Studie: Trainingsperiodisierung bei Eliteschwimmern

Intensität, Umfang und Qualität des Trainings

Elitesportler in der Beobachtung und Bewertung

In der Trainingswissenschaft gibt es die unterschiedlichsten Ansätze für die Organisation der Trainingsinhalte. Das Ziel ist dabei jedoch immer dasselbe: nämlich die optimale Vorbereitung auf den Hauptwettkampf. Genau an diesem Tag sollen Körper und Geist, also der komplette Athlet, auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit sein. Doch wie geht man das Thema nun an?

Es gibt Modelle der ansteigenden Belastung, Modelle der Wellenbelastung und auch Modelle, die das traditionelle Planungssystem einfach umkehren. Man könnte also fast sagen, es führen viele Wege nach Rom. Tatsächlich spielen viele Faktoren eine tragende Rolle. Insbesondere auch in der Phase, wo das Training sukzessive reduziert wird, um dann in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung überzugehen, die sogenannte Taperingphase (Tapering nach der 9-7-3-Formel > KLICK).

Eine weitere interessante Variante ist die Blockperiodisierung, die auf die Erkenntnisse russischer Trainingswissenschaftler zurückzuführen ist. Hier haben wir bereits einen zweiteiligen Artikel veröffentlicht (>KLICK HIER). Darin spielen z.B. auch die sogenannten Resteffekte eine wichtige Rolle, um einen Rückgang an leistungsrelevanten Fähigkeiten zu verhindern bzw. rechtzeitig entgegenzuwirken. Zu diesem Thema folgt demnächst ein Tipp!

 

Aus den genannten Gründen ist es immer interessant, zu sehen, was die Topschwimmer machen und welche Periodisierungen sie bevorzugen. Dazu haben sich einige Wissenschaftler auf die Suche gemacht und eine Vielzahl von Studien gesichtet. Daraus ist die Studie entstanden, die wir hier zusammenfassen.

Titel der Studie

Training intensity distribution, training volume, and periodization models in elite swimmers: a systematic review

Autoren: Ravé, J. M. G., Hermosilla, F., Mohíno, F. G., Casado, A. & Pyne, D. B.

Erschienen in: International Journal of Sports Physiology and Performance, 16 (7), 913-926. 2021.

Inhalt der Studie

Ein gut geplanter periodischer Ansatz ermöglicht es Schwimmern, Spitzenleistungen bei den großen nationalen und internationalen Wettbewerben zu erzielen.

Zweck:

Ziel ist die Identifizierung der Hauptmerkmale des Ausdauertrainings für hochtrainierte Schwimmer, beschrieben durch die Modelle der Trainingsintensitätsverteilung (TID), des Volumens und der Periodisierung.

Methoden:

Die elektronischen Datenbanken Scopus, PubMed und Web of Science wurden anhand einer umfassenden Liste relevanter Begriffe durchsucht. Studien, die den Effekt der Periodisierung des Schwimmtrainings untersuchten, wobei die Trainingsbelastung (Volumen, TID) und die Periodisierung berichtet wurden, wurden in den systematischen Review eingeschlossen.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 3487 Studien identifiziert, und nach Entfernung von Duplikaten und Eliminierung von Arbeiten basierend auf Titel- und Abstract-Screening blieben 17 Artikel übrig. Weitere 8 Artikel wurden nach dem Volltext-Review ausgeschlossen, sodass insgesamt 9 Studien im systematischen Review verblieben.

Die Evidenzgrade waren 1b für Interventionsstudien (n = 3) und 2b für (beobachtende) retrospektive Studien (n = 6).

Die Sprintschwimmer folgten typischerweise einer polarisierten und Schwellen-TID,

die Mittelstreckenschwimmer folgten einer Schwellen- und Pyramiden-TID und

die Langstreckenschwimmer folgten hauptsächlich einer Pyramiden-TID.

Das in der Mehrzahl der ausgewählten Studien identifizierte Periodisierungsmodell, ist durch wellenförmige Zyklen in Einheiten wie Mesozyklen gekennzeichnet, um physiologische Anpassungen und den Erwerb von leistungsrelevanten Fähigkeiten zu fördern.

Schlussfolgerungen der Autoren:

Hochtrainierte Schwimmer folgen einem Trainingsvolumen und einer TID basierend auf den Anforderungen ihres Hauptwettkampfs.

Es besteht Bedarf an weiteren experimentellen Studien zu den Auswirkungen von Block- und Reverse-Periodisierungsmodellen auf die Schwimmleistung.

Obwohl Beobachtungsstudien zum Training nur begrenzte Evidenz haben, ist unklar, ob ein anderer Trainings-/Periodisierungsansatz bessere Ergebnisse liefern würde.

Unser Lesetipp:

Das Modell der Blockperiodisierung nähert sich dem Thema einmal ganz anders – und auch erfolgreich – an.

Hier geht es zum 2-teiligen Artikel „Blockperiodisierung“ > KLICK