Tipp #90: Die BOARDMAN-Methode

Die wichtigste Frage in einem Rennen

Wie man sein Tempo richtig wählt

Wer möchte nicht gerne in einem Wettkampf am besten ständig gut informiert sein, wie lange es noch auf diesem Intensitätsniveau weitergehen kann? Wie bei einer Benzin- oder Batterieanzeige wüssten wir dann ganz genau, wann „der Saft zu Ende ist“. Eine interessante Vorstellung. Vor allem, weil wir sie eben nicht haben. Doch wie kann man sich diesem Wissen nähern? Wir versuchen das einmal.

Denn ob es nun ein Sprintrennen, ein Freiwasser-Wettkampf oder ein Triathlon ist. Ständig interpretiert man Gefühle, Signale oder Angaben von der Sportuhr, um das Tempo und die Intensität zu timen, dass sie am besten mit dem Anschlag oder dem Überschreiten der Ziellinie gegen Null tendieren. Diese Fragestellung ist fast die Grundsatzfrage in jedem Wettkampf – und auch häufig im Training!

Der Ort, an dem sich solche Fragestellungen ergeben und klären. Klick auf das Motiv für unsere Termine!

Am Abendtisch kam die Lösung

Denn wüssten wir auch im Training besser bescheid, könnten wir auch hier noch näher an das individuelle Leistungsmaximum herankommen und somit die Effektivität des Trainings steigern. Und wie es im Leben so ist, so sprachen wir auch in eine unserer Schwimm-Camps über dieses Thema. Und dann sagte ein Teilnehmer, er mach das immer wie Chris Boardman (u.a. ehemaliger Stundenweltrekordler auf dem Rad). Wie, fragten wir in der Runde, ginge das?

Diese eine zentrale Frage

Und dann kam die Lösung. Chris Boardman würde innerhalb einer Belastung, die er auf dem höchsten Niveau (Training oder Wettkampf) abliefern wolle, immer diese eine Frage an den Organismus stellen:

„Wie lange kannst du, lieber Körper,

die aktuelle Belastung noch in dieser Intensität durchführen?“

Und er sagte, es gäbe darauf nur drei Antworten. Und diese drei Antworten würden ihm exakt eine Rückmeldung darüber geben, was er sich noch abverlangen könne, und was nicht. Eben in etwa so wie eine Batterieanzeige. Aus den drei Antworten lässt sich das weitere Pacing recht gut ableiten.

Status 1:  Risiko gering, Gefahr der Überschätzung der Situation und Unterschätzung der eigenen Möglichkeiten

Status 2: abgestimmtes Rennen, Risiko mittel, gute Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit

Status 3: hohes Risiko, mitten im Rennen zu vermeiden, möglicherweise Status für den Endspurt

Klingt das interessant? Dann hinein ins Video, denn dort gehen wir noch detaillierter auf die Aussagekraft dieser Frage und ihrer Antworten ein.

Das Video zu Tipp 90: Renntaktik optimieren

Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Auch dieses Mal kommen wir aus Teneriffa, dem Ort unserer Schwimm-Camps. Viel Spaß!

Ein Beitrag von Holger Lüning