EQUIPMENT: So findet man die passende Schwimmbrille

Der 5-Punkte-Check zur passenden Schwimmbrille

Die zentrale Nachricht vorweg: nein, es gibt sie nicht, die perfekte Schwimmbrille für alle. Deshalb begeben wir uns auf die Suche nach der optimalen Schwimmbrille für Sie. Ein paar Tipps von DOC SWIM, die Ihnen beim nächsten Mal helfen könnten.

Haben Sie auch eine Schublade voller Schwimmbrillen? Da können wir Sie beruhigen. Das geht vielen erfahrenen Schwimmern nicht besser. Schließlich möchte man auch mal etwas Neues im Training ausprobieren. Wie kann man diesen Zustand nun erfolgreich abstellen und die Brille seines Lebens finden?

“Never change a running system”

Nach diesem Motto sollte man durchaus verfahren, wenn man einmal DIE Schwimmbrille für sich gefunden hat. Doch das ist leichter gesagt als getan. Schließlich gibt es ja keine Testschwimmen mit mehreren Dutzend Chlorbrillen, die man ausgiebig testen könnte. So bleibt der Versuch, irgendwo an der Ladentheke das individuell optimale Modell zu erstehen. Denn keine Brille ist wie die andere und keine Augenhöhlenform ist wie die andere.

Hinzu kommen unterschiedliche Auffassungen von Bequemlichkeit und Komfort. Möchte der eine Schwimmer einfach nur eine dichte Brille auf seinem Schädel platzieren, geht es dem anderen auch darum, sich “wohl zu fühlen”. Auch der Wunsch nach der Größe des Sichtfelds kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Wie kommt man nun im Dschungel der Brillenformen klar?

Meistens wird Ihnen im Ladengeschäft empfohlen, die Brille und das Brillenband um den Kopf zu legen, auf die Augen zu pressen. Ergibt sich eine Art Vakuum, gilt die Brille als geeignet. Natürlich, sollte man meinen. Doch weit gefehlt. Das ist längst nicht alle. Viel entscheidender ist ein ganz anderes Kriterium. Und nun kommt Ihre Nase ins Spiel!

Erfahrungsgemäß verändert sich nämlich der Abstand zwischen den Brillengläsern genau dann, wenn man das Brillenband am Kopf unter Spannung bringt. Was im Trockenen im Ladengeschäft noch ein Vakuum ergab, führt in diesem Moment ganz schnell zu einer Undichtigkeit. Und man fragt sich: wie kann das passieren?

Breite oder schmale Nase?

 Mit dem Auseinanderziehen der Brillengläser verändert sich der Abstand und plötzlich ist das Mittelteil eben nicht mehr in dem Abstand wie bei der Anprobe. Deshalb gilt: ziehen Sie die Brille beim Anprobieren auch immer seitlich nach hinten, um das enge Anlegen der Brille zu simulieren. Rutschen die Brillengläsern seitlich von Ihrem Nasenflügel, wird sie mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit im Wasser undicht sein (und die Sammlung in der Schublade um ein weiteres Modell erweitert). Die ideale Brille liegt im Ruhezustand deshalb an den Nasenflügel seitlich abschließend und eng an.

Achten Sie zudem auf Verstellmöglichkeiten des Nasenstegs, entweder mittels verschiedener Stegbreiten (die mitunter der Packung beiliegen; im Idealfall sind sie NICHT übermäßig flexibel) oder wählen Sie in ein Modell, welches Sie selber einstellen und justieren können. Das erfordert, wie beim Klassiker der Schwedenbrille, auch mal etwas handwerkliches Geschick, könnte aber die Lösung all Ihrer Probleme bedeuten.

Die teuerste Brille muss auch hier nicht die beste sein. Alles entscheidend ist, ob Ihnen die Brille passt. Und das kann die 4,95 Euro günstige Brille sein … ebenso wie das 49,90 Euro teure Luxusmodell. Auch wenn sich hier selbstredend dramatische Unterschiede in der Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität offenbaren können. Deshalb nicht nur auf das Vakuum und den “Plopp” beim Abziehen achten. Denn das schaffen die meisten der angebotenen Modelle und stellt nicht das wichtigste Kriterium für die Sicherung Ihrer Glücksmomente im Wasser dar.

Der 5-Punkte-Check:

  1. Passform der Gläser in Bezug auf Komfort
  2. Prüfen des Sichtfelds auf individuelle Vorlieben
  3. “Vakuum”-Test
  4. Stabilität des Nasenstegs
  5. Fester Sitz der Brillengläser am Nasenflügel auch bei Zug

von Holger Lüning

 

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