Wissenschaft

Studie: Frühere Spezialisierung bei Brustschwimmern

Wann sollte die Spezialisierung beginnen?

Allgemeine und spezielle Ausbildung

Wann sollte eine Spezialisierung beginnen? Diese Frage stellen sich Trainer und Aktive spätestens ab dem Eintritt in einen bestimmten Alters- und/oder Leistungsbereich. Schließlich möchte man keine Ressourcen verschenken, die der Zielerreichung nicht dienen. Soll heißen: ab einem bestimmten Zeitpunkt sucht man zwangsläufig nach den besten und effektivsten Methoden, um die vorhandenen Eignungen bestmöglich in eine individuell herausragende Leistung zu transferieren.

Das richtige Alter für diesen Zeitpunkt haben wir in > dieser Studie bereits thematisiert. In > dieser Studie wurde die Frage erörtert, in welchem Alter der optimale Übergang vom Jugend- zu Erwachsenenbereich gelingen kann.

Die folgende Studie haben wir zusammengefasst, um weitere Informationen zu diesem Themenkomplex zu geben.

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Titel der Studie

Specialize early and select late: Performance trajectories of world-class finalists and international- and national-class swimmers

(Früh spezialisieren und spät auswählen: Leistungskurven von Weltklasse-Finalisten und Schwimmern der internationalen und nationalen Klasse).

Autoren: Born, D.-P., Björklund, G., Lorentzen, J., Stöggl, T. & Romann, M. (2023). 

Erschienen in: International Journal of Sports Physiology and Performance, 19 (2), 164-172.

Inhalt der Studie

Zweck

Untersuchung des Leistungsfortschritts vom frühen Junior- bis zum Höchstleistungsalter und Vergleich der Vielfalt der Wettkampfdistanzen und Schwimmzüge zwischen Schwimmern unterschiedlicher Leistungsniveaus.

Methoden

Mithilfe einer Längsschnittdatenanalyse und Vergleichen zwischen Gruppen wurden 306.165 Jahresbestzeiten männlicher Schwimmer (N = 3897) verwendet, um eine Rangliste basierend auf Jahresbestzeiten im Höchstleistungsalter zu erstellen.

Einzelne Leistungsverläufe wurden retrospektiv analysiert, um Distanz- und Lagenvarianten zu vergleichen. Die Leistungen von Weltklasse-Finalisten und internationalen und nationalen Schwimmern (Schwimmpunkte: 886 [30], 793 [28] bzw. 698 [28]) wurden in fünf Altersgruppen – 13–14, 15–16 – verglichen , 17–18, 19–20 und 21+ Jahre – unter Verwendung einer zweifachen Varianzanalyse mit wiederholten Messungen.

Ergebnisse

Weltklasse-Finalisten sind nicht wesentlich schneller als Schwimmer internationaler Klasse bis zur Altersgruppe der 17- bis 18-Jährigen (F2|774 = 65, P < .001, ?2p=.14), sind aber bereits in jungem Alter auf kurze oder längere Strecken spezialisiert.

Weltklasse-Finalisten im Brustschwimmen zeigen schon in jungen Jahren schnellere Brustschwimmzeiten im Vergleich zu ihrer Leistung in anderen Schwimmstilen (P < 0,05), während Weltklasse-Finalisten im Freistil und Lagenschwimmen weniger signifikante Unterschiede zu ihren Leistungen in anderen Schwimmstilen aufweisen.

Schlussfolgerungen

Während Verbandsfunktionäre eine späte Talentauswahl anstreben sollten, also nicht vor der Altersgruppe der 17- bis 18-Jährigen, sollten Trainer darauf abzielen, die bevorzugten Renndistanzen der Schwimmer frühzeitig zu ermitteln. Allerdings scheint die Erfordernis für jede Schwimmart spezifisch zu sein. Brustschwimmer könnten eine frühe und starke Spezialisierung anstreben, während Freistil- und Lagenschwimmer eine große bzw. sehr große Schwimmvielfalt beibehalten könnten.

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