USRPT & Technologien in der Schwimm-Praxis

Was gibt´s Neues und was hat sich bewährt?

USRPT – Ultra-Short-Race-Pace-Training

Weltklasseschwimmer machen vor, was der Physiologe Dr. Brent Rushall im Jahre 2014 als neue und sehr effektive Trainingsmethode vorstellte. Denn hinter seiner Idee stecken geringe Trainingsumfänge bei sehr hohen Intensitäten und viel versprechende Leistungssteigerungen.

Das klingt verlockend für viele Sportler. Trainiere wenig aber dafür hart und häufig im Bereich deiner Wettkampfgeschwindigkeit. Das ist kurz gefasst die Aussage des ehemaligen Professors für Physiologie an der San Diego State University. Der Grundgedanke war, möglichst viele Wiederholungen auf einem möglichst hohen Temponiveau zu absolvieren, um das Tempo wie auch die Ermüdungsresistenz ganz punktuell und sehr nahe und spezifisch für die angestrebte Wettkampfstrecke zu entwickeln.

Dabei werden vor allem sehr kurze Strecken in hoher Wiederholungszahl absolviert. Typischerweise konzentriert sich das Training auf das Absolvieren von 25m- und 50m-Intervallserien, eher selten auch 75m- und 100m-Intervalle. Der Anspruch ist es, jeweils das Wettkampftempo (dazu wird der Durchschnitt des Tempos bzw. der Teilstrecken ermittelt) zu erreichen und dadurch, bei kurzen Pausen von maximal 20 Sekunden, die spezifischen Fähigkeiten für die Wettkampfstrecke zu entwickeln.

US-Spitzenschwimmer Michael Andrew schwört auf diese Trainingsmethode und gewann als 17-jähriger bereits seinen ersten Titel über die 100-Meter-Lagenstrecke bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften.

Dabei werden vor allem sehr kurze Strecken in hoher Wiederholungszahl absolviert. Typischerweise konzentriert sich das Training auf das Absolvieren von 25m- und 50m-Intervallserien, eher selten auch 75m- und 100m-Intervalle. Der Anspruch ist es, jeweils das Wettkampftempo (dazu wird der Durchschnitt des Tempos bzw. der Teilstrecken ermittelt) zu erreichen und dadurch, bei kurzen Pausen von maximal 20 Sekunden, die spezifischen Fähigkeiten für die Wettkampfstrecke zu entwickeln.

Beispiel Bestzeit 1.10 Minuten über 100m

Entspricht 50m-Intervallen von 35 Sekunden

Entspricht 25m-Intervallen von 17.5 Sekunden

Wird das Tempo bei einem Intervall nicht mehr gehalten, so pausiert der Sportler z.B. in der Länge eines 25m-Intervalls, um danach wieder einzusteigen und auf das angestrebte Tempo gelangen. Verfehlt der Schwimmer dreimal das im Vorfeld definierte Tempo, wird die Intervallserie für beendet erklärt und abgebrochen. Die Anzahl der Wiederholungen überschreitet in der Addition der Streckenlänge die Wettkampfstrecke um ein Vielfaches. So sind Serien wie 20x25m mit 10 bis 20 Sekunden Pause eine der Standard-Sets.

Chancen und Möglichkeiten:

Tatsächlich könnte dieser Ansatz als eine Bereicherung des bisherigen Trainings durchaus für interessante Trainingseinheiten sorgen. Schon allein deshalb, weil es die Routine bisheriger Trainingsansätze aufbricht. Der Fokus richtet sich dabei vor allem an die Fähigkeit, ein Rennen in der zweiten Hälfte „stehen“, also der Ermüdung adäquat entgegen wirken zu können. Dabei spielt es sogar eine untergeordnete Rolle, ob es sich um einen 100m- oder 400m-Meter-Schwimmer handelt. Es ist sogar zu vermuten, dass Mittel- und Langstreckler vergleichbare Serien als Wettkampfsimulation oder Racepace-Test in regelmäßiger Abfolge erfolgreich in das Training integrieren könnten.

Weniger zu erwarten ist die Verbesserung der Grundschnelligkeit, weil für ein gezieltes Schnelligkeitstraining die Pausen deutlich verlängert werden müssten. Besonders jedoch für kurze Trainingseinheiten, die auch mal unter Zeitdruck durchgeführt werden, kann das USRPT eine gelungene Alternative sein, um in kurzer Zeit sehr gezielt trainieren zu können. Wie immer gilt die einfache Regel: ausprobieren und individuell bewerten.

Kommunikation & Technologie im Schwimmsport

Technologische Fortschritte wie die sogenannte Plastikanzug-Ära haben den Schwimmsport nur sehr kurz durcheinander gewirbelt. Das Wasser hat sich wieder beruhigt und die Materialdiskussion war so schnell beendet wie sie zuvor aufkam. Dennoch hält der Fortschritt auch im Schwimmsport ein. Auch wenn viele Dinge hinsichtlich der Datenerfassung deutlich problematischer sind als in Sportarten, die an Land stattfinden.

Allein die Übertragung von Sensoren wie Herzfrequenzgurt zum Empfänger, also der Uhr am Handgelenk, sind schon nicht unproblematisch. So tun sich die Hersteller nach wie vor schwer, diese Hürde zu überwinden, so dass der Sportler ein Instrument für sich nutzen kann, welches ihm umgehend Informationen zur Schwimmtechnik, Bewegungsfrequenz, dem Tempo oder der Intensität übermittelt.

Hier wird zukünftig sicherlich ein völlig neuer Aspekt für Trainer und Athleten entstehen. Auf der to-do-Liste ganz oben steht dabei die kommunikative Verbindung zwischen Land und Wasser, sprich dass der Trainer dem Sportler während des Schwimmens Kommandos und Informationen durchgeben kann. Bislang scheint die Technologie für den Leistungssport und die Übertragungsqualität noch nicht ausgereift zu sein. Zumindest konnte sich noch kein Hersteller in diesem Segment wirklich erfolgreich positionieren. So wird diese Kommunikation derzeit ausschließlich in den Pausen am Beckenrand realisiert – eigentlich genau den kurzen Moment zu spät, um in die Aktion gezielt eingreifen zu können. Das ist, als ob die Hilfestellung beim Turnen erst nach der Übungsausführung käme. Eine große Chance also für die Hersteller!

Bis dahin heißt es dann doch: vertraue deinem Gefühl! Oder: nutze die Möglichkeiten, die dir im Moment zur Verfügung stehen. Klingt ein wenig wie „back to the roots“, soll es aber natürlich nicht sein. Denn eine Technologie steht nach wie vor über allen Neuentwicklungen – und das ist die Technik der Kommunikation. Noch immer ist das Verhältnis von Trainern und Lehrern zum Athleten die entscheidende Schnittstelle. Hier gilt es für beide Seiten, innovativ und lernwillig zu sein. Sei es über die Art und Weise – der Didaktik – der Wissensvermittlung durch den Trainer oder die Art und Weise der Verarbeitung durch den Athleten, z.B. mithilfe von mentalem Training. Technologie und Trends sind also – irgendwie auch zum Glück – nicht alles im Sport!