Studie: Effekte eines Atemmangel-Trainings bei Wettkampfschwimmern

Atemmangel als Trainingsmittel

Das Hypoxie-Training entwickelt wichtige Fähigkeiten

Im Schwimmwettkampf zeichnet sich eine optimale Schwimmleistung durch eine Vielzahl unterschiedlichster Komponenten aus, wie z. B. aerobe Belastbarkeit, anaerobe Ausdauer, Stoffwechselprozesse und diverser Muskelfunktionen. Eine Situation, die praktisch in jedem Wettkampf vorkommt, ist der Moment des Atemmangels. Entweder hervorgerufen durch den Grad der Anstrengung in Verbindung mit der Streckenlänge oder durch äußere Umstände (mangelhafte Wendentechnik, Bojenumrundung im Freiwasser, Verschlucken o.ä.).

Deshalb erscheint der Atemmangel (Hypoxie) in verschiedenen Formen, auf die man sich bestenfalls im Training vorbereitet und gezielt trainiert. Es stellt sich die Frage, ob neben der Gewöhnung an Krisensituationen auch andere Parameter verbessert werden, wenn das Hypoxie-Training konzentriert im Training eingesetzt wird.

Mit dieser Frage hat sich die Studie beschäftigt, die wir hier zusammenfassen.

Titel der Studie

Autoren: Park & Lim

Erschienen: 01 Dec 2017, 16(4):480-488

Inhalt der Studie

Verschiedene hypoxische Trainingsmethoden würden größere Leistungsverbesserungen im Vergleich zu ähnlichem Training auf Meereshöhe ermöglichen. Ziel dieser Studie war es daher, die Auswirkungen eines sechswöchigen hypoxischen Trainings auf die Trainingsleistung bei mäßig trainierten Leistungsschwimmern zu bewerten.

Methode

Zwanzig Schwimmer wurden zu gleichen Teilen in eine normoxische Trainingsgruppe (n = 10) zum Wohnen und Trainieren auf Meereshöhe (PIO2 = 149,7 mmHg) und eine hypoxische Trainingsgruppe (n = 10) zum Wohnen auf Meereshöhe, jedoch zum Trainieren bei 526 mmHg unter hypobaren hypoxischen Bedingungen, aufgeteilt.

Das aerobe Trainingsvermögen, die anaerobe Kraft, die Muskelfunktion, die Hormonreaktion und die Schwimmleistung bei 50 und 400 m wurden vor und nach dem Training gemessen, das sich aus Aufwärmen, kontinuierlichem Training, Intervalltraining, Training mit elastischem Widerstand und Cool-Down zusammensetzte.

Die Trainingsfrequenz betrug 120 Minuten, 3 Tage pro Woche für 6 Wochen.

Ergebnisse

Die Parameter Muskelfunktion und hormonelle Reaktion zeigten signifikante Wechselwirkungseffekte (alle p <0,032, η2> 0,288) bei Muskelkraft und Ausdauer, Wachstumshormon. Die anderen Variablen zeigten keine signifikanten Wechselwirkungseffekte. Eine hypoxische Trainingsgruppe zeigte jedoch auch einen signifikant erhöhten maximalen Sauerstoffverbrauch; VO2max (p = 0,001), anaerobe Spitzenleistung (p = 0,001) und Schwimmleistungen für 50 m (p = 0,000) und 400 m (p = 0,000).

Fazit der Autoren

Diese Ergebnisse zeigten, dass die in unserer Studie vorgeschlagene hypoxische Trainingsmethode bei mäßig trainierten Leistungsschwimmern im Vergleich zur Kontrollgruppe zur Verbesserung der Muskelkraft und Ausdauer wirksam beitragen kann. Unsere hypoxische Trainingsmethode führte jedoch zu unklaren Veränderungen der aeroben Trainingskapazität (VO2max), der anaeroben Ausdauer und der Schwimmleistung von 50 m und 400 m im Vergleich zum normoxischen Training.

Unser Tipp: Hypoxie-Training ausprobieren!

In Trainingsplan 70 haben wir uns dem Training des Atemmangels gewidmet. Hier ist das Video zum Plan und der direkte Link zum Trainingsplan > KLICK