Wissenschaft

Studie: Sprintschwimmen – notwendige Faktoren

Was braucht man, um schnell zu schwimmen?

Schlüsselfaktoren der Sprintleistung im Wasser

Wie schwimme ich endlich schneller?“ Diese Frage hat sich jeder schon einmal gestellt. Stimmt´s, lieber Leser, liebe Leserin?

Diese Frage taucht sogar viel häufiger auf als man zunächst denkt. Manche Sportler und Sportlerinnen stellen sich diese Frage mehrfach in jedem Training. Diese stete Unsicherheit basiert nicht selten auf einer unsauberen Analyse der eigenen Möglichkeiten. So verfehlt man schnell die optimale Verbindung der festzulegenden Methodik, um diesem Ziel näher zu kommen.

Die Aufgabe ist nämlich komplex und anspruchsvoll. Sprintschwimmen ist mehr als nur „voll zu schwimmen“. In den Ablauf eines 50- oder 100-Meter-Rennens gehören viele Abschnitte (von der Reaktionsschnelligkeit beim Start, über den Absprung, das Eintauchen, Breakout-Phase usw.), die separiert trainiert werden können, später aber wieder zu einem ganzen Teil zusammengesetzt werden müssen.

Das Lastenheft eines Sprinters beginnt schon weit vor dem eigentlich Sprung vom Startblock. Nämlich beim Training an Land, das Leistungsentwicklungen ermöglicht, die im Wasser nicht zu realisieren sind. So nimmt das Landtraining zum Teil 50% und mehr der Gesamttrainingszeit eines Sprinters ein. Das Unterfangen ist demzufolge deutlich komplexer als man zunächst denken mag.

Welche Fähigkeiten zu entwickeln sind, um das individuelle Höchsttempo im Wasser zu ermöglichen, ist somit weitaus diffiziler und spezifischer als es in der Betrachtung von außen erscheinen mag. Die Balance zwischen maximalem Tempo, muskulärer Lockerheit und notwendiger Explosivität zu halten, ist folgerichtig ein Schwerpunkt im Training, der immer wieder geübt sein soll.

Denn: wer verkrampft verliert. Blicken wir in einige Links zum Thema:

Artikel: Der Weg zum Sprinter – Teil 1 > KLICK und Teil 2 > KLICK

Studie: Der Olympiasieger – wie man 21 Sekunden über 50 Meter schwimmt > KLICK

Artikel: Cam McEvoys Training – der schnellste Sprinter der Welt im Jahr 2023 > KLICK 

Trainingsplan 53 „Der Super-Sprint-Plan des Olympiasieges“ > KLICK

Schnellkrafttraining: Übersicht von Methoden und Effekten > KLICK

Und nun in eine Zusammenfassung einer umfangreichen Studie. Viel Spaß!

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Titel der Studie

Factors relating to sprint swimming performance: a systematic review

(Faktoren, die mit der Leistung im Sprintschwimmen zusammenhängen: eine systematische Übersicht)

Autoren: Ruiz-Navarro, J. J., Santos, C. C., Born, D.-P., López-Belmonte, Ó., Cuenca-Fernández, F., Sanders, R. H. & Arellano, R. (2025). 

Erschienen in: Sports Medicine

Inhalt der Studie

Hintergrund:

Die Schwimmleistung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab; das Zusammenspiel dieser Faktoren und ihre Bedeutung variieren jedoch je nach Disziplin.

Bei Sprintwettbewerben unterstreicht das charakteristische Tempo die spezifische Entwicklung, da die Schwimmer die höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen und diese gleichzeitig so lange wie möglich halten müssen.

Ziele:

Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, die Schlüsselfaktoren der Sprintschwimmleistung zu identifizieren und detaillierte, praxisnahe, evidenzbasierte Informationen zur Leistungsoptimierung bereitzustellen.

Methoden:

Die Datenbanken PubMed, Web of Science und Scopus wurden bis zum 31. Oktober 2023 durchsucht. Studien mit Wettkampfschwimmern, die die Sprintschwimmleistung untersuchten, wurden eingeschlossen.

Studien mit jungen oder Masters-Schwimmern, Triathleten oder Wasserballspielern sowie Studien ohne Sprintschwimmleistung wurden ausgeschlossen.

Ergebnisse:

Nach Anwendung des PICOS-Frameworks wurden 39 der ursprünglich 1330 identifizierten Artikel gemäß den PRISMA-Richtlinien aufgenommen. Die erfassten Daten konzentrierten sich hauptsächlich auf die Kraft der oberen und unteren Gliedmaßen an Land und im Wasser. Darüber hinaus wurden zahlreiche kinematische Variablen sowie die Bedeutung anthropometrischer und verschiedener physiologischer Parameter untersucht.

Schlussfolgerung:

Diese Studie unterstreicht die Bedeutung des Muskelkraftaufbaus und dessen effektiver Übertragung auf die Leistung im Wasser.

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Muskelaufbau auf die Steigerung von Geschwindigkeit und effektiver Bewegung ausgerichtet sein sollte, anstatt nur Kraft und Leistung in Belastungstests zu steigern. Weitere Forschung ist jedoch erforderlich, um dies zu bestätigen.

Während die Kräfte im Wasser gut untersucht sind, mangelt es deutlich an Analysen zum Widerstand. Das optimale Gleichgewicht zwischen Zugfrequenz und Zuglänge sollte individuell ermittelt werden, wobei der Schwerpunkt auf der Erzielung einer hohen Zuglänge bei hoher Zugfrequenz liegt.

Obwohl die Anthropometrie eine wichtige Rolle für die Leistung spielen kann, scheint das Zusammenspiel dieser Merkmale komplex zu sein, was darauf hindeutet, dass andere Faktoren für die Leistungsergebnisse wichtiger sein könnten. Aus physiologischer Sicht deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der Laktatpeak und die Laktatakkumulationsrate gründlich entwickelt werden sollten.

Ungeachtet dessen zeigt diese Studie, dass es an fundiertem Wissen über die Bedeutung anaerober und insbesondere aerober Faktoren mangelt. Schließlich erschwert das Fehlen einer Liste potenzieller Störfaktoren sowie der Mangel an qualitativ hochwertigen Studien mit Eliteschwimmern (Level 1 und 2) die Interpretation der Ergebnisse.

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