Vier Tipps für mehr Speed im Wasser

Mehr Speed im Wasser

Vier Tipps, an die es sich zu denken lohnt.

Wir haben hier schon viele Tipps zum schnellen Schwimmen veröffentlicht. Sicherlich ist einiges davon nicht neu – und dennoch eine Erinnerung wert. Denn wie schnell verfällt man in seine persönlichen Routinen und wundert sich dann über eine Leistungsstagnation. Und was gibt es Schlimmeres als zu trainieren und nicht schneller zu werden? Die Folge daraus? Man schwimmt nur noch das, was man gut kann, um sich wenigstens ein paar schöne Momente im Pool zu ermöglichen.

Was daraus folgt ist klar: die dauerhafte Abwärtsspirale. Und deshalb hilft es, sich immer mal wieder an einige Aspekte zu erinnern, die dieses Szenario verhindern könnten. Einige Anregungen.

Tipp 1: Der Kopf schwimmt mit

Versuchen Sie einmal eine Rollwende zu machen, ohne dabei den Kopf aktiv einzusetzen. Sofort wird Ihnen bewusst, wie bedeutend der Kopf im Zusammenhang mit sportlichen Bewegungen zu betrachten ist. Der Kopf wirkt nämlich als steuerndes Element, kontrolliert und bestimmt zu einem großen Teil die gesamte Körperposition. Auch im Schwimmen ist der Einfluss der Kopfhaltung und –bewegung auf die Gesamtkoordination von enormer Bedeutung. In der Betrachtung der Körperlinie und einer strömungsgünstigen Position stellt der Kopf das bestimmende Element dar. Immer häufiger beobachtet man bei Weltklasse-Kraulschwimmer eine konsequente Blickrichtung zum Beckenboden, um eine gerade Linie von Hinterkopf und Rücken zu erzeugen. Damit reduziert sich der Frontalwiderstand, die Wasserlage verbessert sich, der Kraftaufwand sinkt und die Geschwindigkeit steigt.

Tipp 2: Atmung

Anders als beim Laufen kann man beim Schwimmen nicht atmen, wenn man es gerade für nötig hält. Die Rhythmik und Technik der Schwimmlagen gestattet nur eine begrenzte Atemfrequenz und erzwingt damit auch, dass man sich einen individuell optimalen Atemrhythmus aneignet. Mitunter ist der Kontakt mit der Luft zeitlich so stark eingeschränkt und die Intensität gleichzeitig so hoch, dass es zu keinen Zwischenfällen während des Atemvorgangs kommen darf. Schon ein Verschlucken kann verheerende Folgen haben. Um den kurzen Luftkontakt bestmöglich zu nutzen, ist es deshalb notwendig, die Atmung als einen aktiven Vorgang zu betrachten. Atmen Sie bis zum Heben oder Drehen des Kopfes an die Wasseroberfläche komplett und aktiv aus. Vernachlässigen Sie nämlich das Leeren der Lunge, verbleiben zunehmende Reste verbrauchter Luft in der Lunge. Dieser sogenannte Totraum kann die weitere Sauerstoffaufnahme derart stören, dass es zu einer Kurz- oder sogar Schnappatmung führen kann. Machen Sie sich bei jedem Atemzug bewusst, dass frischer Sauerstoff ein wichtiger Energieträger ist und Ihre Leistung zu einem sehr hohen Maße mitentscheidet.

Tipp 3: Körperrasur

Fast traditionell entfernen Schwimmer die Körperbehaarung vor allem für die wenigen Leistungshöhepunkte im Jahr. Der Effekt der Körperrasur soll besonders in den wichtigen Momenten seine volle Wirksamkeit entfalten. Doch um welche Wirkung handelt es sich denn? Physiologen haben ermittelt, dass der direktere Kontakt mit dem Wasser und der daraus resultierende Temperaturunterschied zu einer verbesserten Muskelaktivierung führen kann. Schwimmer berichten über „endlos“ langes Gleiten und ein deutlich verbessertes Wassergefühl. In der Kombination dieser beiden Äußerungen dürfte der Effekt verborgen sein. Das verfeinerte Gespür für das Wasser wird die Bewegung dynamischer und ökonomischer werden lassen. Leistungsschwimmer berichten von Zeiten, die um mindestens 0.5 bis 1 Sekunde pro Hundert Meter niedriger seien als mit Körperbehaarung. Es ist davon auszugehen, dass allein diese mentale Erwartungshaltung für weitere Zehntelsekunden Ersparnis sorgen dürfte! Genug Argumente für ein individuelles Oberflächen-Tuning!

Tipp 4: Stabilität und Widerstand

Der Wasserwiderstand ist der größte Feind des Schwimmers. Ihn zu überwinden kostet enorm viel Energie. Dabei ist es immer besser, diesem Gegner mit Cleverness als mit roher Gewalt entgegen zu treten. Versuchen Sie also nicht, sich das Wasser zu einem Untertan zu machen – es wird Ihnen nicht gelingen. Einen möglichst kleinen Kanal im Wasser zu benötigen, könnte schon viel eher eine erfolgreiche Taktik sein. Achten Sie auf eine stabile Wasserlage und Körperposition, um möglichst wenig Verwirbelungen zu erzeugen. Schiffe und Flugzeuge besitzen stromlinienförmige Körper, um wenig Frontalwiderstand zu erzeugen. Trainieren Sie Ihre Rumpfmuskulatur, um stabil wie ein Schnellboot im Wasser zu liegen. Kombinieren Sie Übungen an Land (Sit-ups, Unterarmstand usw.) mit Übungen im Wasser (Delfinbeine in Rückenlage, Schwimmen mit Widerständen), um die Muskulatur im Rumpfbereich vielseitig zu trainieren. Nur mit einem stabilen Rumpf, sind Sie in der Lage, den erzeugten Vortrieb auch effektiv und „schnörkellos“ in Geschwindigkeit umzusetzen.

Foto oben: Michael Lapp, www.snap-pix.de