Tipp #86: Der erkaufte hohe Ellenbogen und die Konsequenzen

Weshalb der hohe Ellenbogen nicht immer gut ist

Konsequenzen erkennen und vermeiden

„Ellenbogen hoch!“ Kennen Sie diesen Satz von ihrem Trainer? Wahrscheinlich ist dies das am häufigsten gesprochene Kommando am Beckenrand. Doch wie immer gilt: die Betrachtung von außen ist das eine, der Blick unter die Wasseroberfläche ist das andere. Denn hier offenbaren sich womöglich ganz andere Zusammenhänge.

So kann das in der Überwasserphase überbetonte Hochziehen des Ellenbogens durchaus zu einem Problem werden. Insbesondere dann, wenn dem Sportler, der Sportlerin, eine Fähigkeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht: die Beweglichkeit im Bereich des Schultergelenks. Sieht man sich die Situation in diesem Falle einmal an, so erkennt man in der biomechanischen Analyse, wie schnell es zu einer Gegenbewegung der gegenüberliegenden Schulter kommen kann.

Seiteneinsteiger besonders betroffen?

Ist die Beweglichkeit nicht ausreichend ausgeprägt, wie man das vor allem bei Seiteneinsteigern häufig beobachten kann, so kommt es unweigerlich zu einem Abfallen der gegenüberliegenden Schulter, wie wir das auch in Tipp 77 „Fehler“ Die zu späte Atmung“ (> KLICK) erkennen konnten. In der Bewegungsanalyse ist es deshalb wichtig, Aktion und Reaktion zu definieren und auf der Grundlage die Problematik zu erörtern.

So führt der Ausgangsfehler des abfallenden Schultergelenks auch zu einer Rotation in der Längsachse, so dass sich die Fläche der Körperunterseite reduziert, die für die Anströmung und damit für eine gute und hohe Wasserlage verantwortlich ist. Damit ergeben sich zahlreiche Nachteile, die sich unmittelbar auf das Schwimmtempo auswirken.

Im Video sprechen wir einen Muskel an, der für die Armführung von entscheidender Bedeutung ist. Entgegen der Ankündigung dort, haben wir den Tipp in der Reihenfolge vorgezogen.

Hier geht es zum Tipp 82 „Trapezius – der unterschätzte Muskel“  und seine Auswirkung auf die Schwimmleistung > KLICK

Aktion, Reaktion  und Herkunft klären

Somit ist nicht nur der Fehler an sich die Lösung, sondern dessen „Herkunft“. Und das sind in diesem Falle zwei Komponenten: die Beweglichkeit und die spezifische Kraft.

Kann der Stützarm z.B. wegen fehlender Kraft nicht an der Wasseroberfläche positioniert werden, kippt er ab. Neben der Kraft spielt die Beweglichkeit in diesem Moment eine entscheidende Rolle. An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig die ganzheitliche Betrachtung ist. Hier noch ein wichtiger Tipp zum Thema:

Tipp 41 „Beweglichkeit – wie die Wasserlage von hoher Beweglichkeit profitiert!“ > KLICK

Blickt man nun nur von außen auf den hohen Ellenbogen und beurteilt die Situation als „bestens gelöst“, kann die Unterwasseranalyse genau das gegenteilige Resultat sein. Blicken Sie deshalb als Sportler wie als Trainer auf das gesamte Bewegungsbild, sowohl Überwasser wie auch Unterwasser. Viel Erfolg!

Das Video mit Beispielen aus der Praxis

Mit einem Klick auf das Motiv startet der Clip. Viel Spaß mit den Impressionen aus Teneriffa, dem Ort unserer Schwimm-Camps (>Infos klick hier).