes Ziel braucht Planung. Hier sind sich alle einig. Und dennoch sieht man im Sport immer wieder Zufallsmodelle. Teilweise mit Zufallserfolgen, weitestgehend jedoch mit wenig Strategie versehen. Trainingsplanung ist deshalb auch nichts, was im Vorbeigehen entschieden wird. Trainingsplanung braucht Zeit, braucht Konzentration und braucht vor allem auch Methoden der Überprüfung.
Im Idealfall erfolgt diese Überprüfung kontinuierlich während des gesamten Trainingsprozesses. Eine Evaluierung erst zum Zeitpunkt des Hauptwettkampfs anzusetzen, würde die Möglichkeit nehmen, den Trainingsprozess auf dem Weg zu Tag X gezielt zu optimieren.
Wir blicken deshalb in eine sehr interessante Studie, die Aufschluss darüber gibt, mit welchen Methoden ein Monitoring durchgeführt werden kann.
Weitere Artikel und Studien, die wir zu diesem Thema bislang veröffentlich haben, geben weitere Informationen:
Artikel: Trainingsermüdung überwachen: Methoden & Tools > KLICK
Studie: Kontrolle der Trainingsintensität über die Herzfrequenz > KLICK
Studie: Regenerationszeiten nach Rennen über verschiedene Schwimmstrecken > KLICK
Studie: Frühtraining kann die Regeneration stören > KLICK
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Titel der Studie
Swimming coaches‘ perceptions and practices on periodization, performance monitoring, and training management.
Wahrnehmungen und Praktiken von Schwimmtrainern in Bezug auf Periodisierung, Leistungsüberwachung und Trainingsmanagement
Autoren: Cano-Cuartero, C., López-Hernández, A., Rodríguez-Barbero, S., & González-Ravé, J. M. (2025).
Erschienen in: Front. Sports Act. Living, 22 August 2025, Sec. Sports Coaching: Performance and Development, Volume 7 > Link
Inhalt der Studie
Einleitung:
Diese Studie untersuchte die Überzeugungen und Praktiken spanischer Nationaltrainer im Schwimmsport hinsichtlich der Saisonplanung, um ein besseres Verständnis ihrer Trainingsorganisation über das gesamte Jahr zu gewinnen.
Methoden:
Insgesamt nahmen 18 Trainer teil, die anhand des Leistungsniveaus ihrer Schwimmer in drei Kategorien eingeteilt wurden: Weltklasse (27,8 %), Elite (11,1 %) und Nationalmannschaft (72,2 %). Mithilfe eines validierten Fragebogens wurden Informationen zu Trainingsstruktur, Trainingsablauf und Feedbackstrategien erhoben.
Ergebnisse:
Das am häufigsten genannte Planungsmodell war die traditionelle Periodisierung (35,3 %), typischerweise unterteilt in allgemeine, spezifische und Wettkampfphasen mit individualisierten Tapering-Strategien von 7 bis 21 Tagen Dauer.
Obwohl die meisten Trainer (89,9 %) die Schwimmer nicht in den Planungsprozess einbezogen, berücksichtigten sie Kontextfaktoren wie akademische und private Verpflichtungen (94,4 %). In den frühen Phasen lag der Fokus auf Kraftausdauer und Koordination, in der Wettkampfphase dann auf Schnellkraft und Sprintvermögen.
Die Trainingseinheiten wurden häufig anhand objektiver und subjektiver Indikatoren (83,3 %) angepasst, darunter Herzfrequenz (77,8 %) und subjektive Belastungswahrnehmung (55,6 %). Feedback erfolgte überwiegend während des Trainings und bezog sich auf psychologische (72,2 %) und technische Aspekte (38,9 %).
Zu den Regenerationsstrategien zählten aktive Erholung (22,7 %), professionelle Beratung (22,7 %) und die gemeinsame Planung zwischen Trainer und Schwimmer (61,1 %).
Die Leistungsbeurteilungen erfolgten mithilfe von Instrumenten wie dem Kraft-Geschwindigkeits-Profil (44,4 %), dem Einwiederholungsmaximum-Test (22,2 %), dem Countermovement Jump (16,7 %) und schwimmspezifischen Einheiten (7 × 200 m) (22,2 %), wobei ein Drittel der Trainer keine formalen Tests anwendete.
Die geringe Stichprobengröße schränkt zwar die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein, dennoch liefern sie wertvolle Einblicke in die Konzeption und Gestaltung des Trainingsprozesses durch erfahrene Trainer.
Diskussion:
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung individualisierter Planung, kontinuierlicher Überwachung und der Berücksichtigung des Athletenkontexts im Hochleistungsschwimmtraining.
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