Studie Openwater: Kohlenhydratzufuhr wichtiger als Flüssigkeitsaufnahme

10-Kilometer-Distanz und die optimale Energiezufuhr

Benötigt der Sportler eher Flüssigkeit oder Kohlenhydrate?

Das 10-km-Schwimmen im offenen Gewässer ist der längste Schwimmwettkampf bei den Olympischen Spielen und somit die Königsdisziplin des Ausdauerschwimmens. Die Belastungszeiten liegen je nach Strecke und Gegebenheiten im Bereich von zwei Stunden und sind damit ungefähr mit einem Marathonlauf im Spitzenbereich vergleichbar. Das heißt: sind sie das tatsächlich? Schließlich ist die Beanspruchung an Land doch etwas anders und die eingesetzte Muskulatur deutlich größer.

Eine Übersicht der Energiesysteme aller Beckendistanzen von 50 bis 1.500 Meter haben wir in einem Artikel zusammengefasst. Hier geht es zur Übersicht > KLICK

Interessant ist deshalb die Frage nach der optimalen Ernährungsstrategie. Denn einig ist man sich in der Frage, OB es zu einer Supplementierung in beiden Bewerben kommen muss. Die Frage nach dem “Wie” sollte eine Studie für den Schwimmbereich klären. Wir fassen das Ergebnis zusammen.

Titel der Studie:

Is it necessary to ingest carbohydrates and fluids during 10 km open water swimming in top-level competitions?

Autoren: Olcina, G., Timón, R. & González-Pérez, I.

Erschienen: International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 30 (S1), 2-3. 2020

Zweck der Studie:

Das 10km-Open-Water-Schwimmen (OWS) ist eine olympische Disziplin. Normalerweise basieren Wettkämpfe auf 4 oder 5 Runden, in denen die Schwimmer die Möglichkeit haben, in einer gekennzeichneten Zone kurz anzuhalten, um Nahrung oder Flüssigkeit aufzunehmen oder ggf. einfach weiter zu schwimmen. Die getroffene Wahl kann einige taktische oder physiologische Auswirkungen haben.

Ziel der Studie:

Das Ziel dieser Studie war es, die physiologischen Konsequenzen eines vorprogrammierten Rennernährungsplans bei Top-Open-Water-Schwimmern zu bewerten, um zu ergründen, ob er übersprungen werden kann oder ob er notwendig sein sollte.

Methode und Untersuchung:

In drei verschiedenen Wettbewerben (LEN Open-Water Cup, FINA-Marathon-Weltmeisterschaft und FINA-Weltmeisterschaft) wurden 22 Schwimmer der spanischen Nationalmannschaft rekrutiert (13 Männer und 9 Frauen). Der Blutzucker (mg / dl) und das Körpergewicht (kg) vor und nach dem Rennen wurden gemessen.

Die Aufnahme von Kohlenhydraten (CHO) und Flüssigkeit während des Rennens wurde aufgezeichnet und die Schweißrate (l / h) berechnet. Das Blutlaktat (mmol / l) wurde 5 Minuten nach Beendigung des Ereignisses bestimmt. Während einer durchschnittlichen Dauer von 2 Stunden bei Schwimmwettkämpfen mit einer Wassertemperatur von 23 ± 3 ° C nahmen die Schwimmer ca. 15 Minuten vor dem Start 500 ml Flüssigkeit + 30 g CHO und während des Rennens 500-750 ml Flüssigkeit + 90 g CHO zu sich.

Die Schweißrate betrug 1,09 ± 0,46 l / h, das Körpergewicht nahm nach der Konkurrenz ab (PRE 71,55 ± 7,54 gegenüber POST 70,90 ± 7,61, p <0,001), das Endlaktat betrug 4,1 ± 1,9 mmol / l und der Blutzucker (mg / dl) stieg ab PRE 100 ± 11 bis POST 120 ± 27, p <0,002. Das Laktat korrelierte mit der POST-Glukose (r = 0,629, p <0,001) sowie die Position in der Gesamtklassifikation korrelierte mit der POST-Glukose (r = 0,640, p <0,001). Bei der Weltmeisterschaft wurden jedoch stärkere Korrelationen zwischen der Gesamtklassifikation und der Endglukose (r = 0,958, p <0,05) sowie zwischen der POST-Glukose und dem Endlactat (r = 0,955, p <0,05) gefunden.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Autoren:

Diese Daten legen nahe, dass der Flüssigkeitsersatz bei OWS-10-km-Rennen aufgrund der Bedeutung des CHO-Metabolismus nicht so wichtig ist wie die Aufnahme von CHO. Mit diesen Informationen können Trainer und Schwimmer unterschiedliche Ernährungspläne für Rennen entwickeln, die die Aufnahme von CHO garantieren und die taktischen Maßnahmen während des Wettbewerbs nicht beeinträchtigen.

Und hier ein Tipp zum Openwater-Training