Schneller Schwimmen

Tipp #189: Technikanalyse mit Verwechslungsgefahr!

 

ACTIO & REACTIO voneinander trennen

Bewegungsanalyse genauer betrachtet

Ja, Instagram und TikTok sind mitunter eine schöne Abwechslung. Und sie dienen auch der Motivation. Ist der Wunsch nach tiefgreifenden Informationen vorhanden, scheitern diese Formate jedoch. So sind diese kurzen und schnell konsumierbaren Schwimmtipps und technischen Hinweise meist allgemein und selten mit einem wissenschaftlichen Beleg versehen. Deshalb ist bei der Betrachtung größte Vorsicht geboten.

Viel zu sehen bedeutet nicht, viel zu wissen. Und wenn es um die eigene sportliche Leistungsentwicklung geht, gilt es, genauer hinzusehen. Es braucht vielleicht etwas mehr Zeit zu Beginn, die Zeitersparnis auf lange Sicht ist jedoch immens … bis spektakulär.

Deskriptiv – ohne Antwort auf das „warum“

„Mache dies und du wirst schneller“, „tue dies regelmäßig in deinem Training und deine Technik wird sich verbessern“, „führe die Beinarbeit so durch und sie wird ökonomischer“ – so lauten die Hinweise. Sicher nicht individuell. Das wollen sie nicht, könnten sie aber auch kaum. Ebenso wenig individuelle Inhalte darfst du erwarten, wenn Menschen auf Bänken liegen und den korrekten Unterwasserzug („so geht´s!“) vormachen. Ein Lernvorgang wird auf diese Weise nicht eingeleitet.

Und welche Fähigkeiten benötige ich dafür überhaupt? Eine wichtige Fragestellung, die unbeantwortet bleibt und den Zuseher alleine lässt.

Würden wir uns in einem trainingswissenschaftlichen Seminar befinden, würde diese Art der Information sicherlich nicht einmal ein „ausreichend“ erhalten. Deshalb gilt immer der genaue Blick auf die Information. In diesem Fall wollen wir einen wesentlichen Punkt herausstellen, an dem dieses Modell für dich scheitern dürfte.

„Ich habe Probleme mit der Atmung!“ – und die sinnvolle Konsequenz

Denn insbesondere beim Schwimmen – in der quasi Schwerelosigkeit – gibt es ein Merkmal in der Bewegungsanalyse, welches der Kern einer Analyse ist: der Unterschied zwischen einer Aktion und einer daraus resultierenden Reaktion. Wird diese Unterscheidung nicht klar erkannt, arbeitet man schnell nur am Symptom („ich habe Probleme beim Atmen“) anstatt sich mit der Ursache (z.B. Wasserlage, Timing, Beweglichkeit) zu beschäftigen.

Die Konsequenz kann einer dauerhafte Stagnation sein, die häufig in eine Art Versuch-Irrtum-Szenario führt. Ohne klare Anweisung bleibt es eben nur bei der Imitation. Individuelle Voraussetzungen und vorhandene Mängel erscheinen in dieser Betrachtung dann nicht.

Im Video verwenden wir die Atmung beim Kraulschwimmen als Beispiel, um die Problematik zu verdeutlichen.

Fazit: erkenne die Ursache und leite daraus die individuell beste Methode ab. 30-Sekunden-TikTok-Videos werden das nicht übernehmen können.

Deine unverzichtbare Planungshilfe für dein Training!

Viel Erfolg und besseres Training in der Zukunft mit dieser Hilfestellung!

Das Video mit weiteren Tipps und Hintergründen zu Tipp 189

Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Auch dieses Mal kommen die bewegten Bilder aus der tollen Atmosphäre unserer Schwimm- und Kraul-ABC-Camps Nun viel Spaß mit dem Clip!

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