Tipp #55: Training mit dem Pullbuoy – so geht´s!

Die Auftriebshilfe und der beste Einsatz

Überlegungen zum Training mit dem Pullbuoy

Mit dem Pullbuoy schauen wir uns ein weiteres Hilfsmittel an und versuchen zu erörtern, wie man diese Auftriebshilfe im Training am effektivsten einsetzt. Dieses Trainingsgerät hilft, durch den teilweise enormen Auftriebswert, die Wasserlage zu verbessern. Damit ist der Einsatzzweck eigentlich schon fast komplett beschrieben. Eigentlich.

Der zwischen den Beinen eingesetzte “Schaumstoffblock” kann bei genauem Hinsehen schon einmal unterschiedlich positioniert werden. Im Schritt eingesetzt, hilft er, das Körperzentrum hinsichtlich der Wasserlage zu unterstützen. Wandert die Position bis hin zu den Sprunggelenken verändert sich die Auftriebswirkung deutlich. Somit lassen sich verschiedene Akzente setzen. Je weiter der Pullbuoy zu den Füssen hin wandert, umso mehr gilt es z.B. eine gute Körperspannung zu halten, um nicht in einer Überstreckung der Lendenwirbelsäule Probleme zu bekommen. So hat sich die Position im Schritt etabliert.

Gleich hinein in das Video zum Tipp? Dann los!

Im Video sprechen wir über die verschiedenen Einsatzbereiche und zeigen, wie man mittels einer Fußschlaufe sehr spezifische Trainingsinhalte durchführen kann. Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Viel Spaß!

Die Einsatzbereiche des Pullbuoys

Auch im Hinblick auf den optimalen Einsatzzweck trainingsmethodischer Art gibt es Unterschiede. Im Kern lassen sich drei wesentliche Bereiche definieren.

Technik-Training

Als echtes HILFS-mittel kann der Pullbuoy dafür sorgen, eine wichtige Auftriebsunterstützung zu sein und damit im Techniktraining für Anfänger bis Könner dafür zu sorgen, dass man sich mit einer höheren Wasserlage vertraut machen kann. Er gibt demzufolge Sicherheit für den Anfänger und kann Entlastung für den Fortgeschrittenen bedeuten.

Zudem kann das Training mit dem Pullbuoy bei fixierten Beinen (z.B. durch eine Schlinge oberhalb der Sprunggelenke) ein sehr wertvolles Feedback geben, welches man beim Schwimmen in Gesamtlage nicht erhält. Wie das geht, erfahren Sie im Video unten. Ein sehr wichtiger Hinweis für das Training!

Regeneratives Training

Liegt der Körper höher im Wasser, erzeugt er weniger Widerstände, kann sich etwas müheloser fortbewegen und benötigt folgerichtig weniger Energie. Das Schwimmen mit Pullbuoy kann somit eine Erleichterung darstellen, z.B. nach einer intensiven Trainingseinheit den Blutfluss durch lockeres Schwimmen zu fördern und damit Stoffwechselendprodukte zu transportieren. Das beschleunigt die Regenerationszeit. Für das Schwimmtraining von Triathleten, die wegen des Umfangs von Rad- und Lauftraining ohnehin sehr beinorientiert trainieren, ist der Pullbuoy deshalb auch eine unentbehrliche Hilfe bei der Entlastung der Beinmuskulatur.

Akzentuiertes Arm-Training

Stellt man die Beine durch den Einsatz von einem Pullbuoy oder zwei Pullbuoy quasi “still”, so ergibt sich die Möglichkeit, die Akzentuierung des Trainings noch mehr auf die Armarbeit auszurichten. Wenn nämlich die Beine nicht mehr an der Vortriebsarbeit beteiligt sind, erfährt der Schwimmer noch mehr Feedback über die Qualität der Armarbeit und kann zudem über intensives Trainingsformen genau an dieser Qualität arbeiten. Im Zusammenspiel mit Paddles ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, entsprechende Belastungsspitzen zu erzeugen, ein sehr spezifisches Kräftigungstraining zu absolvieren oder aber den Grundlagenausausdauerbereich (GA) anzusteuern.

Trainingstipps beim Training mit dem Pullbuoy

Das Training mit dem Pullbuoy macht im Regelfall deshalb Spaß, weil es das Schwimmen erleichtert. Dabei ist jedoch immer auch auf den genauen Einsatzzweck und die Zielrichtung zu achten, damit das Training nicht zu sogenannten “Alibi-Metern” wird. Jedes Hilfsmittel im Schwimmsport hat seinen spezifischen Einsatzzweck. Somit lohnt es sich, vor dem Training eine Plan zu erstellen, um den bestmöglichen Nutzen aus der Trainingseinheit zu ziehen.

Training mit Pullbuoy und Paddles

Da der Pullbuoy die Wasserlage unterstützt und damit auch die Widerstandswerte verbessert, ist auch der Kraftaufwand im Regelfall niedriger. Somit ist die Belastung für das Schultergelenk reduziert, was für den Einsatz von Paddles spricht. In der Kombination Pullbuoy + Paddles ergeben sich folgerichtig zahlreiche Methoden, um die Technik wie auch die spezifische Kraft anzusprechen.

Beispiel:

8×100 Meter, Pause: 30 – Kraul mit Paddles+Pullbuoy mit negative Split (also die zweiten 50 Meter schneller als die ersten)

400-300-200-100 Meter, Pause: 30 Sekunden – pro Teilstrecke das Tempo steigern, so dass der abschließende 100er voll geschwommen wird

Weitere passende Hilfsmittel

Nimmt man zum Pullbuoy einen Schwimmerschnorchel hinzu, so “isoliert” man die Beine und auch den Atemvorgang (bzw. dessen koordinativen Vorgang). Das Schwimmen wird dann besonders ruhig und kann dadurch technisch noch besser kontrolliert werden. Zudem verbessert sich das Feedback, womit diese Kombination äußerst effektiv ist.

Und hier ein Trainingstipp!

Hilfsmittel richtig platzieren – das ist Inhalt des > Trainingsplans 32. Hier geht´s zum Video.