Studie: Das optimale Krafttraining für Schwimmer

Welche Wiederholungszahl verspricht bessere Anpassungen?

2 Methoden im Vergleich

Was darf´s denn sein? In Bezug auf das Krafttraining für Schwimmer gibt es immer wieder neue Tendenzen und Meinungen. Am erfolgreichsten hat sich die Maximalkraft-Methode gezeigt, die in viele Schwimmsport-Nationen das vorherrschende Trainingsmittel im Kraftbereich ist. Hinzu addieren sich Übungen aus dem plyometrischen Bereich, um die Effektivität von Starts und Wenden zu verbessern. Das Trockentraining rundet sich durch das allgemein-athletische Training, vor allem der Rumpfmuskulatur, ab.

Hier ein zusätzlicher Artikel zum Thema “Einführung in das Krafttraining für Schwimmer” > KLICK

Wir haben eine Studie aus dem Jahr 2016, die sich mit der Thematik des optimalen Krafttrainings beschäftigt und diese zusammengefasst.

Titel der Studie:

Auswirkungen von zwei verschiedenen Krafttrainingsprogrammen auf die Schwimmleistung und die Muskelenzymaktivitäten sowie den Fasertyp

Autoren: Belfry, Noble, Taylor

Erschienen: 01 Feb 2016, 30(2):305-310

Inhalt der Studie

Die Auswirkungen von 2 verschiedenen Krafttrainingsprogrammen mit Bankdrücken (BP) und Pullover (PO) auf Schwimmleistung, Kraft, Enzymaktivität und Fasertypverteilung wurden an 16 Männern (Alter = 23 ± 4 Jahre) untersucht.

Untersuchung, Methode und Ergebnisse

Eine 30-Sekunden-Gruppe (n = 6) führte in 30 Sekunden bis zu 20 Wiederholungen von BP und PO durch.

Die 2-Minuten-Gruppe (n = 6) führte in 2 Minuten maximal 80 Wiederholungen von BP und PO durch.

Als die Teilnehmer die vorgeschriebenen 20 oder 80 Wiederholungen erreichten, wurde das Gewicht um 4,5 kg erhöht.

Eine dritte Gruppe (n = 4) diente als Nicht-Trainingskontrolle.

Die Übungsgruppen trainierten 6 Wochen lang dreimal pro Woche. Vor und nach dem Training wurden maximale Testschwimmen von 50 und 200 yd durchgeführt. Das Training führte zu einer Zunahme der Lasten bei beiden Übungen in beiden Gruppen vor und nach dem Training (BP 30 Sekunden, 722 ± 236-895 ± 250 kg; PO 30 Sekunden, 586 ± 252-1.090 ± 677 kg und BP 2 Minuten). 1,530 ± 414-1,940 ± 296; PO 2 Minuten, 1,212 ± 406-2,348 ± 194, p ≤ 0,05).

Die Schwimmleistungen der 30-Sekunden-Gruppe verbesserten sich sowohl für 50-yd (32,0 ± 6,9 Sekunden, 30,0 ± 5,9 Sekunden, p ≤ 0,05) als auch für 200-yd-Schwimmen 200,0 ± 54 Sekunden, 182 ± 45,1 Sekunden (p ≤ 0,05).

Während 2-minütiges Training nur das 200-yd-Schwimmen verbesserte (198,3 ± 32,3 Sekunden, 186,2 ± 32,2 Sekunden). Für die Kontrollgruppe wurden keine Veränderungen der Schwimmleistung beobachtet.

Die Aktivitäten der Trizepsmuskelsuccinat-Dehydrogenase nahmen nur im 30-Sekunden-Training zu, wohingegen sich die Phosphofructokinase-Aktivitäten und die Verteilung des Fasertyps in keiner der Trainingsgruppen änderten.

Fazit der Autoren

Diese Studie hat gezeigt, dass ein 30-Sekunden-Krafttrainingsprogramm mit 20 Wiederholungen, das für die Schwimmmuskulatur ohne gleichzeitiges Schwimmtraining spezifisch ist, die Schwimmleistung sowohl bei Streckenlängen von 50 als auch 200 yd verbessert.

Unsere Anmerkung

Bei der Interpretation der Ergebnisse soll nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich um Trainingsmethoden handelt, die sich dem Bereich der Kraftausdauer annähern oder sich sogar schon in diesem Bereich befinden. Es wird nicht die Frage geklärt, ob diese Trainingsmethoden z.B. der Maximalkraft-Methode überlegen sind. Somit handelt es sich lediglich um eine vergleichende Untersuchung und weniger um eine Aussage hinsichtlich der optimalen Methode.