Studie: Aktive und passive Erholung im Training

Intervall-Training und die optimale Pause

Wie lange muss die Pause sein? Aktiv oder passiv erholen?

Die Trainingsmethodik hält viele verschiedene Intervallmethoden bereit, um sehr gezielt die jeweiligen Parameter anzusteuern. So gilt die allgemeine Formel “Pause lang = Intensität hoch, Umfang gering” und “Pause kurz = Intensität niedrig, Umfang hoch”. Gemäß dieser groben Formel kann man sich als Trainer und Sportler eines umfangreichen “Werkzeugkastens” bedienen.

Alle Intervallmethoden in einer Übersicht finden sich im Artikel hier > KLICK

Die Frage ist aber besonders im Bereich der intensiven Intervallmethode, wie hoch die Pausenlänge mindestens sein sollte, um Wiederholungen auf bestmöglichem Niveau absolvieren zu können. Und die zweite Frage, die sich anschließt: soll die Pause aktiv (locker schwimmend) oder passiv (am Beckenrand verweilend) absolviert werden?

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem Thema. Wir fassen die Ergebnisse zusammen.

Titel der Studie

Autoren: Kostoulas, Toubekis & weitere

Erschienen: 17 Dec 2017, 18(3):323-331

Inhalt der Studie

Der Zweck dieser Studie war es, die Auswirkungen der aktiven Erholung (AR) und passiven Erholung (PR) mit kurzen (2 Minuten) und langen (4 Minuten) Intervallen auf die Schwimmleistung zu untersuchen.

Methode

Zwölf Wettkampfschwimmer absolvierten einen progressiv ansteigenden Geschwindigkeitstest von 7 × 200-m-Schwimmen, um die Geschwindigkeit vor dem Einsetzen eines Anstiegs der Blutlaktatkonzentration (LT1) im Schwellenbereich zu bestimmen.

Anschließend wurde die Leistungszeit von 6 × 50-m-Sprints unter vier verschiedenen Bedingungen aufgezeichnet:

(i) 2 Minuten PR (PR-2),

(ii) 4 Minuten PR (PR-4),

(iii) 2 Minuten AR (AR-2) und

(iv) 4-minütige AR (AR-4) -Intervalle.

Die Blutlaktatkonzentration wurde vor der ersten und nach der letzten 50-m-Wiederholung gemessen. AR wurde mit einer Intensität angewendet, die LT1 entsprach.

Ergebnisse

Die Leistung, die sich aus der Zeit ergibt, die für die Durchführung von 6 × 50-m-Sprints benötigt wird, war nach AR-4 im Vergleich zu PR-4 beeinträchtigt, unterschied sich jedoch nicht zwischen AR-2 und PR-2-Bedingungen. Die Leistung in Sprint-6 war nach AR im Vergleich zu PR unabhängig von der Intervalldauer verbessert (AR: 28,55 ± 0,81, PR: 29,01 ± 1,03 s; MD%: 1,52 ± 2,61%; 90% CL ± 1,2%; p = 0,03).

Die Blutlaktatkonzentration war nach AR-4 im Vergleich zu PR-4 niedriger, unterschied sich jedoch nicht zwischen AR-2- und PR-2-Bedingungen.

Schlussfolgerung

AR beeinträchtigte die Leistung nach 4 Minuten, jedoch nicht nach 2 Minuten. Eine bessere Leistung während des Sprint-6 nach AR könnte auf eine schnellere metabolische Erholung oder vorzeitige Regulationsmechanismen gegen Ende der Serie zurückgeführt werden, insbesondere wenn ein angemessenes 4-minütiges aktives Erholungsintervall angewendet wird.

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