Studie: Zusammenhang zwischen Sprungkraft und Tauchstrecke im Schwimmen

Mehr Sprungkraft = bessere Unterwasserphase

Spezifisches Training für die Startphase

Die Unterwasserphase im Schwimmsport, d.h. nach Start und Wende, nimmt je nach Streckenlänge einen mehr oder weniger hohen Stellenwert ein. Für Schwimmer der Sprint- und Kurzdistanzen (50m, 100m bis einschließlich auch 200m) bedeutet allein der Start mit der Erzeugung des höchsten Tempos beim Eintauchen ins Wasser eine teilweise (vor)entscheidende Phase im Hinblick auf die eigene Leistung aber auch hinsichtlich der Renntaktik.

Ein guter Start bringt Vorteile

Denn natürlich gilt: wer nach dem Start vorne liegt, hat nicht nur einen Zeitvorteil. Es ist auch davon auszugehen, dass diese/r SchwimmerIn mit einem vergleichsweise höherem Tempo in die Schwimmbewegung übergeht. Es handelt sich demzufolge nicht nur um einen temporär kurzen Vorteil. Vielmehr kann sich dieser Vorteil über einen längeren Zeitraum dehnen – welcher auf der 50m-Distanz sogar entscheidend sein kann. Sieht man sich die Startqualität von Caeleb Dressel an (Klick hier zu einer Analyse der Starttechnik und Breakout-Phase), so wird dieser Aspekt deutlich sichtbar.

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Deshalb sind spezifische Trainingsmethoden zur Verbesserung der Sprungkraft mehr denn je im Trocken- wie auch Wassertraining von Schwimmsportlern zu berücksichtigen. Wir fassen eine Studie zusammen, die Zusammenhänge und Analyse-Tools aufzeigt.

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Titel der Studie

Association of jumping ability and maximum strength with dive distance in swimmers

Autoren: Calderbank, J. A., Comfort, P. & McMahon, J. J. (2021)

Erschienen: International Journal of Sports Physiology and Performance, 16 (2), 296-303.

Inhalt der Studie

Ziel der aktuellen Studie war es, die Beziehung zwischen Tauchdistanz (DD) und Countermovement Jump (CMJ), Trackstart-CMJ-Höhe, Countermovement Jump Weite (CMBJ), Trackstart-Sprungdistanz und isometrischem Oberschenkelzug zu untersuchen (Maximalkraft und relative Maximalkraft).

Methoden:

Insgesamt 27 (11 weibliche und 16 männliche) Schwimmer nach regionalem, nationalem und internationalem Standard (Mittelwert [SD];

Alter = 19,5 [5,5] Jahre; Masse = 69,3 [10,5] kg; Größe = 1,77 [0,09] m ) führten 3 Versuche mit einem Track Start Dive, CMJ, Track Start CMJ, CMBJ, einem Track Start Weitsprung und einem isometrischen Oberschenkelzug durch.

Ergebnisse:

Die Daten wurden in Ergebnisse der Frauen und Männer aufgeteilt. Es wurden große bis sehr große Korrelationen zwischen DD und allen getesteten Variablen gefunden (r = 0,554 bis 0,853, P <0,001 bis 0,008), wobei DD-CMBJ die höchste Korrelation aufwies (r = 0,853, P <) .001). CMBJ machte 70% der Varianz in DD aus. Frauen zeigten moderate nicht signifikante Korrelationen zwischen dem isometrischen Oberschenkelzug von DD (r = 0,379, P <0,125). Männer zeigten sehr große signifikante Korrelationen zwischen DD-CMJ (r = 0,761, P <0,001).

Schlussfolgerungen:

DD zeigte starke Korrelationen mit Sprungleistungen und isometrischer Mehrgelenkkraftproduktion. Männer zeigten stärkere Korrelationen als Frauen, da sie kräftiger waren und die Sprung- / Kraftaufgaben auf einem höheren Standard ausführen konnten.

Eine verbesserte Sprungleistung und eine erhöhte maximale Kraftproduktion können daher die Tauchdistanz (DD) bei Schwimmern verbessern.