Studie: Zusammenhänge zwischen Wachstum und 100-Meter-Schmetterlings-Leistung

Wie sieht der perfekte Schmetterlingsschwimmer aus?

Proportionen – Spannweite und Unterarme

Diese Frage stellen sich Trainer wie Schwimmer: Wie muss der optimale Schwimmer gebaut sein, um für Höchstleistungen geeignet zu sein. In einem früheren Artikel haben wir dazu eine Studie zitiert, die ganz besonders die Spannweite als Hauptmerkmal für überdurchschnittliche Schwimmleistungen ermittelt hat. Lange Arme, breite Schulter und eine schmale Taille – so könnte das Top-Model aussehen.

In einer weiteren Studie haben sich Wissenschaftler mit der Spezifik des Schmetterlingschwimmens auseinander gesetzt. Hier spielen die Verhältnisse der Hebel eine weitere Rolle und bringen interessante Ergebnisse hervor. Wir haben diese Studie zusammengefasst.

Autoren: Senda SAMMOUD, Alan M. NEVILL, Yassine NEGRA, Raja BOUGUEZZI, Helmi CHAABENE, Younés HACHANA

Erschienen: The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness 2018 May;58(5):630-7

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Fragestellung:

Allometrische Zusammenhänge zwischen Körpergröße, Form und 100 m Geschwindigkeit der Schmetterlingsgeschwindigkeit.

Bei der Allometrie geht es um das Messen und Vergleichen von Beziehungen zwischen der Körpergröße und deren Verhältnis zu verschiedensten biologischen Größen.

Zweck der Studie:

Diese Studie zielte darauf ab, die optimale Körpergröße, die Länge der Gliedmaßen und das Verhältnis des Umfangs oder der Breite zu schätzen, die mit der 100-Meter-Schmetterlingsgeschwindigkeit korrelieren.

Methoden:

166 Schwimmer als Probanden (männlich: N. = 103; weiblich: N. = 64). Anthropometrische Messungen umfassten Körperhöhe, Körpermasse, Hautfalten, Armspanne, Länge der oberen Gliedmaßen, Oberarm, Unterarm, Handlängen, Länge der unteren Gliedmaßen, Oberschenkellänge, Beinlänge, Fußlänge, Armlänge – entspannter Gurt, Unterarmgurt, Handgelenkgurt, Oberschenkelgurt, Wadengurt, Knöchelgurt, Biacromial und Biliocristal-Weiten.

Um die optimale Körpergröße und die Zusammensetzung der Körperzusammensetzung zu schätzen, die mit der 100-m-Geschwindigkeit der Schmetterlingsgeschwindigkeit einhergehen, haben wir ein multiplikatives allometrisches log-lineares Regressionsmodell verwendet, das unter Verwendung der Rückwärtseliminierung verfeinert wurde.

Ergebnisse:

Die Fettmasse war das einzige und damit wichtigste Ganzkörpermerkmal in der Messung. Körperhöhe und Körpermasse trugen nicht zur Vorhersage der Leistung bei. Das allometrische Modell identifizierte das vielmehr mit einem längeren Gliedersegmentlängenverhältnis (Armverhältnis = [Armspanne] / [Unterarm]) und dem Gliedmaßenumfang (Gurtverhältnis = [Wadenumfang] / [Knöchelumfang]) Schlüssel für die Geschwindigkeit der Schmetterlingsgeschwindigkeit.

Ein größeres Verhältnis von Armspanne zu Unterarmlänge und ein größeres Verhältnis von Wade zu Knöchelumfang lassen vermuten, dass eine Kombination aus größerer Armspanne und kürzerer Unterarmlänge sowie die Kombination aus größeren Waden und kleinerem Knöchelumfang die Schwimmgeschwindigkeit des Schmetterlings verbessern kann. Darüber hinaus ist die größere biacromiale (Schulterbreite) und biliocristale (Verhältnis Schulter- zu Hüftbreite) Breite auch ein großer Vorteil bei der Geschwindigkeit von Schmetterlingsschwimmen. Die Abschätzung dieser Verhältnisse wurde schließlich durch die Verwendung eines multiplikativen allometrischen Modells ermöglicht, das theoretisch bestätigen konnte, dass die Schwimmgeschwindigkeiten nahezu unabhängig von der Gesamtkörpergröße sind.

SCHLUSSFOLGERUNGEN der Autoren:

Die 100-m-Schmetterlings-Geschwindigkeitsleistung war stark negativ mit der Fettmasse assoziiert und positiv mit dem Segmentlängenverhältnis (Armspannweite / Unterarmlänge) und dem Umfangsverhältnis (Wadenumfang) / (Knöchelumfang) verbunden.

Hier haben wir eine weitere sehr interessante Studie aus dem Jahr 2018 zur Anthropmetrie des perfekt gebauten 100m-Freistil-Schwimmers veröffentlich > KLICK