Studie: So schwimmt man taktisch klug in einem Triathlon

Studie: Schnell oder locker schwimmen im Triathlon?

Die Triathlon-Saison steht vor der Tür!

Schwimmen und Triathlon passen gut zusammen. Zumindest zu einem Drittel! Und weil jedes Drittel seine Bedeutung hat, geht es auch immer um das Thema des optimalen Pacings. Ein Blick in eine aktuelle Studie.

Große mediale Ereignisse wie unlängst die Ironman-World-Championships auf Hawaii motivieren ungemein. Neben den vielen begeisterten Triathleten kommt dabei vielleicht auch der ein oder anderen Schwimmer auf die Idee, sich mal im Ausdauerdreikampf zu probieren. Ganz gleich, ob man im Wasser zu den stärkeren Sportlern zählt oder sich eher im hinteren Bereich wiederfindet. Das Pacing im Schwimmen kann ein ganzes Rennen entscheiden oder zumindest erheblich beeinflussen.

Wissenschaftler aus Brasilien und den USA

Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Brasilien und den USA wollten das genauer wissen und untersuchten die Ergebnisse von Wettbewerben über die Olympische Distanz sowie die Langdistanz hinsichtlich der Leistungsentwicklung der drei Disziplinen. Innerhalb einer 26-jährigen Periode von 1989 bis 2014 wurden die Splitzeiten der Gesamt-Top 50 der Frauen und Männer verglichen.

Auf der Olympischen Distanz stellte das Untersuchungsteam fest, dass sowohl die Schwimm- wie auch die Laufzeiten im Mittel nahezu unverändert blieben bzw. sogar leicht rückläufig waren. Ein etwas schnelleres Radfahren führte aber auch nicht dazu, dass sich die Gesamtzeiten signifikant verbessert hätten. Die Bedeutung des Laufens, und der individuellen Leistungsfähigkeit auf diesem Sektor, in Bezug auf die Endplatzierung nahm jedoch klar zu. Hier fallen 36% des Gesamtbeitrags auf das Radfahren und 46% auf den abschließenden Laufpart. Das Laufen hat laut der Studie dabei in den vergangenen Jahren tendenziell weiter deutlich an Bedeutung gewonnen.

Nur 18% Bedeutung für das Schwimmen?

Auf der Langdistanz verschlechterte sich die Gesamtzeit der Top 50 im Mittel während der Untersuchungsperiode. Während die Schwimmleistungen stabil blieben, glauben die Wissenschaftler den Beitrag der individuellen Leistung auf die Gesamtleistung in den Disziplinen ermittelt zu haben. Das Schwimmen liegt dabei mit nur 18% schon wegen des zeitlichen Umfangs scheinbar auf dem letzten Rang, besitzt aber wegen der taktischen Bedeutung noch eine weitere wichtige Variable, die in Zahlen nicht zu greifen ist. Das Radfahren und das Laufen liegen mit jeweils ca. 41% gleichwertig auf einem Rang. Tendenziell wurde eine Entwicklung des Beitrags und dessen Bedeutung für die Gesamtleistung zu Gunsten des Radfahrens in den letzten Jahren erkannt.

Als Fazit bewerten die Wissenschaftler das Radfahren und das Laufen als die bedeutenderen Disziplinen bezüglich eines individuell optimalen Rennens und empfehlen den Trainingsschwerpunkt darauf zu setzen. Bei diesem reinen Leistungsvergleich auf der Grundlage von Ergebnislisten, also eher einer Literaturrecherche, blieben weitere Einflussfaktoren wie taktische Manöver sowie Stoffwechselparameter jedoch unberücksichtigt.

Wie macht man es nun richtig

Am Ende dieses wissenschaftlichen Exkurses bleibt die Frage, wie man es nun richtig macht. Diese Studie gibt Hinweise und interessante Ansätze. Allein die individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen bieten jedoch unendlich viele Rennszenarien und individuelle Optionen. Und hier spielt das Schwimmen als Auftaktdisziplin sicher eine ganz spezielle Rolle. Schließlich geht man nur in diese Disziplin ausgeruht hinein und kann somit die Weichen für ein erfolgreiches Abschneiden stellen. Die Schlussfolgerung für Spezialisten einer der drei Disziplinen könnte also eine alte Trainerweisheit sein: konserviere deine Stärken und arbeite konsequent an deinen Schwächen. Dann klappt´s auch mit Triathlon.

Weiterführender Link zu Studien > KLICK


von Holger Lüning

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