Wissenschaft

Studie: Langstreckler sollten besser auf die Kickphase verzichten!

Je länger die Strecke umso kürzer die Unterwasserphase

Erschöpfung durch Kickphase vermeiden

Zwar dürfte klar sein, dass die Unterwasserphase auf längeren Strecken keinen großen Gewinn darstellt und somit im Vergleich zur Sprint- und Kurzstrecke eine geringere Bedeutung hat. Dennoch ist es interessant, sich die Datenlage zu diesem Thema einmal genauer anzusehen.

Dazu haben wir eine Studie gefunden, die wir hier zusammenfassen.

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Titel der Studie

Higher blood lactate with prolongation of underwater section in submaximal front-crawl swimming

(Höheres Blutlaktat mit Verlängerung der Unterwasserstrecke beim submaximalen Kraulschwimmen).

Autoren: Venckunas, T. & Achramavicius, J. (2024). 

Erschienen in: Sports, 12 (5), 121.

Inhalt der Studie

Die Unterwasserphase (UP) ist bei den meisten Schwimmwettbewerben für die gesamte Schwimmleistung von großer Bedeutung.

Die metabolischen Auswirkungen der verlängerten UP bleiben jedoch unklar.

Zweck der Studie

Der Zweck dieser Querschnittsstudie bestand darin, die Blutlaktatreaktion auf submaximales Kraulschwimmen mit kurzem und ausgedehntem UP zu vergleichen.

Methode

Zwölf (vier weibliche) Junior-Wettkampfschwimmer (im Alter von 15,4 (1,4) Jahren) absolvierten zweimal einen 200-m-Kraul-Schwimmtest in einem 25-m-Becken mit einer vorab festgelegten „anaeroben Schwellengeschwindigkeit“ mit kurzen Unterwasserphasen (<5 m) und nach jeder Wende verlängerten Unterwasserphase (bis zu 12,5 m).

Es wurde sichergestellt, dass Tempo und Gesamtzeit zwischen den Versuchen identisch waren. Die Laktatreaktion im Kapillarblut wurde gemessen. Der Test für 25 m Schwimmzeit mit <5 m und 12,5 m UP wurde bei einer anderen Gelegenheit durchgeführt.

Ergebnisse

Wenn Sportler nach jedem Abstoß von der Wand ein UP durchführten und verlängerten, erreichte ihre Laktatkonzentration im Blut nach dem Training 7,9 (2,1) mmol/l, mehr als doppelt so hoch wie die Reaktion auf den Versuch mit kurzem UP (p < 0,001).

Insgesamt 25 m Schwimmen mit <5 m oder 12,5 m UP ergaben keinen Unterschied in der Bewegungsgeschwindigkeit (p > 0,05).

Fazit der Autoren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ausweitung der Unterwasserphase beim submaximalen Kraulschwimmens nahe an das maximal zulässige Niveau (15m), die Laktatakkumulation im Blut erheblich erhöht, d. h. die Abhängigkeit vom anaeroben Stoffwechsel erhöht.

Daher ist eine verlängerte UP höchstwahrscheinlich kontraproduktiv für die Leistung im Langstreckenschwimmen, zumindest für die Athleten mit einem FINA-Score von <800. Andererseits könnte die Ausweitung von UP eine wirksame Strategie sein, um „Laktattoleranz“, Laktattransport, -entfernung und -recycling zu trainieren.

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