Studie: Die Wirkung von Motivationsvideos

Die Kraft der Bilder

Können Motivationsvideos die Leistung beeinflussen?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein Bild, ein Foto oder die Beobachtung einer Szenerie enthält sehr viele Informationen. Interessant dabei ist, wie unterschiedlich die aufgenommenen Informationen wirken. Die selektive Wahrnehmung sorgt dafür, dass jeder Mensch etwas anderes wahrnimmt und erkennt. Zweifellos können motivierende Sportvideos helfen, den Gemütszustand zu verbessern. Das werden Sie auch schon gespürt haben. Das Training nach der TV-Übertragung von olympischen Schwimm-Endläufen ist deshalb irgendwie anders … meistens irgendwie: besser!

Wissenschaftler machen die Spiegelneuronen dafür verantwortlich. So kann man über gezielte Maßnahmen des Observativen Lernens (>KLICK) – also des Lernens allein durch Beobachtung – sogar auf dem Sofa liegend Bewegungen einstudieren. Dahinter steckt der sogenannte Carpenter-Effekt. Man kann tatsächlich mittels der Elektromyographie (EMG) muskuläre Aktivitäten in solchen Momenten messen, ohne dass es zur einer sichtbaren Bewegung kommt. Das klingt erstaunlich! Wenn man die Hintergründe für sich verstanden und adaptiert hat, kann das bewegte Bild somit zu einem leistungsunterstützenden Faktor werden!

Auch Musik kann stimulierend wirken, wie eine Studie zeigt, die wir hier zusammengefasst haben. So können wir die unterschiedlichen Wahrnehmungskanäle durchaus sehr strategisch nutzen, um in einen aktivierten Zustand zu gelangen. Schaffen Sie sich deshalb Routinen, um die Kraft der Bilder für sich zu nutzen.

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Im Video (siehe hier unten) sprechen wir über die unterschiedlichen Wahrnehmungskanäle

  • Visuell
  • Auditiv
  • Kinästhetisch

und wie wir die jeweilige Präferenz als Sportler – und auch anleitender Trainer – nutzen können, um die Leistungsbereitschaft zu steigern. Eine tolle Möglichkeit!

Hier eine Studie zum Thema.

Titel der Studie

Effectiveness of motivational videos for elite swimmers: Subjective and biological evaluations

Autoren: Hagiwara, G., Akiyama, D., Tsunokawa, T. & Mankyu, H., 2019

Erschienen: Journal of Human Sport & Exercise, 14 (Proc2), S178-S188.

Inhalt:

Motivationsvideos (MVs) werden in Japan in vielen Leistungssportarten verwendet, sowohl für Profis als auch für Amateure. Mehrere Forscher haben jedoch festgestellt, dass die Wirksamkeit von MVs nicht wissenschaftlich verifiziert wurde und in früheren Studien nur subjektive Bewertungen durchgeführt wurden (Yamazaki & Sugiyama, 2009).

Diese Studie untersuchte die psychologische Wirksamkeit von MVs anhand subjektiver und biologischer Bewertungen.

Methode

Die Probanden waren sechs japanische Elite-College-Schwimmer, die an der FINA-Schwimm-Weltmeisterschaft teilnahmen (Alter: 21,33 ± 0,51, vier Männer und zwei Frauen). Wir verwendeten subjektive und biologische Bewertungen, um die psychologische Motivation dieser Elite-Schwimmer zu untersuchen, während wir ein MV als Teil ihrer Praxis beobachteten.

Wir haben ein subjektives und selbstberichtendes psychologisches Zustandsinventar (Yamazaki et al., 2008) eingeführt, um die Aktivierung der Athleten beim Betrachten des MV zu messen. Ein Elektroenzephalogramm (EEG) wurde verwendet, um die Emotionen der Schwimmer zu bewerten. Der emotionale Zustand (Vitalität) wurde analysiert, indem die extrahierten EEG-Rohdaten unter Verwendung eines KANSEI-Modulloggers kombiniert wurden (Littlesoftware, 2018).

Ergebnisse

Eine subjektive Bewertung zeigte, dass sich die Bewertung der Vitalität nach Beobachtung des MV signifikant verbesserte (t = 2,33, p <0,05), was auch durch die Ergebnisse der biologischen Bewertung angezeigt wurde (t = 5,69, p <0,01). Es gab auch eine signifikante Korrelation zwischen subjektiver und biologischer Vitalität nach Beobachtung des MV (r = 0,77, p <0,01).

Fazit der Autoren der Studie

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten daher, dass die biologische Bewertung erneut angewendet werden kann, um die Wirksamkeit von MVs zu überprüfen.

Die Wahrnehmungs- und Motivationskanäle finden!

In diesem Video gehen wir auf die Suche nach den unterschiedlichen Kanälen und finden Möglichkeiten, wie wir diese für uns nutzen können. Ob im Sport, im Beruf, in der Schule, im Studium oder privat – das Wissen um den individuell präferierten Kanal kann Berge versetzen. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet das Video. Viel Spaß!