Studie: Übertragung des Krafttrainings auf die Schwimmleistung

Trockentraining und seine Auswirkungen

Wie hoch ist der Leistungsgewinn durch Landtraining?

Das Training auf “dem Trockenen” gehört im Schwimmsport zu einer ausgewogenen und leistungsorientierten Planung dazu. Da ein Krafttraining im Sinne der Definition im Wasser nicht möglich ist, werden die verschiedenen Krafttrainingsmethoden genutzt, um die erforderlichen Trainingsreize zu platzieren.

In unserem Special “Krafttraining” der Tipps 42 bis 49 haben wir uns ausführlich mit den Methodiken beschäftigt. Unten können Sie die Einleitung zu Thema als Video sehen.

Doch immer begleitet das Training an Land auch die Fragestellung nach dem bestmöglichen Transfer des Krafttrainings ins Wasser, d.h. nach der Leistungssteigerung. Studien sind deshalb immer wieder wichtig, um das bestmögliche Setup zu finden. Das bedeutet, die ideale Kombination aus Belastungshöhe, Pause und Häufigkeit sowie der Auswahl der besten Übungen!

Leider gibt es keine pauschalen Gesetzmäßigkeiten. Umso wichtiger scheint es, dass sich Sportler und Trainer mit den Grundregeln und den Anpassungsformen des Krafttrainings auseinandersetzen, um die optimale Gestaltung zu ermitteln.

Auf der Suche nach weiteren Daten haben wir diese Studie gefunden, die wir hier zusammenfassen.

Schneller Schwimmen – das Baukasten-System für über 1.001 Trainingseinheiten.

Titel der Studie

Transfer of dry-land resistance training modalities to swimming performance

Autoren: Sadowski, J., Mastalerz, A. & Gromisz, W. (2020)

Erschienen: Journal of Human Kinetics, 74 (1), 195-203. 

Zweck der Studie:

Eine große Anzahl von Studien, die sich mit den Auswirkungen von Land-Widerstandstraining auf die Schwimmleistung befassen, sind nach wie vor nicht schlüssig. Es wird angenommen, dass die Übertragbarkeit von Kraftzuwächsen im Trockentraining auf die Schwimmleistung dann auftritt, wenn Land-Widerstandstrainingsprogramme schwimmspezifisch sind.

Das Hauptziel dieser Studie war es, die Auswirkungen eines spezifischen Land-Widerstandstrainings auf einem Ergometer mit herkömmlichen Landübungen zu vergleichen und festzustellen, wie viel der Widerstandstrainingseffekte auf bestimmte Schwimmbedingungen übertragen wurden.

Methode:

Die Studie umfasste eine Gruppe von 26 männlichen Wettkampfschwimmern (Alter 15,7 ± 0,5 Jahre, Größe 174,6 ± 6,6 cm, Gewicht 68,4 ± 8,2 kg, Trainingserfahrung 5,8 ± 0,7 Jahre) auf regionaler Ebene.

Sie wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet: experimentell (E) und Kontrolle (T).

Beide Gruppen nahmen an einem 12-wöchigen Land-Widerstandstraining teil, das sich auf die Steigerung der Muskelkraft und der Leistungsabgabe der oberen Gliedmaßen konzentrierte.

Gruppe E verwendete ein spezielles Ergometer (JBA – Zbigniew Staniak), während Gruppe T traditionelle Widerstandsübungen durchführte. Das Programm bestand aus 10 Sätzen mit 30 s Training mit 30 s Ruheintervallen zwischen jedem Satz.

Die Land-Widerstandstrainingsmodalitäten waren die einzigen Unterschiede im Training zwischen beiden Gruppen.

Ergebnisse:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Übertragungsraten in Gruppe E (experimentell) viel höher sind als in Gruppe T (Kontrolle), was zu einem signifikanten Anstieg der Schwimmgeschwindigkeit führte (um 4,32%, p <0,001; ES = 1,23 und 2,78%, p <0,003, ES = 0,31).

Unser Tipp: das Themen-Special Kraft-Training

Hier ist das Video zur Einleitung in unser Kraft-Special. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet das Video. Weitere Artikel und Videos sind bis einschließlich Tipp 47 zu diesem Themenkomplex erschienen. Viel Spaß beim Training!