Stagnation durch Routine?

Leistungsstagnation: Was tun, wenn es nicht mehr vorwärts geht?

Übertraining, Überforderung oder einfach in der Routine festgefahren?

Stagnation – hinter diesem Wort verstecken sich gar nicht selten die Emotionen Verzweiflung, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und bisweilen sogar Wut. Vor allem kennt man diese Gefühlsausbrüche aus dem Sport. Nämlich dann, wenn man trainiert und trainiert und sich die erhoffte Leistungssteigerung einfach nicht einstellen will. Im schlimmsten Fall fällt die Leistung sogar ab. Ein echtes Horrorszenario! Tritt dieser Fall in leichter und gemäßigter oder sogar in radikaler Form ein, dann ist es an der Zeit, eine Bestandsaufnahme durchzuführen und dem Übel auf den Grund zu gehen. Denn die Ursachen können so vielfältig sein, wie der Mensch nun mal ist.

Analysiert man zunächst die individuellen Parameter wie Alter und Geschlecht und gleicht diese mit Trainingsumfängen und Intensitäten ab, erwirbt man sich bereits gutes Basiswissen, um die Hintergründe der Leistungsstagnation zu ergründen. Weitere Umstände wie die Ansprüche des sozialen Umfelds, die Verpflichtungen außerhalb des Sports oder einfach auch alltägliche Sorgen oder Ängste beeinflussen die Leistungsfähigkeit entscheidend und gehören in eine sorgfältige Analyse einbezogen. Das persönliche Lebensmanagement und die Pflege von Körper und Geist spielen ebenfalls eine große Rolle und können die Triebfeder und die Motivation für die Leistung stark beeinflussen – positiv wie negativ.

Kurz- oder langfristige Stagnation

Befindet man sich schon eine ganze Weile, d.h. Wochen oder Monate, in der sportlichen Sackgasse, ist die Gefahr immens, dass sich die Resignation verfestigt. Dann wird aus einem „ich schaffe das schon irgendwie“ bald ein „ich habe doch gewusst, dass es wieder nicht klappt“. In der Psychologie spricht man von der selbst erfüllenden Prophezeiung. Im Klartext gesprochen heißt das, man ist dann bereits auf Misserfolg programmiert. Dann herrscht dringender Handlungsbedarf und die Zuhilfenahme eines Experten.

Die Selbstprogrammierung beginnt schneller als man das gemeinhin glaubt. Da genügen einige weniger gute Ergebnisse, eine Verletzung oder einfach mal Pech zum falschen Zeitpunkt, um die Gedankengänge auf Low Performance zu programmieren. Besonders im Masterssport, wenn man erstmalig mit der sinkenden Leistungsfähigkeit konfrontiert wird, benötigt man dringend eine funktionierende Strategie. Zwar kann man die individuellen Bedürfnisse nicht pauschalisieren, einige generelle Tipps können aber dennoch helfen, das körperliche wie geistige Selbstmanagement wieder in den Griff zu bekommen.

Übertraining in zwei Varianten

Sieht man sich die klassischen Modelle es Übertrainings an, so gibt es im Kern zwei Arten der Überbeanspruchung. Das sportliche Übertraining wird unterschieden in sympathikoides und parasympathikoides Übertraining. Sympathikoides, d.h. den Sympathikus des Nervensystems betreffendes Übertraining ist eher temporär und gekennzeichnet durch erhöhte Herzfrequenz, Schlafstörungen und organbezogene Beschwerden. In diesem Falle geht der therapeutische Ansatz über gezielte Maßnahmen zur Erholung und Entspannung des Sportlers, um die beschriebenen Symptome zu lindern.

Parasympathikoides Übertraining ist tendenziell eher chronisch und durch depressive Anteile gekennzeichnet. Hier empfindet der Sportler Lustlosigkeit, Ziellosigkeit und das Zweifeln am Sinn der Aufgabe oder gesetzten Ziele. Letztere sind aufgrund ihrer Symptomarmut schwerer zu diagnostizieren und rühren tendenziell eher aus dem Bereich der Überforderung her. Abwechslung und das systematische „Entfernen“ von der speziellen Aufgabe, z.B. mittels alternativer Sportarten oder einer kurzen Auszeit, kann hier Abhilfe schaffen.

Im zweiten Teil des Artikels gehen wir auf die Massnahmen ein, die einer Leistungsstagnation entgegenwirken. 8 konkrete Tipps und Trainingshinweise, um ein Übertraining zu vermeiden bzw. um aus der Stagnation zu entfliehen.

KLICK zum Artikel > “Übertraining – 8 konkrete Tipps”

Der passende Trainingsplan mit weiteren Tipps zum Thema

Von Holger Lüning