Tipp #65: Aktive Pausen – schneller als der Olympiasieger

Schwimmst du schneller als der Olympiasieger?

Wie man die aktive Pause richtig nutzt

Kann es sein, dass man im Training schneller schwimmt als der Olympiasieger über 1.500 Meter Freistil? Auch wenn es fast unmöglich erscheint, darf man die Fragestellung mit einem „ja“ beantworten. Und nicht nur das. Je weniger konsequent ein Sportler die vorgegebenen aktiven Pausen im Training einhält, umso wahrscheinlicher ist dieses Szenario. Klingt unmöglich? Wir blicken mal etwas tiefer hinein und lüften das Geheimnis.

Bereits in Tipp 54 „Der Pausen-Weltmeister“ (< KLICK) haben wir die Bedeutung der Pause beschrieben. In diesem Beitrag steht nun die aktive Pause im Mittelpunkt der Überlegungen, da hier immer wieder Fehler entstehen, die auf einer falschen Annahme beruhen. Doch zurück zur genannten Situation.

Tatsächlich schwimmen Sportler, die im Trainingsprozess noch nicht erfahren sind, häufig die aktiven Pausen viel zu schnell. Und so passierte es in einem Schwimmcamp auf Teneriffa, dass ein Sportler aus unserem Camp die 100 Meter aktive Pause schneller schwamm als Olympiasieger Gregorio Paltrinieri! Natürlich eine durchaus amüsante Situation, die im Kern jedoch zeigt, mit welcher Konsequenz das Training absolviert werden sollte, um es zu einer erfolgreichen Trainingseinheit werden zu lassen.

Was stecken für Vorteile dahinter, wenn ich die aktive Pause so locker wie möglich schwimme? Neugierig? Dann vielleicht sogar schon gleich hinein ins Video.

Das Video mit Tipps zur aktiven Pause

Einfach auf das Motiv klicken und schon startet das Video mit Impressionen aus Teneriffa. Viel Spaß!

Der Sinn einer aktiven Pause

Die aktive Pause soll vor allem der Aufrechterhaltung der Blutzirkulation dienen. Sie stellt sich sicher, dass angehäufte Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden können. Zudem wird dadurch die Lockerheit der Muskulatur wieder hergestellt und auch die mentale Regeneration ist als wichtiger Aspekt zu nennen. Deshalb soll die aktive Pause ein regenerativer Baustein sein, der in aller Konsequenz durchgeführt wird. Denn nur wer sich erholt, kann danach wieder in intensive Bereiche starten und somit die Effektivität des Trainings auf einem hohen Niveau halten.

Appell an Sportler und Trainer

Je konsequenter in der Durchführung, umso besser ist das Training. An dieser Feststellung besteht kaum ein Zweifel. Jedes kleine Teil einer Trainingseinheit sollte einen bestimmten und spezifischen Zweck erfüllen. Die aktive Pause ist als „Ruheinsel“ zwischen den intensiven Trainingsinhalten sehr bedeutsam und sollte genau so behandelt werden. Mit Recht trägt dieser Teil in der Trainingsplanung das Kürzel „ReKom“ für Regeneration und Kompensation.

Es ist also kein Qualitätsmerkmal, die aktive Pause schneller zu schwimmen als der Olympiasieger. Auch wenn es mal Spaß macht und man von diesem Erlebnis eine gute Portion Motivation für sich selber mitnehmen kann!