Schneller Schwimmen

Tipp #179: Beliebte Technikübung auf dem Prüfstand

Beliebte Technikübung: Schwimmen in Seitenlage

Für wen ist diese Übung sinnvoll – und für wen nicht

Man sieht diese Technikübung in den Schwimmbädern dieser Welt: das Schwimmen in Seitenlage. Wir wollen uns diese Übung mal etwas genauer anschauen und unter die Lupe nehmen. Denn womöglich ist sie in den meisten Fällen eher kontraproduktiv.

In der ersten Analyse technischer Übungen stellt man sich in der Sportdidaktik immer die Frage nach der Qualität des Transfers. Die Beurteilung der Transfer-Effekte (> siehe hier KLICK) lassen, sofern detailliert analysiert, eine zuverlässige Aussage über die zu erwartenden Lerneffekte zu. Je verschachtelter eine Technikübung ist (> KLICK „Vereinfachung besser als Verkomplizierung) desto eher entfernt sie sich tendenziell vom angestrebten Lernziel. Und genau dann wird vermutliches Technik-Training schnell zur Zeitverschwendung (>KLICK).

Einsteiger überfordert = Lernziel nicht erreicht

Und eine dieser Übungen ist das Schwimmen in Seitenlage. Insbesondere Einsteiger werden mit dieser Übung kaum Fortschritte machen, da sie zu schwierig ist und kaum Transfereffekte beinhaltet. Wie oft sieht man Schwimmkurse mit Einsteigern, in denen diese oder ähnliche Übungen durchgeführt werden und die SportlerInnen mehr Mühe mit der Ausführung haben als das Lerneffekte entstehen. Lernpsychologisch betrachtet sticht aus dieser Reihe eine weitere Übung heraus, die wir > HIER in Tipp 147 betrachtet haben.

Im Video besprechen wir die Schwächen dieser Übung im Einsteigerbereich. Gleichzeitig verweisen wir auf das vielleicht wichtigste Hilfsmittel, um technische Fortschritte zu erzielen. Es handelt sich um den Schwimmerschnorchel > KLICK HIER.

Verwendete Übungen sollen immer auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten angepasst und ausgewählt werden. Wird das nicht getan, wird das Lern- und Trainingsziel verfehlt. Im schlimmsten Falle führen falsch gewählte Übungen sogar zu einer Verschlechterung der Technik.

Fortgeschrittene können profitieren

Wer sich im fortgeschrittenen Bereich befindet, sollte diese Übung deshalb gezielt als Wasserlagen- und Stabilisationstraining einsetzen. In dem Falle aber auch versehen mit einem adäquaten Trainingsreiz, z.B. der Erhöhung des Schwierigkeitsgrades, siehe im Video). Hier erfordert dieser Anspruch eine Mindestanzahl an Wiederholungen, um einen Trainingsreiz zu erzeugen.

Trainingsbeispiel:

a) 8x50m – in Seitenlage je 25m links/rechts mit nach oben ausgestrecktem Arm

b) 8x50m – 15m Beinarbeit-Sprint in Seitenlage mit angehobenem Arm + 10m Spurt in ganze Lage + 25m locker

c) 8x50m – wie a) zusätzlich mit Bewegung des Arms im Halbkreis von vorne nach hinten (d.h. zum Oberschenkel)

Fazit: nicht jede beliebte Technikübung erfüllt ihren Zweck. Vor allem dann nicht, wenn der Zweck nicht eindeutig geklärt ist. Deshalb genau hinsehen, die besten Übungen auswählen, adäquate Reize setzen und somit ein Training absolvieren, das Transfer-Effekte bietet und somit Fortschritte garantiert.

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Viel Erfolg und besseres Training in der Zukunft mit dieser Hilfestellung!

Das Video mit weiteren Tipps und Hintergründen zu Tipp 179

Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video. Auch dieses Mal kommen die bewegten Bilder aus der tollen Atmosphäre unserer Schwimm- und Kraul-ABC-Camps auf Teneriffa. Nun viel Spaß mit dem Clip!

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