Studie: Bedeutung der Zykluslänge im Freistilschwimmen

Inwieweit bestimmt die Zykluslänge das Schwimmergebnis?

Zuglänge statt Frequenz? Oder beides?

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit man die Kurzstreckenleistung im Schwimmen bei Kindern und Jugendlichen verbessern kann. Denn ich Kern gibt es immer zwei Möglichkeiten, ein höheres Tempo zu realisieren. Das ist a) die Erhöhung der Zugfrequenz und b) die Verlängerung der Zuglänge, also des zurückgelegten Wegs pro Zug respektive Zyklus.

Welche Aspekte hinter den jeweiligen Möglichkeiten stecken, haben wir ergänzend in einem Artikel beschrieben:

“Code geknackt: Zuglänge mal Zugfrequenz!” > KLICK ZUM ARTIKEL

Besonders im Kinder- und Jugendbereich sollte man annehmen, dass die Verbesserung der Zuglänge ein wichtiges Indiz für eine verbesserte Schwimmtechnik ist. Demzufolge wäre die Erhöhung der Zuglänge in jungen Jahren wahrscheinlich die bessere Art, um langfristige Leistungsverbesserungen zu ermöglichen. Besonders unter der Annahme, dass die Technik in diesem Alter noch nicht ausgereift ist, könnte eine ausschließliche Erhöhung der Frequenz auch zu “unsauberem” Schwimmen führen.

Dieser Effekt darf auch für “schwimmerische Seiteneinsteiger” wie z.B. Triathleten angenommen werden.

Um dies zu klären, fassen wir die Studie zusammen.

Titel der Studie

The effect of body mass index and stroke length on short freestyle swimming distance

Autoren: Taskin, M.

Erschienen: International Journal of Applied Exercise Physiology, 9 (3), 21-25.  2020 > LINK

Hintergrund

Einige grundlegende Variablen der Schwimmleistung wurden sowohl für Frauen als auch für Männer beschrieben, einschließlich Zeit, Schlagfrequenz, Schlaglänge, Durchschnittsgeschwindigkeit, Größe, Körpergewicht und Alter.

Ziel der Studie

Ziel der Studie ist es, den Zusammenhang zwischen Zuglänge (SL) und kurzer Schwimmstreckenleistung zu untersuchen.

Methode

Insgesamt 22 Kinder und Jugendliche (Mittelwert ± SD: Alter = 11,36 ± 0,492 Jahre, Größe = 1,51 ± 0,084 m, Körpergewicht = 44,55 ± 9,821 kg und Body-Mass-Index (BMI) = 19,58 ± 3,583 kg / m2) meldeten sich freiwillig zur Teilnahme an der Studie.

Eine Stoppuhr wurde verwendet, um die Geschwindigkeit von Schwimmern über eine Strecke von 25 Metern zu messen. Die Zykluslänge wurde als die in einem Zyklus zurückgelegte Strecke bewertet. Der BMI wurde zudem bei jedem Probanden berechnet.

Ergebnisse

SL prognostiziert eine kurze Schwimmstreckenleistung von 29%. Eine Erhöhung der SL-Einheit wirkt sich positiv um 38,38 Prozent auf die Leistung beim Schwimmen über kurze Strecken aus.

Schlussfolgerung der Autoren

Es ist ersichtlich, dass die Zuglänge die Schwimmleistung beim Kurzstreckenschwimmen positiv beeinflusst und der Body-Mass-Index beim Kurzstreckenschwimmen nicht von Bedeutung ist. Es wird angenommen, dass es für die Trainer wichtig ist, die Verbesserung der Zuglänge für die Leistung bei Kindern im Trainingsprozess zu berücksichtigen.

Unser Tipp

Im Video zu Trainingsplan 54 gehen wir auf Vergleiche zu anderen Ausdauersportarten ein, wenn es um vergleichende Theorie wie der des Gleitens beim Schwimmen geht. Daraus abgeleitet, erscheint z.B. ein (über)langer Zug mit langer Gleitphase als deutlich kontraproduktiv. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet der Clip!