Videoanalyse: Warum es nicht ohne die Bilder geht!

Das effektivste Hilfsmittel der Welt: die Videoaufnahme

Ohne Bilder kann es keine Technikoptimierung geben

Sie kennen sie alle: Schwimmbrett, Pullbuoy, Kurzflossen und Schwimmerschnorchel. Doch wussten Sie, dass die Videoaufnahme das effektivste Hilfsmittel der Schwimmwelt ist?

Schwimmen ist ein Sport, der stark von Fleiß und Disziplin geprägt ist. Ab einem gewissen Punkt, den man durchaus mit dem viel beschriebenen Talent erreichen kann, zählt vor allem eine persönliche Eigenschaft: der Wille für das regelmäßige Training und das Verschieben der eigenen Grenzen.

Für alle Leistungsklassen

Auf diesem Wege, ganz gleich ob als Leistungsschwimmer, Hobbyschwimmer oder Triathlet, begegnen einem viele Theorien und Meinungen. Eines ist den meisten Ansätzen gemein, sie alle setzen auf Hilfsmittel. Und das aus gutem Grunde. Schließlich dient ein Trainingsmittel wie das Schwimmbrett mehreren Einsatzzwecken. Auf der einen Seite kann man durch die punktuelle Belastung sehr gute Trainingsreize setzen. Auf der anderen Seite dient das Hilfsmittel, wie es der Name verrät, aber auch als Hilfestellung zur Verfeinerung der Teilbewegung.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich aus den Basis-Trainingsmitteln eine ganze Industrie entwickelt und die Vielfalt an Produkten und Einsatzmöglichkeiten ist deutlich variabler geworden. Das Training ist damit interessanter und zugleich effektiver geworden. Doch bei aller Freude über diese Entwicklung gerät das effektivste Hilfsmittel gerne mal in Vergessenheit. So gibt es nur ein Hilfsmittel, welches dem Schwimmer erlaubt, ein detailgetreues Abbild dessen zu gewinnen, was er im Wasser tut: die Videoaufnahme.

Ein ständiger Prozess

Das Schwimmen hat auf allen Leistungsebenen nämlich eine Eigenschaft, die es so lebhaft wie kompliziert macht. Schwimmtechnik ist ein ständiger Prozess. Weder ein Olympiasieger noch ein Hobbyschwimmer werden in ihrem Leben an einen Punkt kommen, wo man behaupten könnte: dieser status-quo ist in Stein gemeißelt. Viel zu viele variable Faktoren bestimmen die schwimmerische Leistung. Nicht nur mittel- und langfristig, sondern fast täglich, ist die Leistung und die realisierbare Technik diesen Variablen unterworfen.

Aus diesem Grunde ist die regelmäßige Synchronisierung der realen Technik und des subjektiven Gefühls, der Kinästhetik, ein absolutes Muss auf dem Wege der persönlichen Weiterentwicklung. So kann die Vorstellung vom realen Abbild dessen, was man glaubt zu tun, mitunter recht stark abweichen. Allein die Tatsache, dass man sich in einem quasi-schwerelosen Bereich befindet und in diesem ungewohnten Umfeld sogar noch nach der Präzision in der technischen Ausführung unter Leistungsaspekten und einer maximalen individuellen Geschwindigkeit trachtet, verdeutlicht die komplexe Situation des Schwimmers.

Kommunikationsproblem droht

Doch auch der Trainer und besonders der kommerzielle Seminar- und Camp-Anbieter sind hier gefragt. Schließlich muss er sicherstellen, dass das was er sagt auch tatsächlich so ankommt, wie geplant. Nur so können didaktische Zielsetzungen effizient umgesetzt werden. Oder anders formuliert: sieht der Trainer etwas anderes als es der Sportler fühlt, gibt es ein schwerwiegendes Kommunikationsproblem! Dann wird die Botschaft zwar korrekt versendet, landet aber in einem anderen Kontext und wird damit anders interpretiert. Der Trainingsprozess gerät ins Stocken.

Was tun? Die Videoanalyse ist folgerichtig das wichtigste Trainingstool der Schwimmwelt und ein absolutes „muss“. Wichtiger als jede Leistungsdiagnostik und jeder Test an Land oder im Wasser, stellt die Videoanalyse schließlich auch sicher, dass Schwimmer und Trainer über dasselbe sprechen. Glücklicherweise sind die Investitionen in wertige und wasserdichte Kameras längst nicht mehr so hoch wie sie einmal waren und stellen damit auch keine finanzielle Hürde mehr dar.

Stellen Sie als Sportler und als Trainer sicher, im Idealfall alle vier Wochen einen visuellen Abgleich zu machen. Am besten in einer Kombination aus Überwasser- und Unterwasseraufnahmen, um die antriebsrelevanten Momente zu erfassen. So kann der Sportler die gedankliche Vorstellung seiner Bewegung objektivieren und den Weg für Technikveränderungen ebnen. Gönnen Sie sich den zeitlichen und den materiellen Mehraufwand. Zu wissen, was man tut, ist ein sehr wertvoller return-on-investement.

Von Holger Lüning

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