Studie: Was bringt Höhentraining?

Train-low, live-high und andere Konzepte im Test

Welches ist die optimale Kombination?

Ziel der Studie war es, die Auswirkungen verschiedener Höhentrainingskonzepte zu untersuchen, zu bewerten und schlußendlich eine Empfehlung für Trainer und Sportler zu formulieren. Denn immer noch herrscht große Unsicherheit, besonders bei den Sportlern, wenn sie in der Höhe Teile ihrer Leistungsfähigkeit einbüßen. Da der verzögerte Leistungsgewinn erst im Anschluss an den Höhenaufenthalt zur Geltung kommt, ist es immer noch ein Hoffen und Bangen, ob die Maßnahmen funktionieren. Hinzu gesellt sich die latente Gefahr, dass Sportler in der Höhe erkranken oder die Rückgewöhnung nicht wie erhofft bewerkstelligen können. Dann wäre ein Höhentraining eher kontraproduktiv. Je besser also die Planung und die Zuverlässigkeit der Vorhersagen und Abläufe, desto größer die Chancen.

Diese Studie gibt weitere Informationen zur Planung eines Höhentrainings nach verschiedenen Konzepten.

Autoren: Rodriguez, F.A.; Iglesias, X.; Feriche, B.; Calderon-Soto, C,; Chaverri, D.; Wachsmuth, N.; Schmidt, W.; Levine, B.

Erschienen: Medicine and Science in Sports and Exercice, 47 (2015), 9, S. 1965-1978, Lit.

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EINFÜHRUNG:

In dieser kontrollierten, nicht randomisierten Parallelgruppenstudie wurden die Auswirkungen von vier vorbereitenden saisonalen Trainingseinsätzen auf Leistung, V2O2 und Hämoglobinmasse (tHbmass) untersucht.

DURCHFÜHRUNG:

Es wurden die folgenden Gruppen gebildet.

Leben und Training in mäßiger Höhe für 3 und 4 Wochen (Hi-Hi3) , Hi-Hi),

Leben hoch und Training hoch und niedrig (Hi-HiLo, 4 Wochen) 

Leben und Training auf Meereshöhe (SL) (Lo-Lo, 4 Wochen).

METHODEN:

Von 61 Elite-Schwimmern erfüllten 54 alle Einschlusskriterien und absolvierten Zeitschwimmen über 50- und 400-m-Kraulschwimmen (TT50, TT400) und 100 (Sprinter) oder 200 m (Mittelstreckler) mit maximaler Leistung (TT100 / TT200).

Die maximale Sauerstoffaufnahme (V˙O2max) und die HR wurden mit einem inkrementellen 4 × 200 m-Test gemessen.

Die Trainingsbelastung wurde unter Verwendung der kumulativen Trainingsimpulsmethode und des RPE der Sitzung geschätzt. Anfängliche Maßnahmen (PRE) wurden sofort (POST) und einmal wöchentlich bei Rückkehr nach SL (PostW1 bis PostW4) wiederholt. tHbmass wurde zweimal bei PRE und einmal wöchentlich während des Lagers mit CO-Rückatmung gemessen. Die Effekte wurden mit gemischten linearen Modellen analysiert.

ERGEBNISSE:

TT100 oder TT200 waren unmittelbar nach dem Höhenaufenthalt schlechter oder unverändert, verbesserten sich jedoch um ca. 3,5%, unabhängig davon, ob sie in SL oder in der Höhe lebten oder trainierten, nach mindestens 1 Woche SL-Erholung.

Hi-HiLo verbesserte sich 2 (5,3%) und 4 Wochen (6,3%) nach dem Camp. Hi-HiLo verbesserte sich auch stärker bei TT400 und TT50 2 (4,2% bzw. 5,2%) und 4 Wochen (4,7% und 5,5%) gegenüber den Tests unmittelbaren nach dem Höhenaufenthalt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN DER AUTOREN:

Ein gut implementiertes 3- oder 4-wöchiges Trainingslager kann die Leistung sofort beeinträchtigen – und schlägt sich damit zunächst negativ auf die Trainingsleistungen nieder – , verbessert jedoch die Leistung bei Elite-Schwimmern nach einer Phase der SL-Erholung deutlich.

Hi-HiLo für 4 Wochen verbessert die Leistung beim Schwimmen über die Höhe und die SL-Steuerung hinaus durch komplexe Mechanismen, bei denen Höhenunterschiede und SL-Trainingseffekte beteiligt sind.