Studie: Training der Atemmuskulatur verbessert die Schwimm-Leistung

Kräftigung der Atemmuskulatur

Sind Leistungsverbesserungen zu erwarten?

Die Atmung beim Schwimmen ist aus mehreren Gründen nicht ohne Probleme durchführbar. Denn erstens besteht oftmals nur ein geringes Zeitfenster – bedingt durch die Koordination – und zweitens droht tendenziell die Gefahr des Verschluckens.

Entscheidend ist aber die Tatsache, dass das jeweils kleine Zeitfenster so gut wie möglich genutzt werden sollte, um den Energiestoffwechsel abzusichern. Keine leichte Aufgabe, insbesondere dann nicht, wenn es um individuelle Höchstleistung geht. Aus diesem Grund scheint eine gut gekräftigte Atemmuskulatur von erheblichem Vorteil zu sein. Dazu gibt es verschiedene Trainingsmethoden an Land wie im Wasser (siehe unten Atemmangel-Training / Hypoxie-Training im Trainingsplan).

Hier ein Trainingsplan zum gezielten Atemmangel-Training > Klick zu Trainingsplan 70 . Eine weitere Trainingsidee stellen wir hier ganz unten mit dem Trainingsplan 47 vor.

Zudem gilt es, den aufkommenden Atemreiz dosieren und ggf. kurzzeitig unterdrücken zu können. Hier zu auch Erklärungen im Video unten. Grundsätzlich gilt beim Hypoxie-Training im Wasser immer die Devise: Vorsicht und niemals übertreiben.

Wir fassen hier eine interessante Studie zum Thema zusammen.

Titel der Studie

Inspiratory muscle training improves the swimming performance of competitive young male sprint swimmers

Autoren: Yañez-Sepulveda, R., Alvear-Ordenes, I., Tapia-Guajardo, A., Verdugo-Marchese, H., Cristi-Montero, C. & Tuesta, M. (2021)

Erschienen in: The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness, 61 (10), 1348-1353.

HINTERGRUND:

Inspiratorisches Muskeltraining (IMT) stimuliert die Kräftigung der Atemmuskulatur, indem es dem Lufteintritt in die Lunge einen Widerstand entgegensetzt. Ziel war es, die Wirkung von IMT auf die Schwimmleistung und ihre Beziehung zur Inspirationsstärke und Lungenfunktion zu beobachten.

METHODEN:

Fünfzehn männliche Schwimmer (Alter = 15,1 ± 1,1 Jahre) wurden in eine Versuchsgruppe (EG; N. = 9) und eine Scheinkontrollgruppe (SCG; N. = 6) eingeteilt. Vor und nach einem vierwöchigen aeroben Schwimmen wurden Lungenströme/-volumina mittels Spirometrie, dynamische Inspirationsstärke (S-Index), maximaler Inspirationsfluss (MIF) und Schwimmtests (50 m, 100 m und 200 m) gemessen Trainingsprogramm (R1-R2) und IMT.

Eine anfängliche Belastung bei 50 % und 15 % des S-Index wurde für EG bzw. SCG angepasst. Nur das EG erhöhte die anfängliche Belastung jede Woche um 5 %.

ERGEBNISSE:

Der S-Index und MIF waren im EG nur nach IMT erhöht (DeltaS-Index=18,0±8,8 cmH2O und DeltaMIF=0,7±0,33 L·min-1; P<0,05). Dasselbe geschah für FVC (= 0,3 ± 0,2 l) und MVV (Delta = 6,9 ± 3,6 l/min) (P < 0,05).

Bei Schwimmleistungen verringerten sich die EG-Schwimmzeiten signifikant in Bezug auf CG für 50 m (DeltaEG = -1,2 ± 0,3 s vs. DeltaCG = -0,1 ± 0,2 s), 100 m (DeltaEG = -2,9 ± 1 s vs. DeltaCG). =-0,7±0,5 s) und 200 m (DeltaEG=-7,3±2,8 s vs. DeltaCG=-2,0±1 s) mit P<0,05. Schließlich hatten der S-Index und MIF eine negative Korrelation mit den Schwimmleistungen für 50 m (S-Index, r=-0,72; MIF, r=-0,70) und 100-m (S-Index, r=-0,65; MIF, r=-0,62) mit P<0,05.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:

Eine kurzzeitige IMT erhöht den maximalen S-Index, Ventilation und MIF, was die Schwimmleistung junger Schwimmer positiv beeinflusst.

Unser Trainingsplan 47: Atemmangel-Training

Mit einem Klick auf das Motiv startet das Video, zum Trainingsplan geht es hier > KLICK