Schneller Schwimmen #38: Höhere Beweglichkeit = Verbesserung der Wasserlage

Das Maß an Beweglichkeit bestimmt die Güte der Wasserlage

Weniger Wasserwiderstände dank Beweglichkeit

Jeder Körper, der sich nach vorne bewegen möchte, hat es mit einem Einfluss zu tun, welcher das Tempo tendenziell reduziert. Sei es auf dem Rad sitzen gegen den Wind anzukämpfen oder beim Schwimmen gegen den mächtigen Wasserwiderstand zu arbeiten. Der Widerstand wird dann nochmals erhöht, wenn sich der Körper unruhig verhält. Aus gutem Grunde wird der Aerodynamik beim Radfahren eine solch überragende Bedeutung beigemessen. Diese Optimierung ist – mit Ausnahme des Fahrens am Berg – sogar noch wichtiger als die Gewichtsoptimierung.

Nicht lange warten, gleich hinein in das Video zum Tipp #38?

Im Video zeigen wir die Zusammenhänge auf und erläutern den wichtigen Einfluss der Beweglichkeit auf die Qualität der Wasserlage. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet der Clip. Viel Spaß!

Für das Schwimmen bedeutet dies, dass eine ruhige Wasserlage pauschal gesprochen, immer besser (sprich strömungsgünstiger) ist als eine sich ständig ändernde Position. Eine aktive Rotation würde also den Widerstand erhöhen. Da die Bewegung der Armhebel jedoch immer zu Unruhe führt, ist insbesondere dieser Bewegungsanteil anfällig für übermäßige Körperbewegungen. Schließlich ist die wuchtige Bewegung der Arme Über- wie auch Unterwasserwasser immer mit einer Gegenbewegung des Rumpfes verbunden.

Ruhe bringt Tempo

Folgerichtig liegt der Körper ruhiger im Wasser, der weniger Dreh- und Rollbewegungen erzeugt. Strebt man nun das Optimum aus der Charakteristik der Schwimmbewegung beim Kraulschwimmen an, so ist derjenige im Vorteil, der über eine höhere Beweglichkeit verfügt. Genau dann nämlich bewegen sich Arme deutlich “unabhängiger” vom Rumpf als wenn Gelenkkapseln nur eine geringe Schwingungsmöglichkeit erlauben oder die das Schultergelenk umgebende Muskulatur verkürzt ist.

Das Beweglichkeitstraining ist deshalb nicht nur wichtig für die Range of Motion (siehe dazu Tipp #37 > KLICK), sondern auch für die Beruhigung der Wasserlage. Versuchen Sie die Armbewegung mit möglichst wenig Auswirkung auf die Rumpflage auszuführen.

Tipp: Absolvieren Sie Übungen zur lockeren und isolierten Armbewegung mit dem Schwimmerschnorchel. Zum Beispiel: 8×50 Meter Kraulschwimmen mit sehr ruhigem Rumpf und isolierte Armbewegung. Versuchen Sie das Tempo sukzessive zu erhöhen und die Effekte zu spüren.

Generell sollte das Ziel dieser Übung im Wasser, wie auch derer an Land, sein, die Armbewegung so entspannt wie möglich durchführen zu können. Die Übung des Armkreisens ist dafür eine sehr wichtige Basisübung. Sie gibt Aufschluss darüber, ob Sie in der Lage sind, die Arme schwungvoll zu bewegen ohne dass der Rumpf unnötig in Bewegung gerät. Eine Übung, die vielleicht nicht spektakulär wirkt aber einen enormen Einfluss auf die Qualität der Armbewegung und der Wasserlage zugleich hat.

Im kommenden Tipp 39 bringen wir 5 Basis-Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit.

Der schwungvolle Trainingstipp: Das 4:30-Min-Schwunggymnastik-Programm

Und weil das wichtig ist, zeigen wir hier nochmals unser Video zur Schwunggymnastik. Ein tolles Warm-Up und spezifisches Training zugleich. Variieren Sie die Elemente dieses kurzen Workouts zu einer eigenen Routine, die Sie mindestens vor jedem Wassertraining und jedem Wettkampf durchführen sollten. Viel Spaß und Erfolg!