Studie: Die 200-Meter-Freistil-Leistung unter wissenschaftlicher Betrachtung

Muskelaktivität während eines 200-Meter-Rennens

Autoren: Figueiredo, P.; Sanders, R.; Gorski, T.; Vilas-Boas, J.P.; Fernandes, R.J.

Erschienen: International Journal of Sports Medicine, 34 (2013), 1, S. 49-5, Lit.

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Der Zweck dieser Studie war es, eventuelle kinematische und elektromyographische Veränderungen während eines maximalen 200 m Freistil-Tests im Renntempo zu analysieren. 10 internationale Schwimmer führten einen maximalen Freistil-Test über 200 m durch.

Die Bilder zur Bewertung der Parameter wurden mit 2 Über- und 4 Unterwasserkameras aufgenommen.  Die elektromyographischen Signale (EMG) von 7 Muskeln der oberen und unteren Gliedmaßen wurden für 1 Bewegungszyklus in jeder 50-m-Runde analysiert. Vor und nach dem Test wurden kapillare Blutlaktatkonzentrationen gesammelt.

Die interessierenden Variablen waren: Schwimmgeschwindigkeit, Zuglänge, Zug- und Beinschlagfrequenz, Winkelgeschwindigkeit der Hand, Bewegung der oberen Extremitäten und des Fußes, Ellbogenwinkel, Schulter- und Rollwinkel, Dauer der Zyklusphasen und EMG für jeden Muskel in jeder Zyklusphase.

Im Allgemeinen nahmen die kinematischen Parameter ab und eine relative Zeitspanne nahm für die erste Phase des Wasserfassens (bzw. Beginn der Zugphase) – und Zugphase zu und für die Erholungsphase ab.

Die Muskelaktivierung von Flexor Carpi Radialis, Bizeps Brachii, Trizeps Brachii, Pectoralis Major und Upper Trapezius nahm während bestimmter Bewegungsphasen im Verlauf des Tests zu. Die Blutlaktatkonzentration stieg nach dem Test signifikant an. Diese Ergebnisse legen das Auftreten von Müdigkeit nahe, die durch Änderungen der kinematischen Parameter und selektive Änderungen der Muskelaktivierung der oberen Gliedmaßen je nach Muskelaktivität gekennzeichnet ist.

Unsere Meinung:

Interessant an dieser Untersuchung ist einerseits die Auswahl der untersuchten Muskelgruppen, die das Anforderungsprofil des Freistilschwimmens nur teilweise erfassen. So wird leider die Aktivität des Latissimus Dorsi als hauptverantwortlicher “Zugmuskel” nicht bewertet. Somit ist der echte Benefit für Sportler und Trainer nach dem Studium derartiger Untersuchungen als durchschnittlich einzuordnen. Womöglich hilft ein etwas tieferer Blick in die Ergebnisse. Zum Volltext geht es hier > KLICK

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