Wissenschaft

Studie: Die Wirkung eines Atemmuskeltrainings

Atemmuskulatur kräftigen und schneller schwimmen?

Atmung als limitierender Faktor

Die Atmung ist im Schwimmsport immer ein limitierender Faktor. Allein schon deshalb, weil wir die Zeitfenster für den Atemvorgang immer der Koordination unterordnen müssen. So bleiben oft nur kurze Momente, um die benötigte Frischluft einzuatmen. Somit bleibt die Sauerstoffzufuhr immer ein limitierender Faktor, den es zu trainieren gilt.

Der Energiestoffwechsel benötigt Sauerstoff

Anders als beim Laufen oder Radfahren hat der Schwimmsport folgerichtig mit einer Problematik zu kämpfen, den Energiestoffwechsel abzusichern. Somit erhält jeder einzelne Atemzug eine große Bedeutung. Das merkt man spätestens dann, wenn man sich einmal verschluckt. Atmung sollte also gut geplant und durchgeführt sein.

So beobachten wir im Spitzenbereich bereits ab den Wettkampfstrecken von 100 Meter aufsteigend durchgehend die 2er-Atmung, d.h. die Atmung beim Kraulschwimmen auf jeden zweiten Armzug. In den Schwimmarten Brust- und Schmetterlingschwimmen gibt es derartige Varianten nicht, abgesehen von der Wahl eines Einer- oder Zweierzugs beim Delfinschwimmen. Jedoch darf man auch hier feststellen, dass sich die Anzahl der Schwimmer und Schwimmerinnen auf den Schmetterlingsstrecken mit einem Einerzug deutlich erhöht hat.

Wir allen wissen also: die Atmung ist ein zentrales Thema im Schwimmsport.

Und da die Atemmuskulatur für die Effizienz des Vorgangs entscheidet mitwirkt, könnte es ein Trainingsziel sein, die Muskulatur auch außerhalb des Wassertrainings zu kräftigen. Dazu gibt es im Handel bereits einige interessante Geräte, die geführte Sitzungen anbieten, in denen man sehr gezielt an der „Atemkraft“ arbeiten kann.

Um dieses Thema aufzunehmen, schien uns die vorliegende Studie interessant.

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Titel der Studie

The effect of respiratory muscle training on swimming performance: a systematic review and meta-analysis

(Die Wirkung von Atemmuskeltraining auf die Schwimmleistung: eine systematische Übersicht und Meta-Analyse).

Autoren: Liu, S., Gou, P. & Lin, M. (2025).

Erschienen in: Frontiers in Physiology, 16, 1638739.

Inhalt der Studie

Einleitung:

Das Atemmuskeltraining – welches auf die inspiratorischen und/oder exspiratorischen Muskeln abzielt, um die Atemeffizienz zu steigern – gilt als anerkannte Methode zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit; seine Wirksamkeit hinsichtlich der Steigerung der Schwimmleistung bleibt jedoch umstritten.

Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen des Atemmuskeltrainings auf die Schwimmleistung zu evaluieren.

Methoden:

Die Methodik orientierte sich an den PRISMA-Leitlinien. Es wurde eine umfassende Literaturrecherche in acht Datenbanken (Web of Science, PubMed [einschließlich MEDLINE und PubMed Central], SPORTDiscus, ScienceDirect, Scopus, Cochrane Library, Embase und ProQuest) durchgeführt und durch manuelle Suchen in weiteren Quellen (z. B. Google Scholar) bis zum 22. Mai 2025 ergänzt.

Studien kamen für eine Aufnahme infrage, sofern sie folgende Kriterien erfüllten:

(a) Die Teilnehmer waren gesunde Personen ohne diagnostizierte Erkrankungen oder Behinderungen;

(b) die Intervention bestand aus einem Atemmuskeltraining im Vergleich zu einer Schein- oder Kontrollbedingung im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie oder einer kontrollierten klinischen Studie;

(c) die Schwimmleistung wurde als Ergebnisparameter ausgewiesen, wobei ausreichende Daten zur Berechnung von Effektstärken vorlagen; und

(d) der Volltext der Studie war verfügbar.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse dieser systematischen Übersichtsarbeit zeigten, dass von den 1.044 Artikeln, die im Rahmen der Suchstrategie identifiziert wurden, 10 die Einschlusskriterien erfüllten. Die Metaanalyse ergab, dass das Atemmuskeltraining die Schwimmleistung signifikant verbesserte; dabei zeigte sich eine geringe Heterogenität und keinerlei Hinweise auf einen Publikationsbias.

Unter den eingeschlossenen Studien wurden die Trainingsprotokolle für die Atemmuskulatur typischerweise über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen bei 50 % bis 80 % des maximalen Inspirationsdrucks und mit einer Frequenz von 3 bis 14 Einheiten pro Woche durchgeführt.

Eine erhebliche Variabilität hinsichtlich Trainingshäufigkeit, Progression und Dauer schränkte jedoch direkte Vergleiche zwischen den einzelnen Interventionen ein. Aufgrund inkonsistenter und lückenhafter Berichterstattung konnten keine Subgruppenanalysen auf der Grundlage von Geschlecht, Schwimmstil oder Leistungsniveau durchgeführt werden.

Diskussion:

Das Atemmuskeltraining scheint eine wirksame Ergänzung zum Schwimmtraining darzustellen, die zu einer Leistungssteigerung beiträgt. Zukünftige Studien sollten der Standardisierung der Trainingsprotokolle Priorität einräumen, den Dosis-Wirkungs-Zusammenhang näher beleuchten und moderierende Faktoren wie Geschlecht, Schwimmstil und Trainingszustand untersuchen.

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