Studie: Mehr Kraft durch den Verzehr dunkler Schokolade

Kann dunkle Schokolade die Kraftleistung erhöhen?

Eine Studie

Kraft durch Schokolade? Käme diese Aussage von einem Schokoladenhersteller würde man wahrscheinlich herzhaft lachen. Interessant wird es aber dann, wenn sich die Wissenschaft solcher Themen annimmt und versucht herauszufinden, ob es eine mögliche Korrelation gibt.

Im vorliegenden Fall zeigen sich jedoch nicht nur Effekte auf die Kraftleistung, sondern ebenfalls auf eine andere Komponente, die leistungsentscheidend sein kann: die Angst vor dem Wettkampf. Ist der Verzehr dunkler Schokolade also womöglich eine geeignete Methode, um Wettkampfangst zu reduzieren und gleichzeitig das Vertrauen in die eigene Leistung zu stärken?

Wir fassen diese interessante Studie zusammen und empfehlen, die Ergebnisse einmal im Selbstversuch zu überprüfen. Viel Erfolg!

Titel der Studie

Does dark chocolate have an ergogenic impact on emotional state, vegetative nervous system and strength performance?

Autoren: Scholler, V., Marcel-Millet, P. & Groslambert, A. (2021).

Erschienen: Movement & Sport Sciences – Science & Motricité, 113, 55-63.

Inhalt der Studie

Ziel dieser Forschung ist es, die akute Wirkung des Verzehrs eines Riegels dunkle Schokolade mit Zitrone (DCL) auf die emotionale Verfassung, das vegetative Nervensystem und die Kraftleistung zu bewerten.

Methode

Dieses Protokoll wurde von elf trainierten männlichen Radfahrern und Trailrunnern (Alter: 27 ± 12 Jahre) durchgeführt, die in zufälliger Reihenfolge entweder einen DCL-Riegel mit Flavonoiden oder einen weißen Schokoladenriegel (Placebo) vor einem simulierten maximalen Kniestreck-Krafttest zu sich nahmen.

Vor und nach dem Verzehr der Riegel wurden ihre Reaktionen auf Angst vor dem Wettkampf (SA), Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Elektroenzephalographie (EEG) gemessen. Die maximale freiwillige Kraft (MVC) des Kniestreckers und die Zeit bis zur Erschöpfung (TTE) bei 20 % MVC wurden 2 h nach dem Verzehr der Riegel aufgezeichnet.

Ergebnisse

Im Vergleich zu Placebo senkt DCL signifikant (p < 0,05) die Angst vor dem Wettkampf SA und den systolischen Blutdruck. Im präfrontalen Kortex wurde eine Zunahme von a- und eine Abnahme von ß-Wellen mit moderater Effektstärke (d = 0,7) gefunden, während für HRV und MVC keine signifikante Veränderung beobachtet wurde. Es wurde jedoch ein Anstieg (+22 %) von TTE mit einer moderaten Effektstärke (d = 0,5) gefunden.

Fazit der Autoren

Diese Ergebnisse deuten auf die potenzielle Rolle von Flavonoiden bei der Verringerung der Angst vor dem Wettkampf als ergänzende Routine zur Verbesserung der Kraftleistung hin.

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