Studie: Fly-Kick-First im Brustschwimmen schneller
Die Unterwassertechnik nach Start und Wende
Den Delfinkick beim Brustschwimmen integrieren
Der regelkonforme Delfinkick nach Start und Wende hat dem Brustschwimmen nicht nur eine eindeutige Regulierung seitens der Verbände beschert – nach vielen Diskussionen um Disqualifikationen übrigens – sondern auch eine deutliche Tempoerhöhung aus Start und Wende, folgerichtig einhergehend mit schnelleren Zeiten. Denn in der Kombinationen eines Delfinkicks zusammen mit dem Tauchzug ergeben sich bessere Möglichkeiten, das Tempo aus dem Abstoß in die Gesamtlage zu transferieren.
Nun gilt es, diese Regeln möglichst optimal zu nutzen. Dabei gibt es eine gewisse Freiheit in Bezug auf die zeitliche Organisation des Delfinkicks.
Im Kern gibt es dazu zwei bevorzugte Techniken:
- Delfinkick direkt im Anschluss an den Abstoß, gefolgt vom Tauchzug (Fly-Kick-First)
- Kombinierte Technik mit dem im Tauchzug integrierten Delfin-Kick
Zwei Möglichkeiten, welche ist die bessere von beiden? Dies wollten Wissenschaftler auch wissen. Ihre Studie fassen wir hier zusammen.
Unser Trainingstipp zum Thema:
Brustschwimmen der Extraklasse. Wir haben einen Trainingsplan von einem Olympiasieger adaptiert. Für alle 50m- und 100m-Spezialisten aller Lagen ist dieser Trainingsplan eine echte Tempo-Challenge. Mit der Aussicht auf deutliche Verbesserungen. Viel Spaß beim Nachschwimmen.
Das 50m- und 100m-Training von Olympiasieger Nicolo Martinenghi (100m Brust) in Trainingsplan 168 > KLICK HIER
Titel der Studie
Understanding the kinematic profile of two underwater pullout breaststroke techniques
(Verständnis des kinematischen Profils von zwei Unterwassertechniken im Brustschwimmen).
Autoren: Santos, C. C., Ferreira, F. A., Soares, S., Fernandes, R. J., Vilas-Boas, J. P. & Costa, M. J. (2024).
Erschienen in: International Journal of Sports Physiology and Performance
Inhalt der Studie
Vergleich des kinematischen Profils von zwei Unterwasser-Brustschwimmtechniken.
Methoden
Sechzehn Schwimmer (9 Männer, 20,67 [2,71] Jahre alt; 7 Frauen, 18,86 [0,83] Jahre alt) führten 3 × 25-m-Brustschwimmen mit zwei Brustschwimmtechniken durch:
a) Fly-Kick zuerst und
b) kombiniert (Anm.: Integration des Delfin-Kicks in die Tauchzugbewegung)
Ein Geschwindigkeitsmesser wurde verwendet, um die Spitzen- und Durchschnittsgeschwindigkeit während der Gleit-, Antriebs- und Erholungsphase beider Techniken sowie für die gesamte Unterwassersequenz zu ermitteln. Die Unterwasserstrecke wurde aus Videomaterial ermittelt und für jede der beiden Techniken berücksichtigt.
Der Bewegungsbereich des Knies während des Fly-Kicks wurde ebenfalls ermittelt und die Zeit bis zum Absolvieren der 25 m wurde als Leistungsergebnis betrachtet, zusammen mit der Durchschnittsgeschwindigkeit, der Zugfrequenz, der Zuglänge und dem Zyklusindex.
Ergebnisse
Geschwindigkeits-Zeitreihen zeigten unterschiedliche Profile zwischen den beiden Techniken (P = 0,05), hauptsächlich in der Gleit- und Antriebsphase für Männer bzw. Frauen.
Es zeigte sich, dass die mittlere Geschwindigkeit von 25 m bei Frauen größer war, wenn die Fly-Kick-First-Technik verwendet wurde (P = 0,05, d = 0,36). Bei dieser Technik wurden in beiden Kohorten auch größere Werte für die Gesamtstrecke Unterwasser und den Bewegungsbereich der Knie beobachtet.
Schlussfolgerungen
Schwimmerinnen zeigten eine höhere Leistung, wenn sie zunächst die Fly-Kick-Technik anwendeten. Unterschiedliche kinematische Profile entstehen, wenn Schwimmer unterschiedliche Unterwasser-Techniken anwenden, bei denen der Fly-Kick zunächst einen höheren kinematischen Standard erreichen kann.